Krise der Kultur. Von Thomas Schimmer

Krise der Kultur von Thomas SchimmerKulturkritik und phänomenologische Perspektiven in Edmund Husserls Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie, und in Michel Henrys Die Barbarei. Der Begriff der Krise ist spätestens seit der Insolvenz der Investmentbank Lehmann Brothers im Jahr 2008 ein alltäglich gebrauchter Begriff in Politik, Medien und Alltag. Mehr und mehr entsteht auf politischer, ökonomischer, sozialer und individueller Ebene der Eindruck, es handele sich nicht nur um eine ökonomische Krise, sondern vielmehr um eine generelle Krise der Kultur. Dieser aktuellen und für die Gestaltung von Gegenwart und Zukunft einer globalisierenden Gesellschaft zentralen Frage widmet sich diese Arbeit.

ISBN 978-3-88309-840-1     30,00 €  Portofrei      Bestellen

Aufbauend auf Edmund Husserls "Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie" und Michel Henrys "Die Barbarei" werden Symptome einer Kulturkrise zusammengetragen und mit gegenwärtigen Verhältnissen abgeglichen, um aufgrund dieser phänomenologischen Analysen die Diagnose einer gegenwärtigen Kulturkrise zu überprüfen. Neben den zentralen Texten beider Phänomenologen werden ergänzende Texte von Husserl und Henry hinzugenommen, um nicht nur ihre Kulturkritik, sondern auch den jeweiligen phänomenologisch implizierten Kulturbegriff herauszuarbeiten. Auf der Arbeit beider Phänomenologen aufbauend wird die Frage gestellt, welche Rolle der Philosophie in einer Krise der Kultur zukommt und inwiefern sie dazu beitragen kann, eine solche Krise zu überwinden.

