Marino Bodenmann, 1893–1964, ist in Fiesch im Oberwallis als Halbwaise in ärmlichsten Verhältnissen aufgewachsen. Als Geissbub hat er bei der Ernährung seiner Bergbauernfamilie mitgeholfen. Nur mit einfachster Schulbildung emigriert er 1912 als Hotelkellner nach Neapel. 1915 kehrt er als Sozialist zurück und trifft im roten Grenchen, zukunftsweisend, die Familie des russischen Berufsrevolutionärs Josef Kirschbaum und Willi Münzenberg. 1918 wird er Parteisekretär für die Bolschewiken in Seelmann im deutsch-russischen Wolgagebiet. 1919 gründet er in Berlin den Kommunistischen Jugendverband mit und wird 1921 zum ersten Sekretär der Kommunistischen Partei der Schweiz KPS gewählt, um dann als Vertreter der Schweiz im Jahr 1922 im Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale in Moskau mit Generalsekretär Lenin am Tisch zu sitzen und am Aufbau der kommunistischen Weltbewegung mitzuarbeiten.
I:BIB (Thema)
Ali und Malika sind erst vor kurzem in eine schicke Wohnung im Pariser Viertel Belleville eingezogen: Sie sind jung und verliebt, die Zukunft liegt ihnen zu Füßen, beste Aussichten erwarten sie. Ali, gebürtiger Marokkaner, brillanter Ingenieur, lebt seit nunmehr 10 Jahren in Frankreich. Malika ist Lehrerin, spricht kein Arabisch und weiß so gut wie nichts über die Kultur ihrer marokkanischen Eltern. Ihr Glück könnte perfekt sein, wenn Ali sich nicht plötzlich gezwungen sehen würde, seine Arbeit aufzugeben: Wegen seiner Herkunft hat das IT-Unternehmen, das ihn beschäftigt, ihn von einem sensiblen Projekt abgezogen, an dessen Entwicklung er bereits seit Monaten gearbeitet hat. Ali ist frustriert und sieht seine Lage immer pessimistischer, er versinkt zunächst in der Hoffnungslosigkeit und gleitet dann in den Extremismus. Der Alltag wird für das Paar zur Hölle ...
Zwischen Libanon und Tirol: Aus einer Reportage über die Graffitiszene in Beirut wird eine Reise in die dunkle Vergangenheit der eigenen Familie.
Größer könnte der Kontrast nicht sein: Gerade noch in Beirut, kehrt der Mann, der hier erzählt, in das Bergdorf in Tirol zurück, aus dem er stammt. Die Wintersaison ist vorbei, alles ist wie ausgestorben, in Ruhe will er an seiner Reportage über die Kunstszene im Libanon arbeiten. Doch Rami, ein Sprayer, den er auf seiner Reise getroffen hat, ruft in ihm Erinnerungen wach, die bis in seine Kindheit zurückreichen: ...
Wie Diskriminierung die Verbreitung von Infektionskrankheiten beeinflusst
AIDS, Cholera, die Spanische Grippe - die Folgen von Epidemien werden auch durch menschliches Handeln bestimmt. Nicht-weiße Menschen sind schwerer von solchen Ereignissen betroffen und haben ein höheres Sterberisiko. Kolonialismus, Ausgrenzung und Rassismus potenzieren Krankheitsausbrüche und vergrößern das Leid. Diese fatalen Unterschiede zeigt Edna Bonhomme in ihrem Buch, in dem sie eine spannende Reise durch die Zeit der Krankheiten und Seuchen unternimmt: ...
"Blühende Landschaften mit ansteigendem Bocksgesang" ist ein kritisch-ironisches Stück über die deutsch-deutsche Vereinigung, den ökonomischen Kollaps der Nachwende-Zeit und die kollektiven Schocks und Entwertungserfahrungen der Ostdeutschen. Eine Farce, in der zwei Narren, West-Narr und Ost-Närrin, die Bürgerrechtlerin Johanna und der Treuhand-Chef Rauler die Hauptrollen spielen.
Michael Schneider, Wiesbadens Kultur-und Konell-Preisträger, fährt in diesem Stück Versatzstücke einer ganzen Theatergeschichte von Shakespeare bis Brecht auf: ...
Hamburg 1938. Die Welle des Faschismus und seines Erfolges gipfelt. In Hamburgs Zuchthaus sitzen vier verurteilte Antifaschisten. Ihre Hinrichtung hat sich verzögert, weil der viel beschäftigte Henker krank geworden ist. Und da ist ein Schlachtermeister, alter Etappensoldat des vorigen Krieges, der Gefreite Albert Teetjen. Es geht ihm schlecht, ihn drücken Schulden, die Warenhäuser auf der einen Seite, der sinkende Verdienst der Masse auf der anderen haben sein Geschäft fast ruiniert. Seine Frau Stine rät ihm, an seinen alten Unteroffizier Footh zu schreiben, der nach der Arisierung der jüdischen "Thetis"-Schiffe ein erfolgreicher Reeder und Senator in der Hamburger Bürgerschaft geworden ist. Der verschafft ihm den Job, das Urteil an den Vieren für 2000 Mark zu vollstrecken - und Teetjen tut es.
In Zeiten wie diesen, in denen die Festen von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit weltweit bedroht und erschüttert werden, ist die Neuauflage des 1998 erschienenen Buches von Ludwig Biró ein erschreckend aktuelles warnendes Zeitdokument. Denn es zeigt, wie schnell und grundlegend sich eine Zivilgesellschaft in neuen politischen Zeiten verändern kann.
Wie drei aus dem Exil und den K.Zs den Dritten Reiches heimgekehrte Antifaschist: innen versuchen, die gebotenen politischen Konsequenzen aus 12 Jahren NS-Diktatur, Krieg und Völkermord zu ziehen.
Es geht um die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, als die überlebenden Opfer des Nationalsozialismus Lebensmut schöpften aus der Zuversicht, dass die Finanziers und Wegbereiter der Nazis im neuen Deutschland nicht mehr Fuß fassen könnten. Es kam anders.
Max Frisch, der in Millionenauflage gelesene Schweizer Weltautor, taugt noch lange nicht zum wirkungslosen Klassiker. Gerade in Krisensituationen bewährt er sich, weil er immer vom Individuum ausgeht, das sich zu seiner Zeit verhalten muss.
Nach dem gefeierten ersten Band schließt Julian Schütt seine maßgebliche Max-Frisch-Biographie mit der Darstellung der spektakulären Jahre des Schriftstellers ab. In diesen verfasst er Meisterwerke wie Homo faber, Andorra, Mein Name sei Gantenbein oder Montauk, prägt wichtige Debatten und wird in der Öffentlichkeit zu einer kritischen Instanz.
Von Angsthasen, Hirschen, Feuerwehrleuten, schlaflosen Bären und vielen mehr.
Auf über 400 Seiten versammeln sich Bilderbuchgeschichten von den bekanntesten und beliebtesten Autor:innen und Illustrator:innen, die in 1950er- bis 1980er Jahre im KinderbuchVerlag Berlin erschienen sind. Diese Geschichten zeigen das Panorama einer ganzen Generation und sind zugleich zeitlose Vorlesegeschichten für jede Familie!