Clara E. Mattei (Jahrgang 1988) ist eine italienische Wirtschaftswissenschaftlerin und Professorin für Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt auf politischer Ökonomie und Wirtschaftsgeschichte. Sie studierte in Pavia und Cambridge und promovierte im Rahmen eines internationalen Programms mit Bezug zu Pisa und Straßburg, wobei ihre Ausbildung von einer starken Ausrichtung auf heterodoxe ökonomische Ansätze geprägt ist. In ihrer wissenschaftlichen Laufbahn lehrte sie unter anderem an der New School for Social Research in New York und war Fellow am Institute for Advanced Study in Princeton.
Sie ist Professorin an der University of Tulsa und leitet dort das Center for Heterodox Economics (CHE). In ihrer Forschung beschäftigt sie sich insbesondere mit der historischen Entwicklung von Austeritätspolitiken, der Rolle staatlicher Finanzpolitik sowie den sozialen und politischen Implikationen wirtschaftspolitischer Entscheidungen. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Analyse der Entstehung und Durchsetzung von Sparpolitiken im frühen 20. Jahrhundert, insbesondere im Vereinigten Königreich und im faschistischen Italien, wobei sie untersucht, wie fiskalische Disziplinierungsmaßnahmen, Lohnpolitik und geldpolitische Strategien zur Stabilisierung ökonomischer Ordnungen eingesetzt wurden. Methodisch verbindet sie Makroökonomie, Wirtschaftsgeschichte und politische Theorie und analysiert die Rolle ökonomischer Expertise in staatlichen Entscheidungsprozessen.
Ihr Buch „The Capital Order: How Economists Invented Austerity and Paved the Way to Fascism“, für das sie den Herbert Baxter Adams Prize der American Historical Association gewann, basiert auf umfangreichen Archivstudien und untersucht die ideengeschichtlichen und institutionellen Grundlagen moderner Austeritätspolitik.
Wikipedia (DE): Clara Mattei | Website der Autorin