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I. EINLEITUNG

1. Begriff und Phänomen der Krise

2. Der Begriff der Kultur und die Aufgabe der Kulturkritik

II. KULTURKRITIK UND KULTURBEGRIFF IN EDMUND HUSSERLS "KRISIS"-SCHRIFT

1. Husserls Krisis-Diagnose und Kulturkritik

1.1 Zur Entstehung der Krisis-Schrift

1.2 Husserls Krisis-Diagnose und seine kulturkritische Methode

1.2.1 Eine Krise der Wissenschaft als Ausgangspunkt der Krise der Kultur

1.2.2 Die historische Rückbesinnung als Methode der Kulturkritik

1.3 Philosophie als Ursprung von Wissenschaftlichkeit und als Lebensform

1.3.1 Die griechische Philosophie als Urstiftung der europäischen Kultur

1.3.2 Anschluss an die Urstiftung durch die Renaissance

1.4 Die Entwicklung der neuzeitlichen Wissenschaft und Philosophie

1.4.1 Galileis Mathematisierung der Natur als Ausgangspunkt

1.4.1.1 Die Eroberung der Unendlichkeit durch die Umgestaltung der Geometrie

1.4.1.2 Die kulturellen Voraussetzungen für Galileis Konzeption der neuzeitlichen Physik

1.4.1.3 Die Mathematisierung der Natur

1.4.1.4 Das Problem der Mathematisierung der Füllen

1.4.1.5 Die Technisierung der neuzeitlichen Naturwissenschaft

1.4.1.6 Das ,Ideenkleid' als ideologischer Ausgangspunkt der Krise

1.4.2 Die Cartesianische Wende und der Dualismus von physikalistischem Objektivismus und transzendentalem Subjektivismus

1.4.2.1 Die Attraktivität der naturwissenschaftlichen Methode für die Philosophie der Neuzeit

1.4.2.2 Husserls Interpretation von Descartes' ersten ,Meditationes'

1.4.2.2.1 Descartes' Methode: die Cartesianische Epoché

1.4.2.2.2 Descartes' Entdeckung der Intentionalität und sein Konsequenzbruch

1.4.2.3 Der Dualismus von Objektivismus und Transzendentalismus

1.4.2.4 Rationalismus und Empirismus

1.4.3 Die Kantische Wende

1.4.3.1 Lockes' Naturalisierung der Seele und seine Psychologie

1.4.3.2 Die Überführung der objektivistischen Psychologie in einen Skeptizismus durch Berkeley und Hume

1.4.3.3 Kants Denken als Reaktion auf den nachcartesianischen Rationalismus

1.4.3.3.1 Die Vernunftkritik als erster Versuch einer Transzendentalphilosophie

1.4.3.3.2 Kants Mangel an Radikalität in Bezug auf die Lebenswelt

1.5 Zusammenfassung von Husserls Kulturkritik

2. Husserls Kulturbegriff

2.1 Husserls Geschichtsverständnis

2.2 Husserls Kulturbegriff und sein kulturtherapeutisches Konzept in den Kaizo-Artikeln

2.2.1 Eingrenzung von Husserls Kulturbegriff

2.2.2 Vernunft als Kern von Individual- und Sozialethik

2.2.3 Husserls Programm der Erneuerung der europäischen Kultur

2.3 Husserls Einleitung in die Transzendentale Phänomenologie

2.3.1 Die Konzeption der Wissenschaft von der Lebenswelt

2.3.2 Die transzendentale Epoché und die transzendentale Reduktion

2.3.3 Die Explikation der Lebenswelt

2.3.3.1 Die Leiblichkeit des Menschen als ,Objekt in' und ,Subjekt für' die Welt

2.3.3.2 Dingwahrnehmung und Dingbewusstsein

2.3.3.3 Differenz von Ding- und Weltbewusstsein

2.3.3.4 Die Lebenswelt als Korrelat der Einzel- und Intersubjektivität

2.3.4 Analyse der Intentionalität

2.3.4.1 Ego und Intersubjektivität

2.3.4.2 Die Konstitution der Intersubjektivität ausgehend vom Ur-Ich

2.3.5 Die Bedeutung der Transzendentalen Phänomenologie für Wissenschaft und Kultur

3. Résumé und Überleitung

3.1 Die Transzendentale Phänomenologie als Praktische Philosophie

3.2 Problematisierung des Kulturbegriffs Husserls

III. KULTURBEGRIFF UND KULTURKRITIK IN MICHEL HENRYS "DIE BARBAREI"

1. Henrys Kulturbegriff

1.1 Henrys Lebensphänomenologie als Ausgangspunkt für seinen Kulturbegriff

1.1.1 Henrys Descartes-Lektüre: Affektivität statt Intentionalität

1.1.2 Henrys Umsturz der Phänomenologischen Methode: vom Sein zum Leben

1.1.3 Radikale Lebensphänomenologie: Beschreibung des Unsichtbaren

1.1.3.1 Die sinnliche Lebenswelt und das Pathos des Leidens als ontologische Struktur des Lebens

1.1.3.2 Die Lebensbewegung und das Gewicht der Existenz als ontologische Voraussetzung der Kultur

1.2 Kultur als Selbsterprobung und Selbststeigerung des Lebens

1.3 Grundformen der Kultur

1.3.1 Die Kunst als Repräsentation des Lebens

1.3.2 Ethik

1.3.3 Religion

1.3.4 Wissenschaft

2. Michel Henrys Kulturkritik in seinem Essay "Die Barbarei"

2.1 Die Radikalisierung der Krisis-Diagnose

2.1.1 Von der Krise der Kultur zur neuen Barbarei

2.1.2 Die Explosion der modernen Wissenschaften

2.1.3 Die Methode der phänomenologischen Kulturkritik

2.2 Henrys Kritik an den modernen Wissenschaften und ihrer Umsetzung in der Technik

2.2.1 Charakterisierung des Galileischen Projekts durch die Kritik der modernen Wissenschaft

2.2.1.1 Die Aufhebung der Wahrheit der Subjektivität als Aufhebung der Humanitas

2.2.1.2 Die Begründungsproblematik der modernen Wissenschaft und der Umsturz der Philosophie

2.2.2 Die Technisierung der Wissenschaften und deren Rückwirkung auf das Leben

2.2.2.1 Die Aufhebung der Gesetze des Lebens durch die objektiven Gesetze der Wissenschaft

2.2.2.2 Erdeinverleiblichung als Ursprung der Technik als Kulturform

2.2.3 Henrys Technikkritik und der Nachweis ihrer grundlegenden Paradoxie

2.2.3.1 Die ökonomische Revolution und die ontologische Erschütterung des Lebens

2.2.3.2 Die moderne Technik als Offenbarung der Barbarei

2.2.3.3 Die Gestaltung der Lebenswelt und die Kunst als Wissenschaftskriterium

2.2.3.3.1 Die Gestaltung der Lebenswelt durch die modernen Technik-Wissenschaften

2.2.3.3.2 Die Ästhetik als moderne Wissenschaft

2.2.3.4 Die Lebensweise der modernen Wissenschaft

2.2.4 Die Krankheit des Lebens als Ursprung der Barbarei

2.2.4.1 Analyse der Lebensverneinung der modernen Wissenschaften

2.2.4.2 Die Krankheit des Lebens als Ursprung der Angst der Moderne

2.2.5 Die Ideologien der Barbarei als Phänomene der Krankheit des Lebens

2.2.5.1 Dekonstruktion und Kritik der Humanwissenschaften

2.2.5.1.1 Henrys Geschichtsverständnis als Ausgangspunkt für seine Kritik der Humanwissenschaften

2.2.5.1.2 Die Soziologie als charakteristisches Beispiel der modernen Humanwissenschaften

2.2.5.1.3 Die Sinnverschiebung der Fragestellung der Humanwissenschaften

2.2.5.2 Exemplarische Ideologien der Barbarei im 20. Jahrhundert

2.2.5.2.1 Der Marxismus

2.2.5.2.2 Das Menschenbild der modernen Psychologie

2.2.6 Die Praktiken der Barbarei

2.2.6.1 Das Siegel der Malaise

2.2.6.2 Das Fernsehen als paradigmatisches Beispiel der Praktiken der Barbarei

2.2.6.2.1 Fernsehen als Produkt der Technik: Fluchtversuch der Subjektivität in das Nichts

2.2.6.2.2 Die ontologische Dimension der Medien und ihre Zensur

2.2.6.2.3 Die Medien als Ausprägung der abendländischen Barbarei

2.2.6.3 Die Zerstörung der Universität

3. Résumé - Im Untergrund

IV. DIE KULTURKRISE DER GEGENWART

1. Die akute Krise der Wissenschaften

2. Die Fortsetzung der Zerstörung der Universität

3. Die absolute Herrschaft der Wissenschafts-Technik und der Ökonomie

4. Kulturkritik als Therapie?

V. LITERATUR

1. Primärliteratur

2. Sekundärliteratur

VI. REGISTER

 

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Ein schnelles Ende

Auf der Flucht

Nachkriegsjahre, echte und falsche Fünfziger

Veränderungen - unruhige Sechziger

Ruhige Siebziger - neue Aufgaben

Unruhige Zeiten, ein Ende und ein Anfang

Schlusswort

 

Erstellt: 19.12.2013 - 17:00  |  Geändert: 21.12.2018 - 06:52

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