Javier Milei (Jahrgang 1970) ist ein argentinischer Ökonom, Politiker und seit Dezember 2023 Präsident Argentiniens. Vor seinem Eintritt in die Politik arbeitete er als Wirtschaftswissenschaftler, Universitätsdozent und Chefökonom verschiedener Unternehmen und Thinktanks. Nationale Bekanntheit erlangte er seit den 2010er-Jahren als Fernsehkommentator, der die argentinische Wirtschaftspolitik, hohe Staatsausgaben und die politische Elite scharf kritisierte. 2021 zog er für seine Partei La Libertad Avanza in das argentinische Parlament ein; bei der Präsidentschaftswahl 2023 gewann er die Stichwahl gegen den peronistischen Kandidaten Sergio Massa.
Milei bezeichnet sich selbst als libertär und teilweise als „Anarchokapitalist“. Zu seinen politischen Kernforderungen zählen ein radikaler Abbau staatlicher Ausgaben, Deregulierung, Privatisierungen, Haushaltsdisziplin und eine marktwirtschaftliche Neuordnung der argentinischen Wirtschaft. Nach seinem Amtsantritt reduzierte er die Zahl der Ministerien deutlich und leitete ein umfassendes Spar- und Reformprogramm ein, das auf die Senkung der Inflation und des Haushaltsdefizits zielt. Seine Regierung meldete wirtschaftliche Stabilisierungserfolge, zugleich stießen die Kürzungen im Sozialbereich auf erhebliche Kritik.
Außenpolitisch orientierte sich Milei stärker an den USA, Israel und westlichen Partnern, sagte den geplanten BRICS-Beitritt Argentiniens ab und profilierte sich international als Verfechter wirtschaftlicher Freiheit. Gleichzeitig war seine Präsidentschaft von Kontroversen geprägt, darunter Konflikte mit Medien, diplomatische Spannungen und Untersuchungen rund um die Kryptowährung „Libra“. Bei den argentinischen Kongresswahlen 2025 erzielte seine Partei einen wichtigen Wahlerfolg, wodurch sich seine parlamentarische Position deutlich stärkte.
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