Sechzehn Monate
Roman

5. März 1944: In Cremenaga, einem kleinen Dorf an der italienisch-schweizerischen Grenze, wird der Schreiner Giuseppe Vaglio von der deutschen SS verhaftet. Er hat Juden und verletzten Partisanen geholfen, den Grenzfluss Tresa zu überqueren und sich in die Schweiz zu retten.

Am 6. Juli 1945, sechzehn Monate nach seiner Verhaftung, kehrt Giuseppe zurück: verwundet, abgemagert, auf einem Ohr taub. Bis an sein Lebensende schweigt Giuseppe – er ist der Großvater von Fabio Andina – über das, was er erlebt hat.

ISBN 978-3-03973-052-0 3. Auflage 16.04.2025 25,00 € Portofrei Bestellen (Buch | Hardcover)

Im Roman Sechzehn Monate zeichnet Andina das Bild einer Dorfgemeinschaft, die in Kriegszeiten zusammenhält, obwohl der Faschismus einzelne Dorfbewohner vergiftet. Er porträtiert Giuseppes Frau, die fromme Concetta, die versucht, ihre zwei Kinder nie spüren zu lassen, wie verzweifelt sie ist. Und er begleitet Giuseppe auf seinem Leidensweg durch drei italienische Gefängnisse, auf dem Transport nach Mauthausen und durch den Albtraum der KZ-Zwangsarbeit. Nach Kriegsende kehrt Giuseppe zu Fuß nach Cremenaga zurück. Dass er überlebt hat, verdankt er seinem Schreinerberuf und seiner Liebe zu Concetta, an die er Tag und Nacht denkt und von der er weiß, dass sie auf ihn wartet.

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Blick ins Buch

Rezension

Nach sechzehn Monaten kehrt Giuseppe aus dem KZ zurück und schweigt sein Leben lang über das, was ihm widerfahren ist: Der Grossvater des Tessiner Schriftstellers Fabio Andina hat 1944 italienischen Juden auf der Flucht in die Schweiz geholfen. Nun rekonstruiert der Autor die Geschichte in einem bewegenden, virtuos erzählten Roman: Am 6. Mai 1945, zwei Tage vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, befreien amerikanische Truppen das KZ Mauthausen bei Linz. Tags zuvor haben Spähtrupps das KZ gesichtet, das nach der Flucht der SS-Truppen noch vom Volkssturm und von der Wiener Feuerwehr bewacht wird. Rund 40 000 Häftlinge befinden sich zu diesem Zeitpunkt in dem Lager. Unter ihnen auch der italienische Schreiner Giuseppe Vaglio aus Cremenaga bei Varese. Von Roman Bucheli NZZ 11.06.2025

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Autoreninfos

Fabio Andina, geboren 1972 in Lugano, studierte Filmwissenschaften und Drehbuch in San Francisco. Heute lebt er im Bleniotal. Sein Roman Tage mit Felice erschien 2020 auf Deutsch, wurde mehrfach ausgezeichnet und in viele Sprachen übersetzt. 2021 folgten der zweisprachige Prosaband Tessiner Horizonte – Momenti Ticinesi (mit Zeichnungen von Lorenzo Custer) und 2023 der Roman Davonkommen, der die Vorgeschichte des namenlosen Erzählers von Tage mit Felice enthüllt. Auf Italienisch liegt zudem der Erzählband Sei tu, Ticino? Rotpunkt Verlag (12.07.2026)

Website (12.07.2026): fabioandina.com

Autoren

Erstellt: 12.07.2026 - 17:56  |  Geändert: 12.07.2026 - 18:25