Ethik
Ursprung und Entwicklung der Sitten
Der Anarchist und Evolutionstheoretiker Peter Kropotkin (1842-1921) zeigt in seinem Spätwerk auf, wie eine Ethik zu begründen ist, die auf einer naturalistischen Basis beruht und ohne metaphysische, transzendente bzw. religiöse Fundierung auskommt. Ausgehend von seinen Untersuchungen zur gegenseitigen Hilfe bei Tieren und Menschen, die als Vorläufer der modernen Soziobiologie verstanden werden kann und insbesondere die Bedeutung kooperativen Verhaltens für die Evolution in den Blick rückt, beschreibt Kropotkin, dass "sittliches" Verhalten selbst in der Natur angelegt ist bzw. zu ihr nicht im Widerspruch steht.
In einer großen historischen Perspektive, die auch die Naturgeschichte des Lebens nicht ausschließt, geht Kropotkin dem Ursprung der Sitten nach und untersucht, wie durch die Jahrhunderte und Jahrtausende ethisches Denken von den Naturvölkern über die Antike bis in unsere Zeit sich entfaltet. Dabei kommt Kropotkin zu Einsichten, die als Vorläufer zum modernen "evolutionären Humanismus" verstanden werden können.
Rezensionen
50 Jahre vor Julian Huxley und 100 Jahre vor Gründung der Giordano-Bruno-Stiftung schuf Piotr Kropotkin bereits die Grundlagen des evolutionären Humanismus, schreibt Michael Schmidt-Salomon im Vorwort zur verdienstvollen Neuauflage des lange vergriffenen Buchs des russischen Anarchisten und Evolutionstheoretikers. syndikalismus.wordpress.com 30.06.2013
Der anarchistische Theoretiker Peter Kropotkin arbeitete bis Anfang der 1920er Jahre an dem Buch „Ethik. Ursprung und Entwicklung der Sitten“, worin die Entstehung einschlägiger Auffassungen zum Sozialverhalten aus der Evolution abgeleitet wird. Der Klassiker kann als früher Beitrag zum Selbstverständnis eines naturalistischen Humanismus gelesen werden, was nicht Kritik an einzelnen Aspekten des Werkes ausschließt. Von Armin Pfahl-Traughber Humanistischer Pressedienst 21.05.2013

