Hussain, Murtaza (Autor)

Murtaza Hussain

Die Veröffentlichungen rund um die E-Mails von Jeffrey Epstein, die teilweise von der Regierung offengelegt und teilweise durch Leaks zugänglich wurden, enthüllen weitreichende Verbindungen Epsteins zu den höchsten Ebenen der globalen Politik, Wirtschaft und Geheimdienste. Die Diskussion in den Quellen legt nahe, dass die mediale Fokussierung auf schmutzige oder politisch peinliche Details eine bewusste Strategie ist, um von den folgenschwereren, geopolitischen Aspekten abzulenken.

I. Quellen der E-Mails und die Strategie der Offenlegung

Die Informationen stammen aus verschiedenen Archiven:

  1. Geleakte E-Mails: Ein Großteil der Berichterstattung basiert auf E-Mail-Leaks, die auf der Website Distributed Denial of Secrets (eine Art Nachfolger von Wikileaks) veröffentlicht wurden. Diese E-Mails wurden vor einigen Jahren von einer propalästinensischen Hackergruppe gehackt.
  2. Ehud Barak-Archiv: Viele der Geschichten basieren auf den Interaktionen zwischen Epstein und dem ehemaligen israelischen Premierminister Ehud Barak aus der Zeit von 2013 bis 2016. Es besteht der Verdacht, dass diese Hacks Teil eines anhaltenden Hacker-Krieges zwischen israelischen Geheimdiensten waren.
  3. Regierungsoffenklegungen: Die Regierung hat Dokumente veröffentlicht, die Epsteins persönliche Kalender und weitere E-Mails enthalten.

Die Art und Weise, wie die Informationen veröffentlicht werden, wird als „Limited Hangout“ bezeichnet, ein Begriff aus der Kunst der Geheimdiensttaktik. Dabei wird Transparenz nur teilweise gewährt, um bestimmte Teile der Geschichte zu behandeln und andere, wichtigere Aspekte (insbesondere Epsteins Verbindungen zum Geheimdienst und zur Politik) bewusst zu unterdrücken. Die Dokumente wurden absichtlich so veröffentlicht, dass sie schwer zu durchschauen sind.

II. Globale und Elitäre Verbindungen

Epstein war ein unglaublich gut vernetzter Mensch und die E-Mails beweisen, dass er selbst nach seiner Verurteilung wegen Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution keinerlei Ansehen in der Welt der höchsten politischen und finanziellen Macht verlor.

  • Kontakte der Mega-Elite: Er hatte ständigen Kontakt zu Peter Thiel, Larry Summers, Weltführern und Führungskräften aller großen Banken.
  • Globale Reichweite: Er verfügte über gute Verbindungen in Afrika, Zentralasien, dem Nahen Osten, Russland und Europa.
  • Tätigkeitsfelder: Er nutzte diese Verbindungen, um geopolitische Ziele für bestimmte Länder sowie wirtschaftliche und politische Ziele zu erreichen. Er war so sehr mit Diplomatie und Geschäftsabschlüssen auf der ganzen Welt beschäftigt, dass man sich kaum vorstellen kann, wie er die Zeit für Sexhandel fand.
  • Korruption und Transnationale Elite: Die Verdorbenheit Epsteins und die Tatsache, dass die globale Elite seine Verurteilung ignorierte, beleuchtet die tiefe Verdorbenheit jener, die die Welt regieren. Es besteht die Wahrnehmung, dass die Herrschaft nicht mehr von nationalen Eliten, sondern von einer globalen, internationalen, transnationalen Elite ausgeübt wird, die weit entfernt von den Beherrschten agiert. Diese Gemeinschaft ist relativ klein und hält sich für straffrei.

III. Verbindungen zu Israel und Geheimdienstaktivitäten

Die Quellen beleuchten Epsteins tiefgreifende, aber komplexe Beziehungen zum israelischen Sicherheitsapparat:

  • Zusammenarbeit mit Ehud Barak: Die E-Mails belegen Baraks Interaktionen mit Epstein. Sie arbeiteten gemeinsam an Projekten, um israelische Technologie-, Überwachungs- und Militärunternehmen weltweit zu fördern und Hinterzimmerdiplomatie zu betreiben, die Epstein im Namen Israels aufbauen sollte.
  • Machtdynamik: Die Machtdynamik in der Beziehung schien eindeutig zugunsten von Epstein zu sein. Barak bat Epstein um Hilfe und versuchte, dessen Aufmerksamkeit zu erregen, um Hilfe beim Geldverdienen zu bekommen.
  • Epstein als Koordinator: Es wird spekuliert, dass Epstein nicht der Angestellte eines Staates war, sondern jemand, der über diesen Staaten stand und die Koordination zwischen einer transnationalen kriminellen Organisation von Eliten übernahm. Er sei kosmopolitischer gewesen als andere pro-israelische Milliardäre, mit tiefen Verbindungen zu arabischen Ländern, Afrika, Europa, und den USA.
  • Interessenkonflikt: Die Nutzung israelischer Ressourcen und staatlicher Unternehmen durch Epstein und Barak diente den eigenen Interessen dieses privaten Netzwerks und nicht unbedingt dem Nutzen der Israelis an sich.

IV. Politisch brisante Details (Trump)

Die Veröffentlichungen enthalten auch Details, die den ehemaligen Präsidenten Donald Trump politisch in Verlegenheit bringen könnten, obwohl diese als Ablenkungsmanöver betrachtet werden.

  • Virginia Giuffre: Jeffrey Epstein behauptete, Virginia Giuffre, eines der Hauptopfer, habe viel Zeit zusammen mit Donald Trump in Epsteins Haus verbracht.
  • Erpressungsszenario gegen Trump: E-Mails zeigen, dass der Journalist Michael Wolf mit Epstein darüber sprach, wie er Informationen über Trumps Wissen nutzen könnte, um ihn im Grunde zu erpressen und Einfluss auf ihn zu gewinnen oder Epstein zu helfen.
  • Vertuschungsversuche: Trump explodierte vor Wut, als er im Weißen Haus direkt gefragt wurde, ob Epstein mit ausländischen Geheimdiensten zusammengearbeitet habe. Die Aggressivität, mit der Trump die Akten verbirgt, nährt den Verdacht, dass die Dokumente Dinge enthalten, die er nicht öffentlich machen will, einschließlich möglicher Geheimdienstverbindungen oder Erwähnungen seiner Freunde.

V. Erpressung und deren Plausibilität

Die sexuelle Erpressung von hochrangigen Personen ist ein sehr häufiger Bestandteil der hochrangigen Geopolitik.

  • Obwohl keine direkten Beweise dafür vorliegen, dass Epstein Menschen erpresst hat, wird dies als sehr plausibel angesehen.
  • Oftmals wäre Erpressung jedoch überflüssig gewesen. Epstein bot den Menschen die Chance, reich zu werden, Spaß zu haben und Teil der pulsierenden Gesellschaftsszene zu sein. Beispielsweise wollte Barak reich werden und wusste, dass Epstein ihm Türen öffnen konnte.
  • Die Verwendung sexueller Erpressung als Instrument der politischen Kontrolle wird durch starke Indizien gestützt, ist aber ein Thema, das in den Medien kaum aufgedeckt werden möchte, da die Elitemedien selbst Teil dieser transnationalen Elite sind und enge Beziehungen zu vielen dieser Personen unterhalten.