Dieses Buch ist keine Enthüllungsstory über Prügelorgien an deutschen Schulen. Es verweist ja auch die Charakterisierung der Medienwelt als »4. Gewalt« nicht auf gewalttätige Journalisten, sondern auf die dienende Funktion der Öffentlichkeit im Staatswesen. Eine harmlose Metapher ist die Bestimmung der Schule als 5. Gewalt dennoch nicht. Sie trifft was. Was genau, das ist Gegenstand des Textes von Freerk Huisken.
Subjekt (Thema)
KI trifft Kunst: empirische Einblicke in kreativ-künstlerische Praktiken und die Neuverhandlung von Artikulation und Subjektivität.
Mit der zunehmenden Verbreitung komplexer, rechenbasierter Technologien in kreativ-künstlerischen Bereichen stellt sich aus subjekttheoretischer Perspektive die Frage nach der Rolle und Bedeutung Kreativ- und Kunstschaffender. Anhand einer interdisziplinär angelegten ethnografischen Studie zeigt Juliane Koglin, wie Kreativität und Medialität in einer von Algorithmen und emergenten Prozessen geprägten Welt neu verhandelt werden.
Wenn die heutige Gesellschaft von Ware, Wert, Geld und abstrakter Arbeit beherrscht wird, welche Subjektform entspricht ihr?
Anselm Jappe verbindet die Erkenntnisse der Wertkritik mit denen der Psychoanalyse, von Freud über Erich Fromm und Herbert Marcuse bis zu Christopher Lasch, und zeigt, dass der Narzissmus das psychische Gegenstück zum Warenfetischismus ist. Das Subjekt ist kein freies und autonomes Individuum, sondern das Substrat der Verinnerlichung kapitalistischer Zwänge und ihrer Tendenz zur Entgrenzung.
Wer möchtest du am Ende gewesen sein?
Wer sich dem Gedanken an die eigene Vergänglichkeit stellt, wird bald auf essenzielle Fragen stoßen: Was bleibt von mir? Wer werde ich am Ende gewesen sein? Wofür lohnt es sich, noch zu kämpfen?
Der Erwachsenenbildungsforscher und systemische Berater Rolf Arnold lädt dazu ein, sich dem eigenen Leben und Sterben anhand ausgewählter Themen zuzuwenden:
Mein Genuss beinhaltet das Ende der Arbeit, des Zwangs, des Tausches, der Intellektualität, des Schuldgefühls und des Willens zur Macht. Ich sehe keine Rechtfertigung, außer der ökonomischen, für den Schmerz, die Trennung, das Gebot, die Bezahlung, für die Vorwürfe und die Macht. Mein Kampf um Autonomie ist der Kampf der Proletarier gegen die zunehmende Proletarisierung, so wie der Kampf der Individuen gegen die allgegenwärtige Diktatur der Ware.
Die meisten Menschen sind im Kapitalismus darauf angewiesen, ihre Arbeitskraft zu verkaufen und auf Märkten erfolgreich zu handeln. Dazu müssen sie sich auf bestimmte Weise begreifen, ein bestimmtes Denken, Wahrnehmen und sogar Fühlen wird vorausgesetzt und zugleich produziert. Daher ist es kein Wunder, das Subjekte und ihre Formung eine bedeutende Rolle in den Kritiken am Kapitalismus seit Marx spielen - und dennoch liegt keine systematische Darstellung dieser kapitalistischen Subjektivation vor.
Quantifizierung, Singularisierung, digitaler Kapitalismus - mit diesen Schlagwörtern wird in der soziologischen Zeitdiagnose über die Veränderung der Gesellschaft sowie der Subjekte der Gegenwart gesprochen. Aber wie verhalten sich die beobachteten Veränderungen zur Grundstruktur der Gesellschaft? Der Begriff des kybernetischen Kapitalismus erlaubt, Wandel und Kontinuität der Gegenwartsgesellschaft sowie die Effekte auf die Subjektivität und den Wandel des Sozialcharakters zu erfassen. Peter Schulz gelingt damit die Integration der Befunde zu Digitalisierung, Prekarisierung und Autoritarismus in eine soziologische Diagnose der Gegenwartsgesellschaft.
Wie kam es zur Kritischen Psychologie? Im Zuge der Studierendenrevolte und weiterer sozialer Bewegungen (Antipsychiatrie, Frauenbewegung u. a.) formierte sich an verschiedenen Orten der Welt eine radikale Ideologie- und Funktionskritik der Psychologie. Dies mündete in wirkmächtige Projekte einer kritisch-reflexiven Psychologie als Wissenschaft und professionelle Praxis, darunter die an der FU Berlin von einer Gruppe um Klaus Holzkamp entwickelte Kritische Psychologie. Sie verknüpft Theoriekritik mit dem programmatischen Anspruch, der psychologischen Kontroll- und Legitimationswissenschaft eine subjektorientierte, emanzipatorische Alternative entgegenzustellen.
Welche Bedeutungen haben Normalitätskonstruktionen von Care Leaverinnen aus biographischer Perspektive? Wie wird in der stationären Jugendhilfe Biographie konstruiert? Welches widerständige Potenzial entwickeln die jungen Erwachsenen und welche Rolle spielen hierbei Differenz- und Machtverhältnisse? Auf der Basis von biographischen Erzählungen gibt Angela Rein Einsichten in Subjektivierungsprozesse in der stationären Jugendhilfe.
Dieses Buch will nicht ein spezifisch theologisches Buch sein, obwohl das Evangelium des Johannes in seinem Zentrum steht. Allerdings enthält es eine Auffassung darüber, was Theologie ist. Es versteht auch die Theologie als eine Reflexion, welche die menschliche Wirklichkeit zum Gegenstand hat. Wenn jemand über den Himmel spricht, spricht er nicht über den Himmel. In der Form des Himmels spricht er über die Erde. Aus dem Himmel, den er beschreibt, können wir seinen Stand auf der Erde ablesen und seine Vorstellungen darüber, wie sie sein sollte. So verhält es sich auch, wenn jemand über die Hölle spricht: Auch in diesem Falle spricht er über die Erde. Er sagt uns, wie er seine Feinde einschätzt und was er mit ihnen tun wird, wenn er tun kann, was er möchte ...