Wege aus der gesellschaftlichen Polarisierung: Eine Reise entlang der Spaltung von Stadt und Land.
In den sozialen Medien können wir leicht schreiben: "Wer Faschisten wählt, macht sich mitschuldig." Wer Faschisten wählt, fährt aber auch unsere Kinder zur Schule, steht nachts an der Tankstelle und erneuert das Pflaster auf dem Kirchplatz. In Debattenräumen können wir uns leicht zurückziehen: Wir sind nicht aufeinander angewiesen, müssen uns nicht einigen und keine Aufgaben erledigen. Die meisten Menschen in unserem Land sind aber stärker von Erfahrungen geprägt als von Debatten. Clemens Tangerding führt uns weg von den Polarisierungen und dorthin zurück, wo die Fähigkeit, auch unter erschwerten Bedingungen zusammenzufinden, erstaunlich lebendig ist.
Kooperation (Thema)
Der Wunsch nach solidarischen Formen des Wirtschaftens begleitet den Kapitalismus von Beginn an. Demokratie, Egalität und Stabilität - mit der Verfügungsgewalt über die Produktionsmittel und den Entscheidungen in den Händen der Mitarbeiter versprechen produktivgenossenschaftlich organisierte Unternehmen eine größere soziale und gesellschaftliche Gerechtigkeit. Im Gegensatz zu privaten Unternehmen streben die Anteilseigner nicht nach Profitmaximierung oder Kapitalakkumulation, sondern nach der Sicherung des Lebensunterhalts bzw. der Erfüllung bestimmter Bedürfnisse der Genossenschaftsmitglieder. Seit Anfang der 1970er Jahre entstand eine Subkultur der (undogmatischen) Linken. Die Studenten- und Jugendbewegung jener Zeit verlangte nach Literatur, die in regulären Buchhandlungen kaum zu finden waren. Aus selbstorganisieiten Büchertischen entstanden Buchhandlungen, die in den neuen sozialen Bewegungen wurzelten und nicht nur Händler sein wollten, sondern mit politischen Anspruch in der Bewegung agieren und zugleich den Mitarbeitenden Arbeits- und Lebensperspektive bieten sollten.
Egoismus oder Nächstenliebe, Eigennutz oder Kooperation - was liegt mehr in der Natur des Menschen? Als Einzelwesen sind wir egoistisch, als Gruppenwesen aber ziehen wir uneigennütziges Verhalten vor, sagt Edward O. Wilson, der berühmteste Biologe unserer Zeit, in seinem wegweisenden Buch. Zwischen den beiden Antriebskräften herrscht ein Dauerkonflikt, in der Gesellschaft wie in jedem Einzelnen von uns. Die Balance, die wir anstreben, ist stets zerbrechlich. Die soziale Eroberung der Erde ist die Summe lebenslanger innovativer Forschung, die Krönung des Lebenswerkes von Edward O. Wilson.