Marwan Barghuthi (Jahrgang 1959) ist ein palästinensischer Politiker der Fatah und eine führende Persönlichkeit der palästinensischen Nationalbewegung. Er beteiligte sich an der Ersten Intifada, wurde 1987 von Israel ausgewiesen und kehrte nach dem Oslo-Abkommen 1994 in die palästinensischen Gebiete zurück. 1996 wurde er in den Palästinensischen Legislativrat gewählt und übernahm eine führende Rolle in der Zweiten Intifada. Israel verhaftete ihn 2002; ein israelisches Gericht verurteilte ihn 2004 wegen seiner Verantwortung für tödliche Anschläge zu fünfmal lebenslanger Haft und weiteren 40 Jahren. Barghuthi bestreitet die Legitimität des Verfahrens und gilt unter seinen Anhängern als Symbolfigur des palästinensischen Widerstands. Trotz seiner Inhaftierung wurde er 2006 erneut ins Parlament gewählt und setzt sich für eine Verständigung zwischen Fatah und Hamas ein. Seine Freilassung wird seit Jahren im Zusammenhang mit Gefangenenaustauschen diskutiert.

Die Interparlamentarische Union (IPU) stellte erhebliche Verstöße gegen internationale Rechtsstandards in Barghuthis Verfahren fest und kam zu dem Schluss, dass nicht von einem fairen Prozess gesprochen werden könne.

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