Marino Bodenmann, 1893–1964, ist in Fiesch im Oberwallis als Halbwaise in ärmlichsten Verhältnissen aufgewachsen. Als Geissbub hat er bei der Ernährung seiner Bergbauernfamilie mitgeholfen. Nur mit einfachster Schulbildung emigriert er 1912 als Hotelkellner nach Neapel. 1915 kehrt er als Sozialist zurück und trifft im roten Grenchen, zukunftsweisend, die Familie des russischen Berufsrevolutionärs Josef Kirschbaum und Willi Münzenberg. 1918 wird er Parteisekretär für die Bolschewiken in Seelmann im deutsch-russischen Wolgagebiet. 1919 gründet er in Berlin den Kommunistischen Jugendverband mit und wird 1921 zum ersten Sekretär der Kommunistischen Partei der Schweiz KPS gewählt, um dann als Vertreter der Schweiz im Jahr 1922 im Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale in Moskau mit Generalsekretär Lenin am Tisch zu sitzen und am Aufbau der kommunistischen Weltbewegung mitzuarbeiten.
Urs Grässlin (* 1947): 1968 setzt er sich, zurück von einem Studienaufenthalt in Moskau und Reisen in Russland, auf die Spuren seines verstorbenen Grossvaters Marino Bodenmann. 1975 wird er im Tessin Projektleiter in einer Baufirma und ist über 30 Jahre im Bereich Lüftungssteuerungen und Sicherheitsanlagen für Strassentunnels tätig. Frisch pensioniert, reifte in Grässlin das Projekt, Leben und Wirken von Marino Bodenmann und seiner Ehefrau Anette Kirschbaum und deren Familie aufzuarbeiten. Entstanden ist eine Zeitreise, basierend auf autobiografischen Dokumenten, historischen Begebenheiten und Archivalien, interpretiert aus der Sicht von Marino Bodenmann. edition 8 (31.07.2026)