19.04.2026
LarsThomsen - «Die Ingenieure der 2030er-Jahre»
auf YouTube (19.04.2026) 1:07:39
Medienpräsenz
Zeitmarken
1. Die technologische Beschleunigung
Thomsen betont, dass wir uns in einer Phase exponentiellen Wissenswachstums befinden. Er vergleicht die Zeiträume großer Umbrüche:
- Vor 30 Jahren: Google revolutionierte das Finden von Informationen.
- Vor 3 Jahren: ChatGPT ermöglichte es, Antworten direkt zu generieren.
- Heute: Agenten-Netzwerke führen Aufgaben selbstständig aus (z. B. Steuererklärungen oder technisches Design).
- Physische KI: Der Übergang von rein digitalen Systemen zu humanoiden Robotern (wie dem Unitree G1) findet jetzt statt.
2. Ingenieure als wichtigste Ressource
Trotz KI werden Ingenieure wichtiger als je zuvor, müssen aber ihre Rolle neu definieren:
- Systemisches Denken: Es reicht nicht mehr, nur ein Bauteil zu optimieren. Ingenieure müssen die Zusammenhänge zwischen Mechanik, Elektronik, KI, Energie und Wirtschaft verstehen.
- Vom Fachwissen zur Fragestellung: Da Fachwissen durch KI fast kostenlos verfügbar ist, liegt der eigentliche Wert in der Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen und Hypothesen zu bilden.
- Umsetzungskraft: Die Zeitspanne zwischen einer Idee und einem physischen Prototyp muss durch Tools wie Simulationen und 3D-Druck drastisch verkürzt werden.
3. Handlungsbedarf für den Standort Deutschland
Thomsen übt deutliche Kritik an der aktuellen Attitüde in deutschen Unternehmen:
- Fehlende Neugier: Er berichtet von Geschäftsführern, die Einladungen zu Forschungsreisen nach China ablehnen, während China in Bereichen wie Robotik und „Dark Kitchens“ (automatisierte Küchen) längst die Marktführerschaft übernimmt. * Energiewende als Chance: Er sieht in der Kombination aus Solarenergie und Batterietechnologie (z. B. Natrium-Ionen-Batterien) eine gewaltige Chance, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu beenden.
- Robotik statt nur Automobil: Deutschland sollte seine Kernkompetenz in der Präzisionsmechanik nutzen, um massenhaft Roboter zu bauen, anstatt sich nur auf das Auto zu konzentrieren.
4. Die 7 entscheidenden Fähigkeiten für die Zukunft
Thomsen gibt angehenden Ingenieuren sieben Kernkompetenzen mit auf den Weg:
- Neugier: Die Energie, Dinge verstehen zu wollen.
- Systemisches Denken: Zusammenhänge statt Einzelteile optimieren.
- Urteilskraft: Signale von Rauschen trennen.
- KI-Kompetenz: KI als Denk- und Sparringspartner nutzen.
- Interdisziplinäre Übersetzung: Komplexe Themen verständlich vermitteln können.
- Umsetzungskraft: Mehr Piloten und Prototypen, weniger PowerPoint.
- Verantwortung & Haltung: Technik mit einem inneren Kompass gestalten.
Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
1h 7min 39s
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