Marvin Minsky (1927–2016) war ein US-amerikanischer Mathematiker, Informatiker und Kognitionswissenschaftler und gilt als einer der Begründer der Forschung zur künstlichen Intelligenz. Er studierte Mathematik an der Harvard University und promovierte an der Princeton University, bevor er ab 1958 am Massachusetts Institute of Technology (MIT) tätig war, wo er gemeinsam mit John McCarthy das AI-Labor gründete. Seine Arbeit war geprägt von einem interdisziplinären Ansatz, der Erkenntnisse aus Mathematik, Psychologie und Neurowissenschaften miteinander verband.
Bereits früh entwickelte Minsky technische und theoretische Grundlagen der KI, darunter den neuronalen Netzwerkrechner SNARC sowie Konzepte zur Modellierung von Lernprozessen und Intelligenz. Er formulierte zentrale Ideen zur Funktionsweise des menschlichen Denkens, insbesondere in seiner Theorie der „Society of Mind“, die Intelligenz als Zusammenspiel vieler einfacher Prozesse beschreibt. Neben seinen theoretischen Arbeiten war er auch als Erfinder tätig und entwickelte unter anderem Prinzipien, die später im konfokalen Mikroskop Anwendung fanden.
Minsky veröffentlichte zahlreiche einflussreiche Bücher und Beiträge zur künstlichen Intelligenz und zur Philosophie des Geistes und prägte die frühe Entwicklung des Fachgebiets maßgeblich. Er wurde vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem Turing Award im Jahr 1969, der als wichtigste Auszeichnung der Informatik gilt. Sein Wirken machte ihn zu einer zentralen Figur der KI-Forschung des 20. Jahrhunderts, auch wenn einige seiner Prognosen zur Entwicklung der künstlichen Intelligenz später als zu optimistisch bewertet wurden.
Wikipedia (DE): Marvin Minsky