Ahmed al-Scharaa (Jahrgang 1982), früher vor allem unter seinem Kampfnamen Abu Muhammad al-Dscholani bzw. al-Golani bekannt, ist ein syrischer Politiker und ehemaliger islamistischer Rebellenführer und seit Januar 2025 Präsident Syriens. Er wurde in Riad als Ahmed Hussein al-Scharaa geboren; der Kampfname „al-Dscholani“ verweist auf die Golanhöhen, aus deren Gebiet seine Familie stammt. Al-Scharaa schloss sich nach der US-Invasion im Irak dschihadistischen Gruppierungen an und gehörte zeitweise al-Qaida im Irak an; ab 2012 führte er die syrische al-Nusra-Front, die als Ableger al-Qaidas entstand. 2016 brach seine Organisation formell mit al-Qaida, und 2017 ging sie in der von al-Scharaa geführten Hayat Tahrir al-Sham (HTS) auf, die anschließend große Teile der Provinz Idlib kontrollierte. Ende 2024 führte HTS die Rebellenoffensive an, die innerhalb weniger Tage Damaskus erreichte und zum Sturz Baschar al-Assads führte; al-Scharaa wurde zunächst faktischer Machthaber und am 29. Januar 2025 zum Präsidenten für die syrische Übergangsphase ernannt.
Seither versucht er, die frühere dschihadistische Ausrichtung hinter sich zu lassen, internationale Beziehungen wiederherzustellen und die verschiedenen bewaffneten Kräfte in staatliche Strukturen einzugliedern; zugleich steht seine Regierung wegen sektiererischer Gewalt und des Umgangs mit religiösen und ethnischen Minderheiten unter Beobachtung. Im Juli 2026 erklärte al-Scharaa zudem, Syrien strebe ein Sicherheitsabkommen mit Israel an, ohne seinen Anspruch auf die von Israel besetzten Golanhöhen aufzugeben. (22.08.2026)
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