23:30

Der CFA-Franc in Teilen Zentral- und Westafrikas ist eine aufgezwungene Währung - und zugleich eines der sichtbarsten Symbole des französischen Kolonialismus. Im Gegensatz dazu repräsentieren lokale Währungen die Fähigkeit der Bürger, eine Währung zu wählen und zu steuern, die ausschließlich zu ihrem Vorteil ist.

52:51

Zum 125. Jahrestag des Boxerprotokolls erzählt die Dokumentation "Der Boxerkrieg – Das Ende des chinesischen Kaiserreichs" vom Aufstand chinesischer Bauern gegen ausländische Kolonialmächte, darunter Frankreich und Deutschland. Seltene Bildquellen zeigen einen Krieg, der von extremer Gewalt geprägt war und der im Westen – anders als in China – weitgehend vergessen ist.

Die Dokumentation erzählt vom Boxerkrieg und beleuchtet dabei auch die Rolle des Deutschen Reiches, das den Konflikt zur Bühne imperialer Ambitionen machte. Befeuert unter anderem durch die berüchtigte "Hunnenrede" Kaiser Wilhelms II. kamen am Ende über 100.000 Menschen ums Leben, vor allem chinesische Zivilisten.
Am Ende der Eskalation steht das Boxerprotokoll von 1901 (Xinchou-Vertrag), das China zu Reparationszahlungen, politischen Zugeständnissen und symbolischer Demütigung verpflichtete. Eine zentrale Forderung war die sogenannte "Sühnemission" des 18-jährigen Prinzen Chun nach Deutschland – geprägt von Machtungleichgewicht, rassistischen Vorstellungen der "Gelben Gefahr" und tiefen kulturellen Missverständnissen.
Die ARTE-Geschichtsdokumentation von Minh An Szabó de Bucs und Grit Lederer zeigt mit Unterstützung namhafter Historiker und Expertinnen, wie leicht Konflikte eskalieren, wenn zivilisatorische Normen missachtet werden – und wie stark der Boxerkrieg das Verhältnis zwischen China und der westlichen Welt bis heute prägt.

Dokumentation von Minh An Szabó de Bucs und Grit Lederer (D 2026, 52 Min)

46:47

Der erste Teil der Dokumentationzeigt, wie die Ungleichheiten im Steuersystem im vergangenen halben Jahrhundert langsam, aber stetig zunahm. Einige Vermögende entwickelten unter US-Präsident Ronald Reagan die "Trickle-down-Theorie" und ließen die Welt glauben, dass ihre Steuererleichterungen im Laufe der Zeit auch dem Allgemeinwohl zugutekämen.

Die Superreichen stehen im Visier von Politik und Öffentlichkeit. In Kanada, Großbritannien, Spanien, Frankreich und Deutschland wird über Reichensteuern diskutiert. Dabei stellt sich überall dasselbe heraus: Die Vermögendsten zahlen nicht ihren gerechten Anteil. Sie senken seit rund 40 Jahren Schritt für Schritt ihre Steuern und machen sich alle Lücken im System zunutze.
Überdies etablierten sie ein Narrativ, demzufolge eine Reichensteuer eine Gefahr für die Wirtschaft darstelle – eine Theorie, die in den USA unter Präsident Ronald Reagan entstand und seitdem von Politikern, Politikerinnen und Medienhäusern im Besitz von Milliardären verbreitet wird. Das Ergebnis: Innerhalb von 20 Jahren versechsfachte sich das Vermögen der Superreichen, während ihr Steuersatz gleichzeitig in den Keller ging. Damit stellt sich heute zwangsläufig die Frage: Wer kontrolliert die Einhaltung der Spielregeln?

Dokumentation von Thomas Lafarge (F 2024, 47 Min)
Verfügbar bis zum 09/02/2027

Hier geht's zur zweiten Folge: Millionäre kämpfen für Gerechtigkeit | Tax me (if you can!) (2/2) | ARTE

46:20

Wer kämpft für mehr Steuergerechtigkeit? Der Wirtschaftswissenschaftler Gabriel Zucman ist der Held einer Bewegung, die in den USA ihren Anfang nahm. Einige Millionäre schlossen sich ihm an, um Staaten und Institutionen von der Notwendigkeit einer Reform für die Besteuerung der Superreichen zu überzeugen. Davon erzählt der zweiteTeil der Dokumentation "Tax me (if you can!)".

Die Superreichen stehen im Visier von Politik und Öffentlichkeit. In Kanada, Großbritannien, Spanien, Frankreich und Deutschland wird über Reichensteuern diskutiert. Der zweite TeilderDokumentation "Tax me (if you can!)" blickt auf eine neue Steuergerechtigkeitsbewegung. Sie besteht einerseits aus Wirtschaftswissenschaftlern um den Franzosen Gabriel Zucman, der ein neues Steuerkonzept für Superreiche entwickelte. Andererseits gehören ihr auch politisch engagierte Millionäre, wie die US-Amerikanerin Abigail Disney, die Österreicherin Marlene Engelhorn und der Franzose Guillaume Rambourg, an. Ihr Anliegen: Sie fordern höhere Steuern, um einen gerechten Beitrag zum Gemeinwesen zu leisten.
Vom G20-Gipfeltreffen über die Europäische Kommission und die französische Nationalversammlung bis zum US-Senat mischen sich diese "Steuerrebellen" in die öffentlichen Debatten ein. Ihr Slogan ist so einfach wie unmissverständlich: "Tax us now!".

