19.02.2026

John Helmer: Kremls neue Strategie vor Genf – Wahnsinn im Nahen Osten

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Medienpräsenz

In diesem Interview analysiert der Russlandkorrespondent John Helmer die aktuellen geopolitischen Entwicklungen im Februar 2026, insbesondere die Verhandlungen in Genf und die Spannungen im Nahen Osten.

Inhaltsangabe mit Timestamps

  • Verhandlungen in Genf und interne russische Konflikte [00:03]
    • Am 17. Februar 2026 beginnen in Genf wichtige Gespräche zwischen Russland, dem Iran und den USA (vertreten durch Steve Witkoff und Jared Kushner) [00:30].
    • Helmer berichtet von einer Spaltung innerhalb der russischen Führung: Während das Außenministerium (Lawrow) und das Militär misstrauisch sind, setzt Präsident Putin auf den sogenannten „Dimitriev-Plan“ [01:36].
    • Dieser Plan sieht weitreichende wirtschaftliche Zugeständnisse an die USA vor, um Investitionen zurückzuholen und die russische Wirtschaft zu stabilisieren [01:53].
  • Der wirtschaftliche Spielzug: Die „Dimitriev-Wette“ [06:21]
    • Putin geht ein hohes Risiko ein, indem er auf eine Redolarisierung und Kooperation mit dem Trump-Team setzt [02:49].
    • Grund für diesen Kurs sind düstere Prognosen der russischen Zentralbank (Nabiullina), die im Risikoszenario einen Einbruch der Wirtschaft um bis zu 7% voraussagen [08:16].
    • Ziel ist es, die wirtschaftliche Lage vor den Parlamentswahlen im September 2026 zu verbessern [08:47].
  • Territoriale Fragen in der Ukraine [13:04]
    • Es wird über die Grenzen von „Neurussland“ debattiert. Während einige Hardliner Kiew oder Odessa fordern, scheint es einen Kompromiss für die bereits eroberten Gebiete (Donbass, Saporischschja, Cherson) zu geben [15:06].
    • Helmer betont, dass Russland kein Interesse an einer Besetzung der Westukraine hat, da dies zu einem ewigen terroristischen Widerstand führen würde [16:34].
    • Ein Hauptstreitpunkt bleibt die Tiefe der entmilitarisierten Zone (DMZ) und die künftige Bewaffnung der Ukraine [17:14].
  • Die Rolle Europas und die „Anchorage-Formel“ [24:05]
    • In Moskau wird den Europäern vorgeworfen, Friedensabkommen (die sogenannte Anchorage-Formel vom August 2025) zu sabotieren [28:55].
    • Helmer sieht jedoch keine strategische Abspaltung Europas von den USA; in der Frage der Niederlage Russlands herrsche weitgehend Konsens [32:00].
  • Wirtschaftskrieg und Ölmarkt [34:32]
    • Die USA versuchen, Indien und China vom Kauf russischen Öls abzubringen [35:35].
    • Helmer erklärt die Mechanismen des Preisdrucks: Wenn Indien weniger kauft, steigen die Preisabschläge für russisches Öl massiv an, was den russischen Haushalt gefährdet [37:50].
    • Es droht eine Eskalation des „Seekriegs“ gegen die russische Tankerflotte [39:39].
  • Eskalation im Nahen Osten und das Verhältnis zum Iran [44:05]
    • Russland sieht einen Regimewechsel im Iran als strategische Bedrohung [44:30].
    • Es gibt jedoch historisches Misstrauen zwischen Moskau und Teheran. Der Iran strebt nach militärischer Autarkie, um nicht von russischen „Kill Switches“ (Abschaltmechanismen für Waffensysteme) abhängig zu sein [45:49].
    • Helmer verweist auf Syrien als Beispiel, wo Russland Luftabwehrsysteme deaktivierte, um israelische Angriffe zu ermöglichen [52:55].
    • Trotzdem hat der Iran laut Experten wie Ted Postol mittlerweile eine ausreichende eigene strategische Abschreckung erreicht [54:35].
Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
56min 7s
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Erstellt: 20.02.2026 - 07:11  |  Geändert: 20.02.2026 - 07:11

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