Ayatollah Ali Khamenei (Jahrgang 1939–2026) war ein iranischer schiitischer Geistlicher und Politiker, der von 1989 bis zu seinem Tod als Oberster Führer das politische und religiöse Oberhaupt der Islamischen Republik Iran war. Er wurde am 19. April 1939 in Mashhad geboren, studierte in Qom islamische Theologie und war in der Opposition gegen den Schah aktiv, bevor er in der Islamischen Revolution von 1979 zu den führenden Persönlichkeiten des neuen Regimes gehörte. Nach dem Tod seines Vorgängers Ruhollah Chomeini wurde Khamenei 1989 zum Obersten Führer gewählt, nachdem die Verfassung geändert worden war, um ihm trotz fehlender marjaʿ-Qualifikation dieses Amt zu ermöglichen. Als Supreme Leader hatte er die höchste Autorität im iranischen politischen System: Er bestimmte die allgemeinen Richtlinien der Islamischen Republik, setzte Oberbefehlshaber und hohe Beamte ein, beaufsichtigte die Streitkräfte, die Justiz und den Sicherheitsapparat und konnte Gesetze und Regierungspolitik maßgeblich beeinflussen; seine Entscheidungen standen über denen des Präsidenten und des Parlaments. Im religiösen System des Iran war er formal ein hochtiteliger schiitischer Geistlicher und galt für viele Gläubige als Autorität in Glaubensfragen, wenngleich sein Status als Marjaʿ al-Taqlid in schiitischen Theologiekreisen umstritten blieb; institutionell verband sein Amt weltliche Macht mit religiöser Legitimation im Rahmen der Doktrin der Velayat-e Faqih (Herrschaft des islamischen Rechtsgelehrten). Während seiner fast vier Jahrzehnte dauernden Führung konsolidierte Khamenei die Rolle der Revolutionsgarden als zentrale Machtinstitution, formte die iranische Außenpolitik um Anti-westliche und regionale Einflussstrategien und unterdrückte wiederholt politische Opposition und Massenproteste. Sein Einfluss reichte weit über die Regierung hinaus und prägte die politischen, Sicherheits- und Wirtschaftsstrukturen des Landes tiefgreifend.

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