Seit dem Judenmord des Hitlerfaschismus hat in Westeuropa ein begreifliches kollektives Schuldgefühl oft dazu geführt, daß man sich jede Kritik an Juden verbietet, wobei man noch dazu Juden und Zionisten meist kurzerhand gleichsetzt. Parteinahme für die Zionisten und Kritiklosigkeit gegenüber Israel gelten vielen fast als deutsche Wiedergutmachungspflicht. Erich Fried – nach dem deutschen Einmarsch in Wien 1938 selbst als Jude verfolgt – empfindet außer Solidarität mit allen unschuldig Verfolgten und Benachteiligten auch etwas wie Mitverantwortlichkeit für das, was Juden in Israel den Palästinensern und anderen Arabern antun.
07.05.2021
Erich Fried - Dichter im Porzellanladen
auf YouTube (07.05.2021) 45:40
Medienpräsenz
Engagierter Humanist und humorvoller Sprachkünstler: der österreichische Lyriker Erich Fried (1921-1988), der zeitlebens im Londoner Exil verblieb, wäre am 6. Mai 2021 100 Jahre alt geworden. 1938 floh Fried vor den Nationalsozialisten aus Wien. Als Emigrant wurde er zu einer der markantesten Persönlichkeiten des österreichischen Geisteslebens. Karriere als Dichter machte er in Deutschland. Sein Verhältnis zu Österreich war bis zu seinem Tod ambivalent (Film von Danielle Proskar, 2021).
Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
45min 40s