23.04.2026

«Völkerrecht mit Füssen getreten»: Harald Kujat über den Iran-Krieg und die Zerstörungswut der USA

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1. Bewertung des Krieges und des Völkerrechts

  • Kujat bezeichnet den Krieg als „völlig überflüssig“ und charakterisiert ihn als Angriffskrieg zweier Nuklearstaaten (USA und Israel) gegen einen Staat ohne Nuklearwaffen [02:16].
  • Er kritisiert massiv, dass das Völkerrecht „mit Füßen getreten“ werde, insbesondere durch die Zerstörung ziviler Infrastruktur und den Tod von Zivilisten, wie etwa bei einem Angriff auf eine Mädchenschule [15:51, 16:37].

2. Strategische Analyse

  • Iranische Strategie: Kujat bescheinigt dem Iran eine erfolgreiche „horizontale Eskalation“. Da der Iran militärisch unterlegen sei, habe er politisch Druck auf US-Stützpunkte in der Region ausgeübt und wirtschaftlich die Straße von Hormus instrumentalisiert [12:42, 13:36].
  • US-Strategie unter Trump: Er beschreibt Trumps Vorgehen als riskant und unvorhersehbar. Trump setze darauf, dass Dinge „irgendwie gelingen“, und halte sich die Definition eines Sieges offen, um jederzeit den Ausstieg verkünden zu können [11:52, 12:10].

3. Aktuelle Lage und Waffenstillstand

  • Der bestehende Waffenstillstand sei positiv, aber es sei unklar, ob er in einen stabilen Frieden mündet [02:45].
  • Die Kernfragen bleiben die nukleare Anreicherung im Iran und die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus. Kujat sieht hier durchaus Verhandlungsspielraum, etwa bei einer Begrenzung der Urananreicherung auf einen Zeitraum von 10 Jahren [04:12, 04:37].

4. Regionale und globale Risiken

  • Ein großer Weltkrieg sei weniger wahrscheinlich, da die Großmächte (inklusive Russland und China) ein Interesse an Stabilität hätten [08:26].
  • Dennoch bleibe das Eskalationspotenzial aufgrund der Interessen Israels (Sicherheit gegenüber der Hisbollah) und der Rolle der Türkei hoch [06:27, 07:39].
  • Wirtschaftlich seien die Folgen verheerend: Die Zerstörung von Lieferketten (z. B. für Helium oder Düngemittel) werde die Weltwirtschaft noch lange belasten [09:08, 09:30].

5. Die Rolle Europas und der Schweiz

  • Europa habe sich als politisch kraftlos erwiesen und sei im mittleren Osten lediglich „Zuschauer“, da es schon auf dem eigenen Kontinent (Ukraine-Konflikt) keinen Frieden stiften konnte [20:35, 21:11].
  • Der Schweiz empfiehlt Kujat, ihre traditionelle Rolle als neutraler Gastgeber für Friedensverhandlungen weiterhin intensiv wahrzunehmen [22:20].

Kernbotschaft: Kujat plädiert leidenschaftlich für eine Rückkehr zu zivilisatorischen Normen und zum humanitären Völkerrecht, um Kriege in ihren Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung zu begrenzen [19:26].

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
22min 47s
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Erstellt: 25.04.2026 - 07:49  |  Geändert: 25.04.2026 - 07:49

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