Great Books Explained (Medienpräsenz)

15:00

Schon vor der Veröffentlichung von James Joyces „Ulysses“ gab es Ärger. Kurze Ausschnitte erschienen in einer Zeitschrift, und die US-Post weigerte sich, die Zeitschriften auszuliefern, da sie angeblich Pornografie enthielt, und verbrannte anschließend alle Exemplare.

Jeder Verleger, der über die Veröffentlichung von „Ulysses“ nachdachte, musste die Möglichkeit einer Strafverfolgung wegen Obszönität gegen die Möglichkeit abwägen, ein Meisterwerk zu veröffentlichen. Die meisten Verleger lehnten es ab, doch Sylvia Beach, Inhaberin der Buchhandlung Shakespeare and Co. in Paris, entschied, dass sich das Risiko lohnte, und 1922 erschien „Ulysses“ in Paris.

Der Roman ist bekanntermaßen schwer zu lesen und wird von vielen nie zu Ende gelesen. Doch er triumphierte über Kritik und Zensur und wurde zu einem der angesehensten Kunstwerke des 20. Jahrhunderts.

In „Ulysses“ passiert nicht viel: Zwei Männer irren durch Dublin, und eine Frau liegt im Bett und denkt: „Das war’s!“ Doch es sind die Erzählweise, die Sprache und der Humor, die ihn zu einem Meisterwerk machen.