"Die erschreckenden Lehren aus 250 Jahren amerikanischer Geschichte. Ich habe die letzten 51 der 250 Jahre Amerikas miterlebt. Die meiste Zeit davon war ich der Überzeugung, dass die Vereinigten Staaten unheilbar krank sind. Und doch hätte ich mir nie ganz vorstellen können, dass die USA einmal dort stehen würden, wo sie heute sind. Das war ein Versagen meiner Weitsicht, denn Amerika mit seinen 250 Jahren ist meiner Einschätzung nach genau dort, wo es hingehört. Es ist eine Nation, die verdorben ist, ein Land, das von seiner Vergangenheit vergiftet ist – und noch mehr durch das klägliche Versagen, sich damit auseinanderzusetzen." Von Nick Turse Globalbridge 06.07.2026
USA (Thema)
James Baldwin (1924 - 1987) gehört zu den wichtigsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Schon zu Lebzeiten machten ihn seine Romane «Giovannis Room» und «Another Country» sowie der Essay "The Fire Next Time" berühmt und brachten ihn auf die Coverseite des «Time Magazine». Aber Baldwin war schwarz und schwul, die Gesellschaft, in der er lebte, rassistisch und schwulenfeindlich. Aus dieser Spannung ist ein einzigartiges Werk entstanden, das die Tore weit aufgestoßen hat, durch die Generationen von Aktivistinnen und Aktivisten nach ihm gegangen sind.
In seinem elegant geschriebenen Porträt skizziert Baldwin-Kenner René Aguigah das Leben Baldwins von der Herkunft in ärmlichen Verhältnissen in Harlem bis zur Flucht vor dem alltäglichen Rassismus nach Paris, ...
Sicherheitspolitik hat Konjunktur - sie befindet sich jedoch auf einem gefährlichen Irrweg. Der Begriff "Kriegstüchtigkeit" steht für diese Entwicklung wie kaum ein anderer. Das dahinterstehende Konzept beansprucht unverhältnismäßige Ressourcen, militarisiert Politik und Gesellschaft und löst die Probleme nicht. Der derzeit weitverbreitete Alarmismus in weiten Teilen der Politik und der Medien basiert zudem auf keiner seriösen Bedrohungsanalyse. Der in 80 Jahren überwunden geglaubte Militarismus scheint schleichend und oft sogar mit guten Absichten in einem neuen Gewand zurückzukehren.
"Putin steht kurz vor Berlin" und "Trump lässt die Europäer im Stich". Mit diesen Argumenten bläst der deutsche Mainstream zur Kriegsertüchtigung. Aber was steckt eigentlich dahinter? Wie steht es um die deutschen Beziehungen zu den USA wirklich? Welchem Zweck dient die Aufrüstung, und wer trägt die Kosten?
Jens van Scherpenberg tritt der gegenwärtigen Kriegstüchtigkeitspropaganda entschieden entgegen. Seine These: Deutschland, wirtschaftliche Führungsmacht Europas, nutzt den Ukrainekrieg, um nun auch die stärkste Militärmacht in einer souveränen Großmacht EU zu werden.
Die Drogenbekämpfung in den Anden kann als Prototyp gelten. Das Buch analysiert Grundlinien, Triebkräfte, Erfolge und Widersprüche dieser Politik und liefert damit unverzichtbare historische Grundlagen für die aktuelle Reformdebatte zur internationalen Drogenpolitik.
Liebe Leserinnen und Leser,
Deutschland, 2025. Ein Land macht sich kriegstüchtig. Die Geschichte vergessend sieht Deutschland den Feind wieder mal im Osten. „Werner, die Russen kommen!“ Der Irrsinn nimmt Formen an, die man sich nach Ende des Kalten Krieges nicht vorstellen hätte können bzw. nicht wollte. War da nicht die Rede von einer Friedensdividende?
