Susan Neiman (Jahrgang 1955) ist eine US-amerikanisch-deutsch-israelische Philosophin und Autorin, deren Arbeitsschwerpunkte Moralphilosophie, politische Philosophie, Aufklärung und Philosophiegeschichte sind. Sie studierte Philosophie an der Harvard University und der Freien Universität Berlin und wurde 1986 in Harvard bei John Rawls und Stanley Cavell promoviert; anschließend lehrte sie Philosophie an der Yale University und der Universität Tel Aviv. Von 2000 bis 2026 leitete Neiman das Einstein Forum in Potsdam und ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie der American Philosophical Society. Zu ihren wichtigsten Büchern gehören „Evil in Modern Thought“ (2002; deutsch „Das Böse denken“), „Moral Clarity“ (2008), „Why Grow Up?“ (2014), „Learning from the Germans“ (2019; deutsch „Von den Deutschen lernen“) und „Left Is Not Woke“ (2023; deutsch „Links ist nicht woke“). In ihren Arbeiten verteidigt Neiman zentrale Ideen der Aufklärung wie Universalismus, Vernunft, Gerechtigkeit und moralischen Fortschritt; in „Von den Deutschen lernen“ vergleicht sie insbesondere die deutsche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus mit dem Umgang der USA mit Sklaverei und Rassismus. In „Links ist nicht woke“ kritisiert sie identitätspolitische Strömungen der politischen Linken, denen sie eine Abkehr von Universalismus, Fortschrittsdenken und der Vorstellung gemeinsamer menschlicher Interessen vorwirft. Neiman lebt in Berlin und veröffentlicht neben ihren Büchern regelmäßig politische und philosophische Beiträge unter anderem in Die Zeit, New York Times und New York Review of Books.
Wikipedia (DE): Susan Neiman | Wikipedia (EN): Susan Neiman | Website: Susan Neiman