Meinungsfreiheit unter der Brücke. Der EU-sanktionierte Journalist Hüseyin Doğru ist samt seiner Familie dem bürgerlichen Tod geweiht und von akuter Armut bedroht, weil er nicht genehme Meinungen publizierte — Europa ist in voraufklärerische Zeiten zurückgefallen. Von Nicolas Riedl Manova 04.04.2026
Sippenhaft? Sanktionen treffen auch Familie des Journalisten Doğru
Vernichtung durch EU-Sanktionen: Seit zehn Monaten ist der Berliner Journalist Hüseyin Doğru vom Zahlungsverkehr abgeschnitten. Der deutschen Zollbehörde reicht das nicht. Auf ihre Anweisung sperrte die Commerzbank nun auch die Konten seiner Ehefrau. Mitbetroffen sind ihre drei Kinder. Seit fast einem Jahr überlebt der Journalist Hüseyin Doğru nur dank fremder Hilfe. Zum Verhängnis war dem deutschen Staatsbürger seine "propalästinensische" Berichterstattung geworden. Im Mai 2025 landete er auf der EU-Sanktionsliste. Er darf kein Konto mehr nutzen, keine Miete zahlen, nicht arbeiten, nicht einkaufen. Doch die deutsche Gründlichkeit kennt keine Grenzen: Weil seine Frau ihn nicht verhungern lassen wollte, ließ die Zollbehörde nun auch ihre Konten sperren. Mitbetroffen sind ihre drei Kinder, darunter Zwillinge im Säuglingsalter. Nun droht der Familie wohl sogar die zwangsweise Kindesentziehung.Von Alexandra Nollok RT DE 31 03.2026
Wie ein linker Journalist auf der EU-Sanktionsliste landete
Auf einer Veranstaltung wurde über mögliche Folgen der Maßnahmen gegen Hüseyin Doğru und das Portal »Red Media« diskutiert. Welche Folgen hat der Vorwurf, russische Propaganda zu verbreiten? Und macht man sich jetzt strafbar, wenn man etwa dem Journalisten Hüseyin Doğru einen Tee oder einen Kaffee spendiere? Diese Frage wurde auf einer gut besuchten Veranstaltung in der »Maigalerie« der Tageszeitung »Junge Welt« am Donnerstagabend nicht nur scherzhaft diskutiert. Die Zusammenkunft stand unter dem polemischen Titel »EU-Wahrheitsregime kontra Pressefreiheit«. Thematisiert wurde, dass von den Russland-Sanktionen der EU seit dem 20. Mai auch drei Journalist*innen mit deutscher Staatsbürgerschaft betroffen sind: die in Russland lebenden Blogger*innen Alina Lipp und Thomas Röpker sowie der in Deutschland lebende Doğru, der türkisch-kurdische Wurzeln hat. Konkret hat das 17. Sanktionspaket des EU-Rates Reiseverbote, das Einfrieren von Vermögenswerten und das Verbot der Bereitstellung von Finanzmitteln oder anderen wirtschaftlichen Ressourcen zur Folge. Von Peter Nowak Neues Deutschland 04.07.2025,