Dokumentation von Thomas Lafarge (F 2026, 46 Min)
Verfügbar bis zum 09/02/2027

Hier geht's zur ersten Folge: Die Steuertricks der Superreichen | Tax me (if you can!) (1/2) | ARTE

26:38

Vor den Terroranschlägen des 11. Septembers stand das Datum für ein anderes, nicht weniger erschütterndes historisches Ereignis: Im Jahr 1973 stürzte das chilenische Militär mit der Unterstützung des US-Geheimdienstes die sozialistische Regierung, die Unidad Popular und den Präsidenten Salvador Allende. Die Bilder von Salvador Allende, angespannt und im Schutz seiner Leibwächter, gingen um die Welt. Wenige Stunden später nahm sich der sozialistische Präsident das Leben. Nach einem kurzen Moment der Fassungslosigkeit brach in mehreren europäischen Ländern eine anhaltende Mobilisierungswelle aus, an der sich linke Intellektuelle und Aktivisten beteiligten. Warum bestürzten die Ereignisse eines Landes mit nur neun Millionen Einwohnern die politische Linke in der ganzen Welt?

Dokureihe, Regie: Denis van Waerebeke (F 2020, 26 Min) 31/12/2027
 

12:33

Elon Musks Unternehmen SpaceX kontrolliert mit seinem Satellitennetzwerk Starlink über die Hälfte aller aktiven Satelliten im Erdorbit – und spielt damit eine zentrale Rolle im Ukrainekrieg. Für die ukrainischen Streitkräfte sind die Starlink-Satelliten unverzichtbar, um russische Truppen präzise zu orten. Und: Europa ist militärisch wie wirtschaftlich von den USA abhängig.

12:57

November 1918. Der Erste Weltkrieg endet, der Sozialdemokrat Friedrich Ebert wird erster Reichspräsident der Weimarer Republik. Er will einen Bürgerkrieg verhindern. Rosa Luxemburg, ebenfalls Sozialdemokratin, kämpft für eine radikale Revolution - und wird zu Eberts größter Feindin. 

52:52

Der Zweite Weltkrieg wird oft als eine europäische Geschichte erzählt. Doch ab 1941 wurde er mit dem Eintritt der Sowjetunion, der USA und Japans zu einem globalen Konflikt. Ein weniger eurozentrischer Blick zeigt unter anderem, warum Chinas Beitrag zur Niederlage Japans bis heute unterschätzt wird.
 

1:29:21

PFAS, die „Ewigkeitschemikalien“, sind ein globales Umwelt- und Gesundheitsrisiko – doch die Industrie leugnet die Gefahr. Die Substanzen stecken in beschichteten Pfannen, Outdoor-Bekleidung und Feuerlöschschaum. Sie sind krebserregend, reichern sich in der Umwelt an und belasten den menschlichen Körper. Der Dokumentarfilm zeigt Betroffene und Aktivisten, die für ein Verbot kämpfen.

Sie stecken in beschichteten Pfannen, wasserdichter Kleidung und Feuerlöschschaum – und mittlerweile in unserem Blut, im Trinkwasser und in der Luft: PFAS (per- und polyfluorierte Chemikalien/ʺper- and polyfluoroalkyl substancesʺ), die sogenannten Ewigkeitschemikalien. Was einst als technischer Fortschritt gefeiert wurde, entpuppt sich heute als eine der größten Umwelt- und Gesundheitsbedrohungen unserer Zeit. Einige dieser Substanzen gelten als krebserregend, andere stehen im Verdacht, das Hormonsystem zu stören oder das Immunsystem zu schwächen.
Der Dokumentarfilm begleitet Betroffene, Wissenschaftlerinnen und Aktivisten, die gegen diese unsichtbare Verseuchung kämpfen. In Italien wurden 2025 mehrere Manager eines PFAS-Zulieferers in einem aufsehenerregenden Prozess zu langen Haftstrafen verurteilt. Im südfranzösischen Salindres schloss der Chemiekonzern Solvay offiziell aus wirtschaftlichen Gründen sein Werk – doch Anwohner und ehemalige Mitarbeiter berichten von massiver Boden- und Grundwasserverschmutzung. In Baden-Württemberg hat die Stadt Rastatt die Wasserpreise erhöht, um teure Reinigungsverfahren zu finanzieren, und überwacht die Landwirtschaft streng, um weitere Kontaminationen zu verhindern.
Während in den USA seit Jahrzehnten juristisch gegen PFAS-Hersteller vorgegangen wird, hinkt Europa hinterher. Doch Bürgerinitiativen, kommunale Maßnahmen und neue Forschungsergebnisse erhöhen den Druck auf Politik und Industrie. Erste gesetzliche Schritte und strafrechtliche Konsequenzen lassen hoffen, dass besonders problematische PFAS bald verboten werden.
Doch selbst wenn die Produktion gestoppt wird: Die bereits freigesetzten Chemikalien belasten Böden, Gewässer und Lebewesen noch für Jahrhunderte – eine unbequeme Wahrheit, die der Film nicht verschweigt.

25:56

Über Jahrhunderte war Sklaverei eine zentrale Säule der Weltwirtschaft. Während sich Europa „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ auf die Fahnen schrieb, versklavten die Kolonialmächte auf der anderen Seite des Atlantiks Millionen Menschen auf Plantagen.Wurde Sklaverei wirklich wegen moralischer Bedenken beendet – oder brach das System erst zusammen, als es ökonomisch an Grenzen stieß?