John Lee Ratcliffe (Jahrgang 1965) ist ein US-amerikanischer Jurist, republikanischer Politiker und Geheimdienstfunktionär und seit Januar 2025 Direktor der Central Intelligence Agency (CIA). Nach einem Studium an der University of Notre Dame und einem Jurastudium an der Southern Methodist University arbeitete er zunächst als Rechtsanwalt. Von 2004 bis 2012 war er Bürgermeister von Heath in Texas und zeitweise Bundesstaatsanwalt für den Eastern District of Texas. Von 2015 bis 2020 vertrat Ratcliffe den 4. Kongresswahlbezirk von Texas im US-Repräsentantenhaus und profilierte sich dort als konservativer Unterstützer Donald Trumps, unter anderem durch seine scharfe Befragung des Sonderermittlers Robert Mueller. Von Mai 2020 bis Januar 2021 amtierte er in Trumps erster Präsidentschaft als Director of National Intelligence (DNI) und koordinierte damit die US-Nachrichtendienste. Seine Amtsführung war umstritten: Kritiker warfen ihm vor, Geheimdienstinformationen selektiv freigegeben und die Arbeit der Dienste zugunsten Trumps politisiert zu haben. Nach Trumps Rückkehr ins Weiße Haus wurde Ratcliffe zum CIA-Direktor nominiert und am 23. Januar 2025 vom Senat mit 74 zu 25 Stimmen bestätigt. Er ist damit der erste Amerikaner, der sowohl als Director of National Intelligence als auch als Direktor der CIA amtierte. Als CIA-Chef steht Ratcliffe für eine offensivere Ausrichtung des Auslandsgeheimdienstes, insbesondere gegenüber China, Russland und Iran sowie beim Einsatz geheimdienstlicher und verdeckter Operationen; zugleich hatte er bei seiner Anhörung zugesichert, die CIA nicht nach parteipolitischen Kriterien zu führen.
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