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Gedankenexperiment: John Rawls Schleier des Nichtwissens
Dr. Cornelia Mooslechner-Brüll (18.10.2022)
John Rawls (1921–2002) war ein US-amerikanischer Philosoph und einer der einflussreichsten politischen Denker des 20. Jahrhunderts. Nach einem Studium an der Princeton University, das durch seinen Militärdienst im Zweiten Weltkrieg unterbrochen wurde, promovierte er dort 1950 und lehrte anschließend unter anderem an der Cornell University, dem Massachusetts Institute of Technology und ab 1962 an der Harvard University. Rawls gilt als Begründer der modernen liberalen Gerechtigkeitstheorie. Sein Hauptwerk A Theory of Justice (1971) erneuerte die politische Philosophie grundlegend und entwickelte mit dem Gedankenexperiment des „Urzustands“ (original position) und des „Schleiers des Nichtwissens“ (veil of ignorance) ein Verfahren zur Begründung gerechter gesellschaftlicher Institutionen. Daraus leitete er zwei Gerechtigkeitsprinzipien ab: gleiche Grundfreiheiten für alle sowie die Zulässigkeit sozialer und wirtschaftlicher Ungleichheiten nur dann, wenn sie den am schlechtesten Gestellten den größtmöglichen Vorteil bringen (Differenzprinzip) und allen faire Chancengleichheit offensteht. Zu seinen weiteren Hauptwerken zählen Political Liberalism (1993), The Law of Peoples (1999) und Justice as Fairness: A Restatement (2001). Rawls' Werk prägte die zeitgenössische politische Philosophie nachhaltig und bildet bis heute einen zentralen Bezugspunkt der Debatten über Gerechtigkeit, Demokratie, Menschenrechte und den Sozialstaat.
Wikipedia (DE): John Rawls | Wikipedia (EN): John Rawls | Stanford Encyclopedia of Philosophy: Rawls | Encyclopædia Britannica: John Rawls
Gedankenexperiment: John Rawls Schleier des Nichtwissens
Dr. Cornelia Mooslechner-Brüll (18.10.2022)
