Kaja Kallas (Jahrgang 1977) ist eine estnische Politikerin der liberalen Reformpartei und seit Dezember 2024 Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik sowie Vizepräsidentin der Europäischen Kommission. Zuvor war sie von 2021 bis 2024 Ministerpräsidentin Estlands und von 2018 bis 2024 Vorsitzende der Estnischen Reformpartei. Als Regierungschefin profilierte sie sich insbesondere durch eine harte Linie gegenüber Russland nach dem russischen Angriff auf die Ukraine und setzte sich für militärische Unterstützung Kyjiws sowie eine stärkere europäische Sicherheitsarchitektur ein.
Vor ihrer Zeit als Ministerpräsidentin war Kallas Mitglied des estnischen Parlaments (Riigikogu) sowie von 2014 bis 2018 Abgeordnete des Europäischen Parlaments. Sie studierte Rechtswissenschaft und arbeitete zunächst als Anwältin, unter anderem im Wirtschafts- und Wettbewerbsrecht. Politisch stammt sie aus einer bekannten estnischen Familie; ihr Vater Siim Kallas war Ministerpräsident Estlands, EU-Kommissar und langjähriger Reformparteipolitiker.
In ihrer heutigen Rolle [Juni 2026] als EU-Außenbeauftragte koordiniert Kallas die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union. Zu ihren Schwerpunkten zählen der Ukrainekrieg, die Beziehungen zu Russland und China, die europäische Verteidigungsfähigkeit sowie Konflikte im Nahen Osten. Sie vertritt regelmäßig die Position, dass die EU im Ukrainekrieg politisch nicht neutral sein könne, da sie die Ukraine unterstütze.
Wikipedia (DE): Kaja Kallas