Leandros Fischer legt mit diesem Buch die erste umfangreiche wissenschaftliche Arbeit zur Haltung der Partei DIE LINKE zur kontroversen Frage "Nahostkonflikt" vor. Gleichzeitig leistet er einen innovativen parteisoziologischen Beitrag zur Erforschung des Innenlebens der Partei. Entgegen des medial-vermittelten Bildes eines Streits zwischen östlichen "Reformern" und westlichen "Fundis" greift der Autor die untersuchte Auseinandersetzung als Epiphänomen der Gegensätze zwischen unterschiedlichen politischen Sozialisationen, politischen Lernprozessen und politisch-kulturellen Milieus auf, sowie als Resultat des Prozesses der Institutionalisierung und Herausbildung der kollektiven Identität einer relativ neuen Partei.
Leandros Fischer ist ein deutsch-zyprisch-dänischer Politikwissenschaftler, Sozialanthropologe und Forscher mit einem Schwerpunkt auf Migration, Mobilität, Staatsbürgerschaft und linke politische Bewegungen. Er studierte Sozial- und Kulturanthropologie an der Universität zu Köln und erwarb einen Doktorgrad in Politischer Wissenschaft am Zentrum für Nah- und Mitteloststudien der Universität Marburg. Fischer war in verschiedenen akademischen Positionen tätig, unter anderem als Lehrender und Forscher an der Universität Marburg, der University of Cyprus und der Cyprus University of Technology sowie als Postdoktorand und Gastdozent an der Aalborg University in Dänemark und in Kapstadt. Er forscht zur öffentlichen Debatte über Migration, zur politischen Mobilisierung linker Bewegungen und zu Fragen der Palästina-Politik, und er publiziert wissenschaftliche Arbeiten sowie politische Analysen in Fachzeitschriften und Medienformaten. Fischer ist Herausgeber des Sammelbandes The Crisis-Mobility Nexus (2023) und verfasst regelmäßig Beiträge zu aktuellen politischen Themen, darunter zu linken Parteien, Migration und gesellschaftlicher Polarisierung.