Biozivilisationen
Ein neuer Blick auf die Wissenschaft vom Leben
Was ist Leben?
Viele Wissenschaftler glauben, Leben könne auf »mechanistische« Faktoren wie Gene und Informationscodes reduziert werden. Doch es gibt eine wachsende Zahl von Wissenschaftlern, Philosophen und Künstlern, die diese Ansicht nicht teilen. Die Gen-Metapher ist nicht nur zu vereinfachend, sondern zutiefst irreführend. Wenn es einen Weg gibt, Leben auf ein einziges Prinzip zu reduzieren, muss dieses Prinzip die Kreativität des Lebens anerkennen und den genetischen Determinismus auf den Kopf stellen.
Der Begriff »Biozivilisationen« erkennt die Unvorhersehbarkeit des Lebens an, anders als die Quasi-Gewissheit der heutigen menschlichen Haltung, die durch das enge Zeitfenster der wissenschaftlichen Revolution bestimmt ist. Mehr als 99,99 Prozent der Zeit, seit es auf der Erde Leben gibt, existierte die Erde ohne Menschen. Das Leben wird auch ohne Menschen lange nach unserem unvermeidlichen Aussterben weiterbestehen.
In »Biozivilisationen« zeigt Dr. Predrag Slijepcevic, wie Bakterien, Amöben, Pflanzen, Insekten, Vögel, Wale, Elefanten und unzählige andere Arten nicht nur den Menschen vorausgingen, sondern auch Elemente dessen aufweisen, was wir an der menschlichen Zivilisation schätzen – komplexe Kommunikation, Landwirtschaft, Wissenschaft, Kunst, Medizin und vieles mehr.
Der Mensch muss versuchen, diese Weisheit von anderen Biokulturen zu übernehmen, die uns schon lange voraus sind. Durch ein Überdenken des aktuellen wissenschaftlichen Paradigmas macht Dr. Slijepcevic deutlich, dass erst eine Transformation – von einer naiven jungen Spezies zu einer reiferen Spezies im Einklang mit ihrer Umgebung – uns von der Gewalt abbringen wird, die wir uns und dem übrigen lebenden Planeten antun.
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe des Verlags
Stimmen zum Buch
Empfindungsvermögen, Kognition und Intelligenz entwickeln sich als inhärente Fähigkeiten allen Lebens, das sich auf der Erde herausgebildet hat. Die meisten dieser lebenden Systeme sind viel älter als die Menschheit und offensichtlich gut darauf abgestimmt, das Leben zu erhalten. In Biozivilisationen macht Predrag Slijepčević deutlich, dass empfindungsfähiges Leben für die Bewohnbarkeit unseres Planeten unverzichtbar ist und dass der Mensch von seiner Vorstellung der sogenannten »Krone der Schöpfung« abrücken sollte, um seine wahre Stellung innerhalb des komplexen Netzwerks des Lebens zu erkennen. Nur dann wird unsere Zivilisation, die eher zum Scheitern verurteilt ist, ihre Überlebenschancen verbessern. Dr. František Baluška, Institut für Zellular- und Molekularbiologie, Universität Bonn
Lesen Sie dieses Buch, wenn Sie die Intelligenz von lebenden Systemen verstehen wollen. Zivilisation hat nicht erst mit Homo sapiens begon-
nen. Das Leben lässt sich nicht auf einen bloßen Mechanismus reduzieren. Dr. Denis Noble, emeritierter Professor für Herz-Kreislauf-Physiologie,
Universität Oxford; Fellow der Royal Society; 2022 Träger der Großen Lomonossow-Goldmedaille
Eine wunderbare Synthese und ein großartiges, ehrgeiziges und informatives Buch, das mehrere Bereiche in seinem – meiner Meinung nach weitgehend erfolgreichen – Bemühen miteinander verzahnt, ein Streichholz zu entzünden – und damit die Feuer der kommenden »kopernikanischen biologischen Revolution« zu entfachen. Dorion Sagan, Schriftsteller, Dichter und Ökologe
In Biozivilisationen erzählt Predrag Slijepčević Geschichten von Tieren, die Kunst schaffen, von Insekten, die auf dem Schlachtfeld operieren, von Bäumen, die wissenschaftliche Forschung betreiben, von Bakterien, die intelligente Netzwerke bilden, und von ganzen Ökosystemen, die mit einer Effizienz organisiert sind, die jede menschliche Lieferkette übertrifft. Vielleicht dachten Sie, der Mensch sei die Krone der Schöpfung. Vielleicht müssen wir Menschen Demut und Respekt vor der Biosphäre lernen, die uns hervorgebracht hat. Vielleicht hängt unsere Zukunft davon ab. Josh Mitteldorf, PhD, Mitautor von Cracking the Aging Code
Predrag Slijepčevićs Biozivilisationen vereint entscheidende Entwicklungen des biologischen Systemdenkens – wie Symbiogenese, Epigenetik, Biosemiotik, Gaia-Theorie und Autopoiesis – zu einer umfassenden Vision, die auf der kosmologischen Langlebigkeit und dem kognitiven Scharfsinn des bakteriellen Mikrokosmos und seiner planetarischen Nachkommenschaft beruht: dem multizellulären Leben in all seinen Formen und Allianzen. Ich empfehle Slijepčevićs Biozivilisationen all jenen, die sich über die wichtigsten zeitgenössischen Herausforderungen für den physikalisch-mechanistischen, technowissenschaftlichen Mainstream informieren möchten. Bruce Clarke, Paul Whitfield Horn Distinguished Professor for Literature und Science, Texas Tech University, Baruch S. Blumberg NASA/Library of Congress Chair in Astrobiology