Westend Verlag (Medienpräsenz)

50:23

Wer entscheidet heute eigentlich, was als Wahrheit gilt – und was als „Desinformation“ aussortiert wird?

Norbert Häring zeichnet das Bild eines digitalen Netzwerks aus NGOs, Faktencheckern und staatlich geförderten Akteuren, das immer stärker Einfluss auf öffentliche Debatten nimmt. Kritische Stimmen werden markiert, Reichweiten eingeschränkt und gesellschaftliche Ausgrenzung zunehmend zum politischen Instrument.

Handelt es sich um legitimen Schutz vor Manipulation – oder um eine neue Form der Meinungskontrolle?

Zeitmarken

1. Einstieg: Persönlicher Hintergrund und ökonomischer Perspektivwechsel

  • 00:05 – Vorstellung des eigenen Werdegangs und Rolle in der BSW‑Grundwertekommission
  • 00:27 – Abkehr von neoklassischer Volkswirtschaftslehre
  • 00:51 – Entstehung der Bücher „Markt und Macht“ und „Endspiel des Kapitalismus“

2. Die Grundthese des „Wahrheitskomplexes“

  • 01:36 – Definition eines staatlich‑privaten Wahrheitskomplexes
  • 02:15 – Rolle von NGOs, Stiftungen und Universitäten
  • 02:52 – These: Auslagerung von Einschränkungen der Meinungsfreiheit
  • 03:22 – Beginn seit 2014 im Kontext geopolitischer Konflikte

3. Propagandakrieg und hybride Kriegsführung

  • 03:41 – Krieg um öffentliche Meinung
  • 04:14 – Militär, Geheimdienste und Politik
  • 04:48 – Übergang zum Kapitel über Faktenchecker

4. Faktenchecker und digitale Plattformen

  • 04:56 – Facebook, TikTok und Plattformmoderation
  • 05:37 – Meldestellen, Wissenschaftszentren und Werbeboykotte
  • 06:34 – Faktenchecker als Grundlage des Systems
  • 06:53 – Rolle des Atlantic Council

5. Wahrheit, Narrative und Mediensteuerung

  • 08:11 – Atlantic Council über Wahrheit und Macht
  • 09:03 – Narrative statt objektiver Wahrheiten
  • 09:46 – Wie Faktenchecks Reichweite beeinflussen
  • 10:42 – Einfluss auf DPA und Nachrichtenagenturen

6. Deutschland: Entstehung des Wahrheitskomplexes

  • 11:27 – Heiko Maas, Amadeu Antonio Stiftung und Facebook
  • 12:14 – Definition von Hass, Hetze und Antisemitismus
  • 13:27 – NetzDG, Korrektiv und ARD‑Faktenfinder

7. EU‑Ebene: Netzwerke gegen Desinformation

  • 14:21 – SOMA und europäische Faktencheck‑Netzwerke
  • 15:30 – Kooperation von NGOs und Behörden
  • 17:09 – EU‑Verhaltenskodex gegen Desinformation
  • 18:00 – ETMO und Fragen der Unabhängigkeit
  • 19:01 – Lizenzierung von Faktencheckern

8. Der Digital Services Act (DSA)

  • 20:10 – DSA als Kerninstrument der Regulierung
  • 20:51 – Trusted Flagger und Risikoberichte
  • 21:21 – Konflikte mit Plattformen wie X
  • 22:06 – Echtzeitzugriff für Forscher und NGOs
  • 22:35 – „Schädliche Inhalte“ und Risikominimierung
  • 24:26 – Shadow Banning und Vorwurf versteckter Zensur

9. NATO, Geheimdienste und der Ursprung 2014

  • 26:03 – Militärische Dimension des Wahrheitskomplexes
  • 26:26 – Ukrainekrise 2014 als Ausgangspunkt
  • 28:04 – NATO Stratcom Centre in Riga
  • 29:42 – Zusammenarbeit von Militär, Polizei und NGOs

10. Internationale Faktenchecker‑Netzwerke

  • 30:23 – Faktenchecker‑Gipfel 2014
  • 31:27 – International Fact‑Checking Network
  • 31:45 – EU East Stratcom Task Force
  • 32:01 – Hybridzentrum Helsinki

11. Geheimdienste, Plattformen und Atlantic Council

  • 32:37 – Informationsweitergabe durch Geheimdienste
  • 34:31 – NGOs als Frühwarnsystem
  • 36:00 – Kooperation Facebook–Atlantic Council
  • 36:42 – US‑Geheimdienste und Big‑Tech‑Plattformen

