Erwin Stranka (1935–2014) war ein deutscher Filmregisseur und Drehbuchautor, der vor allem für seine Arbeiten im DEFA-Studio für Spielfilme bekannt wurde. Er wurde in Kaaden in der damaligen Tschechoslowakei geboren; nach dem Zweiten Weltkrieg wurde seine Familie nach Halle (Saale) umgesiedelt. Stranka arbeitete zunächst als Statist am Theater des Friedens und begann ein Lehrerstudium, bevor er an die Theaterhochschule Leipzig wechselte und von 1953 bis 1959 Regie an der Filmfakultät der Akademie der musischen Künste in Prag studierte. Sein Abschlussfilm „Der General“ entstand 1959; 1962 realisierte er mit „Josef und alle seine Brüder“ seine erste eigene Produktion und 1963 seinen ersten Kinofilm. Nachdem sein Film „Verliebt und vorbestraft“ nach ideologischen Einwänden stark gekürzt wurde und weitere Projekte nicht genehmigt wurden, verließ Stranka zunächst die DEFA und arbeitete zeitweise im Lokomotivbau in Babelsberg, bevor er 1971 zur Filmproduktion zurückkehrte. In den 1970er- und 1980er-Jahren inszenierte er zahlreiche Spielfilme, darunter „Die gestohlene Schlacht“, „Susanne und der Zauberring“, „Sabine Wulff“ und „Der kleine Zauberer und die große Fünf“, später auch Kinder- und Gegenwartsfilme. Für seine Arbeiten erhielt er mehrere Auszeichnungen, darunter den Heinrich-Greif-Preis sowie den Kunstpreis des FDGB; 1980 wurde sein Film „Sabine Wulff“ beim Nationalen Spielfilmfestival in Karl-Marx-Stadt mit dem Publikumspreis „Großer Steiger“ ausgezeichnet. Nach einem Schlaganfall im Jahr 1990 zog er sich aus dem Filmgeschäft zurück und lebte später in Potsdam. 

Wikipedia (DE): Erwin Stranka