Ludwig Hirsch (1946–2011) war ein österreichischer Liedermacher, Schauspieler und eine der markantesten Stimmen des Austropop. Geboren in der Steiermark und aufgewachsen in Wien-Leopoldstadt, studierte er zunächst Grafik an der Hochschule für angewandte Kunst und absolvierte anschließend die Schauspielschule Krauss. Seine ersten künstlerischen Jahre verbrachte er vor allem auf Theaterbühnen, unter anderem am Theater in der Josefstadt in Wien sowie in Regensburg, Hamburg und Wuppertal. 

Ende der 1970er-Jahre begann Hirsch seine Karriere als Liedermacher und veröffentlichte 1978 das Album „Dunkelgraue Lieder“, das rasch zu einem prägenden Werk des österreichischen Musiklebens wurde. Seine Texte verbanden schwarzen Humor, Todesnähe, Einsamkeit und gesellschaftliche Beobachtung mit oft überraschend zarten oder melancholischen Melodien. Gerade dieser Kontrast zwischen musikalischer Schönheit und düsterem Inhalt wurde zu seinem unverwechselbaren Stilmerkmal. 

Zu seinen bekanntesten Liedern zählen „Komm großer schwarzer Vogel“, „Die Omama“, „Gel’, du magst mi“, „I lieg am Ruckn“ und „Der Dorftrottel“. Viele seiner Texte erzählen von Außenseitern, Ängsten, Kindheitserinnerungen, Tod und psychischer Verletzlichkeit. Dabei arbeitete Hirsch häufig mit Wiener Dialekt, makabrem Witz und einer sehr präzisen Figurenzeichnung. Seine Lieder gelten bis heute als außergewöhnliche Verbindung aus Chanson, Theater, literarischem Erzählen und Austropop. 

Neben seiner musikalischen Arbeit blieb Hirsch stets auch Schauspieler. Er wirkte in Theater-, Film- und Fernsehproduktionen mit und war durch seine Bühnenpräsenz bekannt. In den 1990er-Jahren füllte er mit aufwendig inszenierten Konzertprogrammen große Hallen in Österreich. Gleichzeitig trat er immer wieder in reduzierten Duo-Programmen mit seinem langjährigen musikalischen Begleiter Johann M. Bertl auf. 

Hirsch wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Amadeus Austrian Music Award und Ehrungen der Stadt Wien. Seine Alben erreichten Goldstatus, zugleich blieb er jedoch ein Künstler mit starkem Außenseiterimage. Viele jüngere österreichische Liedermacher und Musiker nennen ihn bis heute als wichtigen Einfluss. Auch Jahre nach seinem Tod wird sein Werk regelmäßig neu interpretiert und in Konzertabenden gewürdigt. 

Im November 2011 starb Ludwig Hirsch im Alter von 65 Jahren in Wien. Sein Tod löste in Österreich große öffentliche Resonanz aus. Sein Werk gilt bis heute als eines der eigenständigsten und literarisch dichtesten Kapitel des Austropop. 

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