12. Transatlantische Netzwerke und politische Steuerung

  • 38:10 – Vernetzung von Journalisten, Politik und NGOs
  • 40:21 – Empfehlungen an Plattformen und Regierungen
  • 41:40 – Militärkonferenz 2018 und „schädliche Inhalte“
  • 42:45 – Warum Plattformregulierung politisch attraktiver sei

13. Vertrauen, Desinformation und Sicherheitslogik

  • 44:07 – Warum Militärs Desinformation als Sicherheitsfrage sehen
  • 45:09 – Vertrauensverlust und staatliche Handlungsfähigkeit
  • 46:11 – Legitime Kritik versus ausländische Einflussnahme

14. Schluss: Gegenmaßnahmen und politische Folgen

  • 46:50 – DISARM‑Framework von USA und EU
  • 47:44 – EU‑Strategie 2024–2029
  • 48:26 – Kritik an Polarisierung zwischen links und rechts
  • 49:09 – Plädoyer für offene Debatten

2:19

Wenn politische Rhetorik immer stärker von Konfrontation geprägt ist, sind Stimmen unverzichtbar, die Verständigung ins Zentrum rücken. Klaus von Dohnanyi und Erich Vad betrachten die aktuelle Lage mit analytischer Schärfe und strategischer Tiefe. Sie erinnern an etwas, das allzu oft übersehen wird: Diplomatie ist nicht Schwäche, sondern Pflicht und Ausdruck von Stärke. Ihr Denken ist auf Lösungen ausgerichtet – denn Frieden entsteht nicht durch Eskalation, sondern durch Dialog, Verhandlungen und den Mut zu politischer Klugheit. Ihr Gespräch lädt dazu ein, sich auf das Wesentliche zu besinnen: Gesprächsbereitschaft, Augenmaß und Verantwortung. Die Gefahr einer weiteren Eskalation ist real – und wächst. Darum ihr klarer Appell: Mehr Diplomatie!

29:33

Die Dokumentation:

„Gorbatschow und Gödelitz – Frieden"

Mitten im Kalten Krieg gelang es Michail Gorbatschow, Verträge zur atomaren Abrüstung und Rüstungskontrolle zu schließen. In der Sowjetunion leitete er mit Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) einen noch nie dagewesenen Reformprozess ein. Ohne ihn wäre es 1989 nicht zur Wiedervereinigung Deutschlands gekommen. Michail Gorbatschow hat der Welt gezeigt, dass Frieden möglich ist – nicht durch massive Aufrüstung und der Schaffung immer neuer Feindbilder, sondern durch Diplomatie, Annäherung, Verständnis und Vertrauen.

Zum Filminhalt: Die Dokumentation porträtiert die Familie Schmidt-Gödelitz, die nach der Wiedervereinigung ihr Gut zurückgekauft und daraus eine Begegnungsstätte aufgebaut hat und begleitet einen Gorbatschow-Abend, den die Journalistin Bettina Schaefer, Herausgeberin des preisgekrönten Buchs: MICHAIL GORBATSCHOW – WIE ER UNSER LEBEN VERÄNDERTE, zusammen mit der Journalistin und Bestsellerautorin Gabriele Krone-Schmalz auf Gut Gödelitz gestaltete. Originalaufnahmen aus den 80er Jahren geben einen Eindruck der damaligen Aufbruchstimmung.

5:56

Im letzten Jahrhundert galt der Mensch als Herr seiner selbst: Er konnte bestehende Herrschaftsformen abstreifen und neue politische Ordnungen aus eigener Kraft schaffen. Dieses Menschenbild befindet sich heute zunehmend auf dem Rückzug. An seine Stelle tritt immer stärker ein transhumanistisches Verständnis des Menschen, das ihn vor allem über seine Mängel definiert – und eine politische Ordnung anstrebt, die diese Mängel technisch, biologisch oder gesellschaftlich überwinden soll.

1:09:36

Wie offen ist unsere Debattenkultur wirklich – wenn bestimmte Positionen gar nicht mehr ausgesprochen werden können, ohne sofort ausgegrenzt zu werden?

Der Begriff „Russlandversteher“ steht heute nicht mehr für Differenzierung, sondern für Stigmatisierung. Wer versucht, komplexe Zusammenhänge zu erklären oder diplomatische Lösungen ins Spiel bringt, gerät schnell unter Verdacht.

Doch kann man über Krieg, Frieden und internationale Politik ernsthaft sprechen, ohne zu verstehen, wie es überhaupt zu Konflikten kommt?

Dieses Video stellt unbequeme Fragen: über den Zustand unserer politischen Kultur, über mediale Narrative – und über die Grenzen des Sagbaren in einer Zeit, in der es eigentlich mehr denn je um Verständigung gehen müsste.

