Zweiunddreißig Jahre beim gleichen Arbeitgeber, und das fast stets gerne: Hier geht es darum, wie ein Redakteur arbeitet, was einen Auslandskorrespondenten antreibt, wie der Inlandskorrespondent seine Themen wählt. Also um Beobachten, Zuhören, Schreiben. Um die große Linie und das Besondere, Einmalige. Ein Bericht über das Glück eines Journalisten, der nicht Missionar sein will. Und um die Zeit davor und danach.
I:DES (Thema)
Das epochemachende expressionistische Theater-Stück, das in einer ersten Fassung unter dem Titel Masse 1920 uraufgeführt wurde, untersucht den Hintergrund des Scheiterns utopischer Entwürfe wie etwa der deutschen Revolution nach dem Ersten Weltkrieg, stellt dabei die Frage nach der Legitimation von Gewalt und der Schuld des politisch Handelnden und thematisiert den Konflikt zwischen den revolutionären Forderungen der aufgestachelten "Masse" und dem Gewissen des Einzelnen.
Zwischen 1978, dem Beginn der Reformpolitik Deng Xiaopings, und dem Amtsantritt Xi Jinpings im Jahr 2013 ist das Bruttoinlandsprodukt Chinas um mehr als das 64-fache gestiegen. Mehr als 800 Millionen Menschen wurden aus der Armut geholt. Diese Erfolgsgeschichte weckt das Misstrauen westlicher politischer und wirtschaftlicher Eliten. Vor allem die USA, aber auch die EU und die NATO bringen sich in Stellung. Die deutsche Bundesregierung verhält sich ebenfalls konfrontativ gegen den wichtigsten Wirtschaftspartner. Nach Staats- und Parteichef Xi Jinping will das Land das »Jahrhundert der Erniedrigung« durch die westlichen Kolonialmächte hinter sich lassen und mit »gemeinsamem Wohlstand« im Inneren »der Welt auf Augenhöhe begegnen«. Aber ist China deswegen eine neue imperialistische Macht, die nach der Weltherrschaft greift und jetzt mit der »neuen Seidenstraße« den globalen Süden ausplündert?
"Wissen Sie, was Ihr Kind auf seinem Smartphone sieht?" Diese Frage stellt Silke Müller ahnungslosen Eltern auf Infoveranstaltungen ihrer Schule. Die Fotos, Sticker und Videos, die sie dann zeigt, sind so verstörend, dass kaum jemand hinsehen kann.
Die meisten Eltern gehen davon aus, Medien-Erziehung bedeutet, die Bildschirmzeit zu begrenzen - und haben keine Ahnung, dass schon Kinder Bilder bestialischer Tierquälereien, Kriegsverbrechen und sexueller Gewalt sehen. Verschickt im Klassenchat. Mit dramatischen Auswirkungen auf ihre Psyche.
Hier ist der dringend benötigte Leitfaden für Strategien durch Krisen wie Corona, Inflation, Erderhitzung oder Ukraine-Krieg und alle, die noch kommen werden. Denn diese Krisen isolieren Menschen voneinander und führen zu ihrer Vereinzelung und Armut. In einer Zeit, in der Angst und Konkurrenzdenken, nationalistische Vorstellungen und Ausgrenzungen deutlich zunehmen, brauchen wir die Haltung solidarisch füreinander zu sorgen. Damit die Lebenssituation von allen und insbesondere von Personen, die sowieso schon Gewalt und Diskriminierung erfahren, sich bessern kann, Menschen sich zugehörig und verbunden fühlen können - trotz aller Krisen. Der Leitfaden von Dean Spade eröffnet konkrete Strategien und Werkzeuge für persönliche und gesellschaftliche Veränderungen, die empowern in einer Zeit, in der Regierungen nicht in der Lage sind, angemessen mit gesellschaftlichen Krisen umzugehen.
Der Mensch gefährdet mit seinem Verhalten sein eigenes Überleben. Bisher hat diese inzwischen weitverbreitete Erkenntnis leider nicht zu einem ausreichenden Schutz der Biosphäre geführt. Wenn wir die Erde als lebenswerte Umwelt erhalten wollen, müssen wir daher unser Rechtssystem weiterentwickeln. Die Zeit ist reif für eine echte Revolution beim Klimaschutz: Wir brauchen eine weltweit geltende Verfassung für die Erde - denn die ökologische Katastrophe ist menschengemacht und kennt keine nationalen Grenzen.
Eigentlich haben Nora und Johan nichts gemein außer einer gegenseitigen tiefen Verachtung. Sie ist eine militante Klima- und Tierschützerin aus Deutschland, die bereit ist, zum Schutz der Lebewesen sogar Gesetze zu brechen und ins Gefängnis zu gehen. Und er ist ein junger, wortkarger Fischer an der kanadischen Küste, der jeden Tag Tiere tötet und sich auch gar nichts anderes vorstellen kann. Als ein Gericht Nora zu Sozialstunden auf seinem Schiff verurteilt, beginnen stürmische Zeiten. Zuerst nur zwischen den beiden. Dann aber gerät das Schiff weit draußen auf dem Atlantik in den schlimmsten Hurrikan seit Menschengedenken. Dieser Sturm verändert alles. Auch ihre Sicht aufeinander. Ein besonderes, zeitgemäßes Jugendbuch, das vor der einmaligen Kulisse Kanadas Umweltschutz und Klima-Aktivismus thematisiert.
Sind es Ahnen, die die Luft schwer machen, sich um die Insel drangen? In Gestalt von Menschen, Wolken, Winden, Fischen, Vogeln der Berge, Vogeln der Küste, Zugvogeln und Hochseevogeln, die zum Flirten, Eierlegen und Rasten nach Hawaii kommen und sich wieder zurückziehen aufs offene Meer?
Die Anleitungen der Vorfahren beschäftigt sich mit der eigenen geistigen und materiellen Vorgeschichte: also Kolonisationsverbrechen. In Hawaii und zuhause - also wo? In den Büchern?
Keine statistische Kennzahl beeinflusst die aktuelle Politik stärker als das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Noch in den dreißiger Jahren existierten in England und in den USA unterschiedliche Vorstellungen davon, wie sich wirtschaftliche Vorgänge in Zahlen abbilden ließen. Nur eine dieser Methoden, der Vorläufer des BIP, bewährte sich im Zweiten Weltkrieg als Planungs- und Informationsinstrument und wurde in der Nachkriegszeit von den USA mit aller politischen Macht im Westen als Standard etabliert. Zusammen mit der Idee des Wachstums gab diese Methode Hoffnung auf eine Zukunft unendlichen materiellen Wohlstands.
Die vorherrschende europäische Sicht auf die Moderne gilt Enrique Dussel als provinzielle Illusion, als Träumerei der deutschen Romantik. Europa erklärte sich zum Mittelpunkt und Ziel einer vernünftigen Fortschrittsgeschichte, die Moderne zu einem intra-kontinentalen Phänomen und die eigene Philosophie zur Philosophie überhaupt. Aber seit der Eroberung Lateinamerikas 1492 ist dem modernen Weltsystem der Kolonialismus eingeschrieben. Die Kolonialität ist der blinde Fleck der europäischen Philosophie. In drei Texten zu Descartes, zur Kritischen Theorie und zum Verständnis der Moderne als Transmoderne und Interkulturalität exemplifiziert Dussel die Ansatzpunkte der lateinamerikanischen Philosophie der Befreiung.