04.08.2016

Biedermann und die Brandstifter

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Quelle

auf YouTube (04.08.2016) 1:25:50

Medienpräsenz
Videokanal

1966 schrieb Frisch eigens eine neue Fassung fürs Fernsehen, die ein Jahr später unter der Regie von Rainer Wolffhardt mit Siegfried Lowitz und Herbert Bötticher verfilmt wurde. 
In der Umsetzung fürs Heimkino lässt Frisch seine Hauptfigur, Herrn Biedermann (Siegfried Lowitz), in einem Interview dazu Stellung nehmen, was denn überhaupt geschehen ist. Die Frage stellt sich, weshalb die ganze Stadt denn überhaupt abgebrannt sei. - Die Geschichte, erzählt er, beginnt damit, dass Brandstifter in der Stadt umgehen. Solange es ihn selbst nicht trifft, bleibt Herr Biedermann aber gelassen. Nicht einmal, als sich zwei Hausierer auf seinem Dachboden einnisten und unbekümmert Benzinfässer in den Dachboden hinauf schaffen, will Herr Biedermann die Realität wahrhaben. Ein notorischer Harmoniesüchtiger ist er, dieser Biedermann. Pure Angst und totale Fantasielosigkeit lassen ihn glauben, er werde schon verschont bleiben, wenn er nur mit den Brandstiftern paktiere. Seine Naivität gipfelt in der Szene, in der er den Brandstiftern als Vertrauensbeweis gar noch die Streichhölzer gibt, um die sie ihn gebeten haben, und das Schicksal seinen Lauf nimmt.

[Wikipedia (DE): Biedermann und die Brandstifter (1967)]

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
1h 25min 50s
Ereignisdatum
1967
Videoautoren

Erstellt: 12.05.2026 - 06:20  |  Geändert: 12.05.2026 - 06:20

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»Eine klare Parabel darauf was passiert, wenn sich Psychopathen und gescheiterte Intellektuelle verbinden und mit den ›guten Bürgern‹ verbinden. Wobei die ›guten Bürger‹ sich freiwillig in die Überzeugung der anderen begeben. Zu seiner Entstehungszeit war das Stück der Blick zurück. Heute ist das Stück eher eine zu Zukunftswarnung. « Reiner Girstl

Das Stück ist die Geschichte des Bürgers Gottlieb Biedermann, der die Brandstifter in sein Haus einlädt, um von ihnen verschont zu werden. Es entlarvt präzise eine Geisteshaltung, die der Technik des Totalitären zum Erfolg verhilft. Biedermann und die Brandstifter - eine politische Parabel, die ihre kritische Kraft nicht aus der Entlarvung der Lüge bezieht, sondern aus der Inszenierung der biedermännischen Wehrlosigkeit gegenüber Verbrechern, die von Anfang an sagen, was sie wirklich wollen.