Zeitmarken

  • Warnung vor Fake-Videos: Zu Beginn stellt Krone-Schmalz klar, dass aktuell KI-generierte Fake-Videos von ihr kursieren, und verweist auf ihre offizielle Webseite als authentische Quelle 00:00:23.
  • Kritik an der NATO-Osterweiterung: Sie bezeichnet die Erweiterung der NATO nach Osten als einen der größten Fehler seit dem Zweiten Weltkrieg, da Russland dadurch sicherheitspolitisch nicht einbezogen, sondern isoliert wurde 00:03:54.
  • Vorgeschichte des Ukraine-Konflikts: Krone-Schmalz thematisiert die Rolle westlicher Geheimdienste und Waffenlieferungen bereits vor Februar 2022. Sie betont, dass Russland Sicherheitsgarantien angemahnt hatte, die vom Westen nicht ernst genommen wurden 00:07:58.
  • Realitätscheck der Sanktionen: Sie führt aus, dass Russland international keineswegs isoliert sei (Hinweis auf BRICS) und dass die Sanktionen Deutschland wirtschaftlich stärker schaden würden als Russland 00:18:21.
  • Analyse von Feindbildern: Die Referentin kritisiert eine zunehmende "Moralisierung" der Politik und die mediale Stimmungsmache, die eine faktenbasierte Debatte verhindere 00:24:25.
  • Chancen für Diplomatie: Krone-Schmalz erinnert an die abgebrochenen Friedensverhandlungen in Istanbul kurz nach Kriegsbeginn und plädiert leidenschaftlich für das Prinzip "Wandel durch Annäherung" nach dem Vorbild von Egon Bahr 00:43:00.
  • Verantwortung des Einzelnen: Zum Abschluss zitiert sie Schopenhauer und ruft dazu auf, als mündige Bürger nicht widerspruchslos alles hinzunehmen 01:08:17.

15:17

Die junge Generation gilt als passiv, angepasst und unpolitisch. Doch dieser Eindruck täuscht. Unter der Oberfläche wächst eine neue Kraft heran – kritisch, wach und bereit, alte Strukturen infrage zu stellen.
Simon Hoffmann erklärt, warum die Jugend mehr ist als nur eine Generation im Wartestand Sie ist der Motor gesellschaftlicher Veränderung. In seinem Manifest analysiert er den Generationenkonflikt, die Ursachen der Entfremdung – und die Vision einer neuen Zukunft.

Warum fühlt sich die Jugend überhört?
Was treibt ihren Widerstand an?
Und welche Rolle wird sie in den kommenden gesellschaftlichen Umbrüchen spielen?

56:39

"Putin steht kurz vor Berlin" und "Trump lässt die Europäer im Stich". Mit diesen Argumenten bläst der deutsche Mainstream zur Kriegsertüchtigung. Aber was steckt eigentlich dahinter? Wie steht es um die deutschen Beziehungen zu den USA wirklich? Welchem Zweck dient die Aufrüstung, und wer trägt die Kosten?

Jens van Scherpenberg tritt der gegenwärtigen Kriegstüchtigkeitspropaganda entschieden entgegen. Seine These: 
Deutschland, wirtschaftliche Führungsmacht Europas, nutzt den Ukrainekrieg, um nun auch die stärkste Militärmacht in einer souveränen Großmacht EU zu werden. Er deckt die Interessen auf, die die Außenpolitik der Bundesrepublik seit ihrer Gründung beherrschen. Und er plädiert dafür, sich der Vereinnahmung in das große nationale "Wir" zu verweigern.

7:34

Bereits vor über 20 Jahren erklärte der "SPIEGEL", dass es eine "Revolutions-GmbH" gibt, und Regierungsputsche gezielt von außen gesteuert und finanziert werden. Diese Techniken funktionieren bis heute, und sie haben viel Leid hervorgebracht.

Während sich der Krieg in der Ukraine zuspitzt, nimmt nicht nur die Gefahr einer militärischen Eskalation zu. Auch die Propagandaschlacht wird von allen Konfliktparteien erbittert und mit den modernsten Manipulationswaffen geführt. Von russischer Seite wird immer wieder die Karte einer möglichen atomaren Konfrontation ausgespielt. Der Westen versucht dagegen, diese Gefahr als gering darzustellen.

Dabei gerät ein Aspekt ins Hintertreffen: bereits seit Ende des 2. Weltkrieges simulieren sowohl die USA, Großbritannien und Russland als auch die NATO immer wieder einen möglichen, atomaren Konflikt der Großmächte. Doch über die katastrophalen Folgen einer solchen Konfrontation wird öffentlich kaum gesprochen, obwohl diese Übungen meist von einer vollständigen Zerstörung Deutschlands und weiterer Länder Europas ausgehen.