Millionen Deutsche flohen am Ende des Zweiten Weltkriegs aus Schlesien, Pommern, der Neumark und Ostpreußen. Häuser, Fabriken, Kirchen, Möbel, Küchengeräte, Kleidung, Bilder und vieles mehr ließen sie zurück in den Gebieten östlich der Oder und Neiße, die fortan in Polen lagen. Welche Geschichten erzählen sie?
Schlesien (Thema)
Harry Thürk hat eine spannende, phantastisch anmutende und doch bitter-wahre Geschichte geschrieben, von drei jungen Burschen und einem Mädchen, die aus dem 2. Weltkrieg zurückkehren in ihre Heimat Oberschlesien. Doch die Heimat gehört jetzt galizischen Flüchtlingen, denen wiederum die Heimat gestohlen wurde. Trunkene Sieger, prügelnde Miliz bestimmen einen gewalttätigen Frieden.
Roland Flades Familie stammt aus dem Städtchen Friedland (jetzt Mieroszów) in Niederschlesien, der heutigen polnischen Woiwodschaft Dolny Slask. „Daheim in Friedland“ erzählt in halb fiktiver, halb dokumentarischer Form Geschichten aus drei Jahrhunderten mit all dem, was Menschen ausmacht: Schmerz und Leid, Hoffnung und Glück.
Prag 1427: Die Stadt gleicht einem Hexenkessel. Fieberhaft sucht ein geheimer Magierzirkel nach dem Stein der Weisen. Das interessiert auch Reynevan von Bielau brennend - was dem Geheimdienst nicht entgeht, der ihn des Überfalls auf einen Steuereintreiber verdächtigt. Als der Papst zum erneuten Kreuzzug gegen die Hussiten aufruft, nutzt der junge, tollkühne Medicus daher die Wirren, um sich nach Schlesien davonzumachen. Er will sich für den Tod seines Bruders rächen und sucht nach einer Lösung für den Fluch, der über seinem Gefährten Samson liegt. Ehe er sichs versieht, gerät er jedoch zum Spielball der Mächtigen.
Reynevan, der Medicus, wird von seinem Erzfeind, dem Bischof von Breslau, wegen »Verbrechen und Zauberei« verdammt. Unser Held verliert dennoch nicht den Mut, sondern sucht weiter nach seiner Nicoletta, die von Anhängern des Bischofs entführt worden ist. Seine Suche führt ihn nach Schlesien, Böhmen und auch in andere Gebiete, durch die sich ein blutiger Glaubenskrieg wälzt ...
Das Schicksal deutscher Vertriebener aus Mittel- und Osteuropa nach 1945.
Die Vertreibung über 14 Millionen Deutscher aus den einstigen Ostgebieten im Zuge des Zweiten Weltkriegs war die größte gewaltsame Bevölkerungsverschiebung in der europäischen Geschichte.
1930: Der unehelich geborene Josef ist eine Schande für seinen Großvater und bekommt dies täglich zu spüren. Seine Kindheit ist geprägt von Angst und fehlender Nähe. Erst nach einem Umzug erfährt er in einer neuen Nachbarsfamilie Anerkennung und Zuneigung. Da ist vor allem Wilhelm, der ihn fördert und schützt, und Josefs Leben scheint sich endlich zum Guten zu wenden. Aber der arglose Junge ahnt nicht, dass hinter Wilhelms Freundlichkeit mehr steckt. Der aufstrebende SA-Mann formt Josef zu seinem ergebenen Helfer und benutzt ihn dazu, die Bewohner des Ortes auszuspionieren.
«Zu Fuß?» «Zu Fuß.» «Allein?» «Allein.» Christiane Hoffmanns Vater floh Anfang 1945 aus Schlesien. 75 Jahre später geht die Tochter denselben Weg, 550 Kilometer nach Westen. Sie kämpft sich durch Hagelstürme und sumpfige Wälder. Sie sitzt in Kirchen, Küchen und guten Stuben. Sie führt Gespräche - mit anderen Menschen und mit sich selbst. Sie sucht nach der Geschichte und ihren Narben. Ein sehr persönliches, literarisches Buch über Flucht und Heimat, über die Schrecken des Krieges und über das, was wir verdrängen, um zu überleben.
Leipzig im 18. Jahrhundert, in seiner glänzendsten Zeit. Von den Messen tragen die Händler nicht nur Waren, sondern auch Ideen nach ganz Europa. Johann Sebastian Bach vermisst das Universum in Tönen, unterstützt von seiner Frau, der Kammersängerin Anna Magdalena, und seiner ältesten Tochter Dorothea. Derweil erforscht das Ehepaar Gottsched die deutsche Sprache und verbreitet unermüdlich das Licht der Aufklärung. Empört über die Biographie, die Johann Christoph Gottsched nach dem frühen Tod seiner Frau Luise veröffentlicht, beschließt Dorothea Bach, ihre eigenen Erinnerungen zu Papier zu bringen. Es war doch alles ganz anders mit Voltaire, Lessing und dem jungen Goethe! Schließlich leben wir im Zeitalter des hochgelahrten Frauenzimmers!
Eben noch kämpfte Alois Pokora im Weltkrieg. Dann erwacht er im Krankenhaus in Berlin - und die Welt ist eine andere: das Jahr 1918, der Kaiser geflohen, die alte Ordnung zerbricht. Der Bergmannssohn Alois, der Erste in der Familie mit Schulbildung, sehnt sich nach seiner Liebe Agnes - lässt sich aber bald von der soghaften neuen Freiheit erfassen, geistig, revolutionär, auch erotisch. Er gerät in die Berliner Halbwelt, schult für die dubiose «Baronin» eine Kampftruppe, trifft Rosa Luxemburg. Nach einer Schießerei mit Kaisertreuen rund ums Berliner Schloss kann er gerade noch heim ins verwunschene Schlesien flüchten. Wo sich ebenfalls alles verändert hat.