Corporate Coup looks at the attempted overthrow of the elected government of Venezuela, an intervention which, despite open backing by the United States, failed spectacularly. In January of 2019, the Trump Administration recognized a little-known opposition lawmaker named Juan Guaidó as President of Venezuela. While Washington’s history of coups in Latin America is well-documented, this step was unprecedented: Never before had the United States offered legal recognition to a new government before an actual change in leadership had taken place. Within months it became clear that the attempt at regime change had fallen flat: all Venezuelan territory, government ministries, and the country’s military remained under the control of President Nicolás Maduro.
Corporate Coup geht um den Versuch, die gewählte Regierung von Venezuela zu stürzen – eine Aktion, die trotz der offenen Unterstützung durch die USA total daneben ging. Im Januar 2019 hat die Trump-Regierung einen wenig bekannten Oppositionspolitiker namens Juan Guaidó als Präsidenten von Venezuela anerkannt. Obwohl Washingtons Geschichte der Staatsstreiche in Lateinamerika gut dokumentiert ist, war dieser Schritt beispiellos: Nie zuvor hatten die USA eine neue Regierung rechtlich anerkannt, bevor ein tatsächlicher Führungswechsel stattgefunden hatte. Innerhalb weniger Monate wurde klar, dass der Versuch eines Regimewechsels gescheitert war: Das gesamte venezolanische Staatsgebiet, die Ministerien und das Militär des Landes blieben unter der Kontrolle von Präsident Nicolás Maduro.
Ein Psychiater mit wechselnden Namen (Talbert, Traven, Travis...) wird verfolgt von Bildern und Ereignissen der späten 1960er-Jahre - dem Attentat auf John F. Kennedy, dem Tod Marilyn Monroes, dem Vietnamkrieg - und imaginiert sich dabei selbst als Attentäter, Pilot, Unfall- opfer... Innere und äußere Realitäten, Wissenschaft und Fiktion, Technik und Pornographie verbinden sich zu obsessiven Visionen einer in Gewaltkonstellationen und massenmedialer Zerstückelung pervertierten Welt.
Die bewegende Lebensgeschichte von Virginia Roberts Giuffre - der Frau, die den Mut hatte, Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell die Stirn zu bieten.
Virginia Roberts Giuffre wurde weltweit bekannt als die wohl mutigste Stimme unter den Opfern von Epstein und Maxwell: Sie war es, die an die Öffentlichkeit ging und dadurch letztlich beide Serientäter ins Gefängnis brachte. Ihr Foto mit Prinz Andrew besiegelte dessen gesellschaftlichen Absturz. Doch ihre Geschichte wurde nie vollständig und in ihren eigenen Worten erzählt - bis jetzt.
»Are we Rome?«
Die Identifizierung mit Rom und dessen Legitimationsformeln politischer Herrschaft, aber auch das Menetekel vom Untergang der Römischen Republik zählen seit dem 18. Jahrhundert zu den Narrativen US-amerikanischer Selbstverständigung. Neu ist jedoch die Vielfalt, mit der zuletzt in den USA die einst antiimperialistische Projektion auf das republikanische Rom durch Aufwertungen des früher verhassten Imperium Romanum relativiert wurde, um daraus – so kann es diese Studie zeigen – zustimmungsfähige Imperiumsvisionen zu schöpfen.
Bürgerkriegsähnliche Zustände in L.A. und mittendrin eine tote Journalistin. Die einzige Spur: eine Patronenhülse am Tatort.
1992 eskalieren Proteste in den Straßen von Los Angeles, die Stadt versinkt im Chaos. In einer abgeschiedenen Gasse wird die Leiche der dänischen Kriegsberichterstatterin Anneke Jespersen gefunden. Todesursache: ein Kopfschuss aus nächster Nähe. Detective Harry Bosch sichert den Tatort inmitten der Aufstände. Die Indizien sind rar, einzig eine Patronenhülse hat der Täter zurückgelassen. Der Fall bleibt ungelöst, doch an Bosch nagt ein Gedanke, der zur Überzeugung wird: Jespersen war kein zufälliges Opfer.