Kari Poutiainen ist ein in Schweden lebender Physiker, ehemaliger Mathematik- und Physiklehrer und Sachbuchautor, der vor allem durch seine jahrzehntelange Beschäftigung mit dem bis heute ungeklärten Mord an dem schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme bekannt wurde. Er betrieb Forschungsstudien in theoretischer Elementarteilchenphysik an der Universität Stockholm. Gemeinsam mit seinem Bruder Pertti Poutiainen veröffentlichte er 1995 das rund 900 Seiten umfassende Buch „Inuti labyrinten: om mordet på Olof Palme“ („Im Labyrinth: über den Mord an Olof Palme“), eine minutiöse Rekonstruktion insbesondere der ersten Stunden nach dem Attentat vom 28. Februar 1986. 

Die Autoren arbeiteten Widersprüche in Zeugenaussagen, Polizeiprotokollen und offiziellen Darstellungen heraus und dokumentierten erhebliche Unklarheiten und Versäumnisse der Polizei- und Sicherheitsbehörden; das Werk gilt als eine der umfangreichsten unabhängigen Untersuchungen des Palme-Falls und wurde unter anderem von Hans-Gunnar Axberger, Per Olov Enquist und dem Journalisten Jan Mosander wegen seiner Detailarbeit gewürdigt. 2025 veröffentlichte Poutiainen mit „Den hemliga alliansen: Palmemordet och Stay Behind“ („Die geheime Allianz: Der Palme-Mord und Stay Behind“) eine zweite, gut 800 Seiten starke Untersuchung. Darin geht er über die weitgehend ergebnisoffene Rekonstruktion des ersten Buches hinaus und vertritt die These, dass das geheime schwedische Stay-behind-Netzwerk mit dem Mord in Verbindung gestanden haben könnte und dass ein Motiv in einer Veränderung der schwedischen Sicherheitspolitik gelegen habe. Diese These ist nicht als geklärter Stand des Palme-Mordfalls zu verstehen, sondern als Poutiainens auf umfangreicher Quellenarbeit beruhende Interpretation; auch in der jüngeren schwedischen Debatte wird zwischen der außergewöhnlich detaillierten Dokumentation der Brüder Poutiainen und Karis weitergehender Stay-behind-Hypothese unterschieden.