Prof. Stephan Lessenich ist Direktor des Instituts für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Buchautor von „Neben uns die Sintflut“ mit dem Untertitel "Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis". Er beschreibt, wie sich seit 500 Jahren Europa auf Kosten armer Staaten, ihrer Rohstoffe und deren Bevölkerung entwickelt und reich und mächtig werden konnte. Staaten wie Argentinien erleiden für den Soja-Anbau Rodung von Urwäldern und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung. Philippinische Familien erleben soziale Verwerfungen, weil die jungen Frauen die Sorgearbeit in den industrialisierten Ländern erledigen. Gestützt und weiterentwickelt werden diese ungerechten Verhältnisse durch das kapitalistische System der Produktion von Bedürfnissen. Die Folge sind Flüchtlingsströme und Klimawandel. Der Aufruf des Referenten „Seht hin und politisiert Euch!“ spiegelt sich in der lebhaften Diskussion. Offen blieb die Frage nach der kritischen aktiven Masse unserer demokratischen Gesellschaft für globale gerechte Wirtschaft, Schutz der Ressourcen und Reduzierung des Verbrauchs."