Der Band stellt mehr als sechzig der wichtigsten politischen und sozialwissenschaftlichen Texte des 20. Jahrhunderts vor - von Lenin bis Mao, von Gandhi bis Mbembe, von Maududi, Qutb, Arendt und Popper bis Habermas, Butler und Sen. Sie alle werden von führenden Experten interpretiert und historisch wie werkbiographisch eingeordnet. Die ausgewählten Texte spiegeln in ihrer Vielstimmigkeit und globalen Spannbreite die widersprüchliche Geschichte des vergangenen Jahrhunderts wider.
Revolution (Thema)
Sie ist die Zeitgenossin von Victor Hugo (1802-1885) und George Sand (1804-1876), aber längst nicht so bekannt wie diese. Doch im Gegensatz zu George Sand war Flora Tristan (1803-1844) keine bloße Salonsozialistin, sondern eine leidenschaftliche und engagierte Kämpferin für die Rechte und Menschenwürde der Frau und der Proletarier gleichermaßen: In ihrem Buch „Spaziergänge in London“ (1840) nannte sie die Schattenseiten der industriellen Revolution in England - Verarmung weiter Kreise der Bevölkerung und Menschenhandel - beim Namen, ein halbes Jahrzehnt vor Friedrichs Engels Untersuchung „Zur Lage der arbeitenden Klasse in England“, zeitgleich mit Bettine von Arnims „Armenbuch“, das die Misere der schlesischen Weber vor den Toren Berlins beschreibt.
ISBN 978-3-86841-074-7
vergriffen
Karl Marx (1818-1883) und Friedrich Engels (1820-1895) haben das politische Denken revolutioniert. Aus den 40 Jahren ihrer Zusammenarbeit sind etwa 1600 Briefe erhalten. Darin geht es um große Politik, pikante Affären, politische Ökonomie und Marx' Geldsorgen. Die konkurrenzlose Briefauswahl zeichnet ein bewegendes Porträt ihrer Freundschaft.
Die Korrespondenz zwischen Marx und Engels gehört zu den aufschlussreichsten Dokumenten des 19. Jh. Sie ist zugleich Familienroman, Exil-Drama und die Geschichte eines Buches. Denn während Marx in London am "Kapital" arbeitete, verdiente der Unternehmer Engels in Manchester das nötige Geld, um ihn zu unterstützen.
ISBN 978-3-8062-4130-3
vergriffen
Im dreißigsten Jahr der Maueröffnung ist die Erfahrung der Wiedervereinigung in Ost und West noch immer eine völlig andere. Empowerment Ost beschreibt die Revolution von 1989/90 als eine radikale Demokratieerfahrung - der Ostdeutschen. Ein Vorläufer des politischen Aktivismus von heute, vom Arabischen Frühling über Occupy Wallstreet bis zu Fridays for Future.
Sind die Ostdeutschen undankbar? Sehen ihre Städte heute nicht schöner aus als vor dreißig Jahren? Was ist aus den "Jammer-Ossis" geworden? Und woher kommt noch immer die Rede von "ostdeutschen Demokratiedefiziten" oder einer "alternativlosen" Politik der Treuhand? Thomas Oberender legt die verblüffende Andersartigkeit der Wahrnehmung unserer jüngeren Geschichte in Ost und Westdeutschland offen. Er analysiert den sogenannten "Aufbau Ost" und beschreibt die Revolution der ostdeutschen Bürgerbewegung als eine radikale Demokratieerfahrung, frappierend visionär und realistisch zugleich.
John Dos Passos' "USA-Trilogie" ist in der amerikanischen Literatur einzigartig wegen ihrer epischen Gestaltung und panoramischen gesellschaftlichen Perspektive. In den Romanen, aus denen sie besteht - "Der 42. Breitengrad" (1930), "1919" (1932) und "Das große Geld" (1936) -, zeichnet Dos Passos mit sarkastischem Humor und scharfem Auge für soziale Fragen ein unvergessliches Kollektivporträt der USA. Dabei verbindet er das Leben seiner Charaktere und die Zeit, in der sie leben, auf eine raffinierte erzählerische Weise, die diese Trilogie zu einem der lesbarsten modernen Klassiker überhaupt gemacht hat.
Fast 30 Jahre nach dem erfolgreichen Militärputsch einer Gruppe Offiziere, die einer politisch-islamischen Bewegung nahestanden, wurde der sudanesische General Umar al-Bashir im April 2019 nach monatelangen Protesten von der Armee abgesetzt. Die neuen Militärmachthaber gingen jedoch erneut blutig gegen die von Gewerkschaften, Frauen, Jugendlichen und marginalisierten Bevölkerungsgruppen getragenen Proteste vor. Schließlich zwangen der anhaltende Widerstand und die Streiks den Transitional Military Council (TMC) zum Machtverzicht zugunsten einer zivilen Übergangsregierung. Seither befindet sich der Sudan in einem Prozess der Demokratisierung, dessen Ausgang bislang offen ist.
Globalisierung, Finanzcrash, Klima, Armutsrevolten, Wachstumsschwäche - die multiple Krise, die die westlichen Gesellschaften durchlebt, nimmt kein Ende. Ist der Kapitalismus am Ende? Diese Frage wird inzwischen auch unter den Eliten der Weltwirtschaftsgipfel diskutiert. Grund genug, das Kapital noch einmal zu lesen. Das Buch, das die Bewegungsgesetze kapitalistischer Gesellschaften enthüllt, die weißen Flecken der ökonomischen Wissenschaften kritisiert, die Begriffe geschärft hat, mit denen wir die Welt, in der wir leben, begreifen können. Die Phänomene unserer Gegenwart scheinen weit entfernt von der Welt, in der Karl Marx sein Buch schrieb.
Neue Lektüren des Kapital von Karl Marx anlässlich des 150. Jahrestags seiner Veröffentlichung.
Weder für die Zeitgenossen noch für die zurückblickenden Historikerinnen und Historiker bilden Revolution und Rätezeit isolierte Momentaufnahmen der bayerischen Geschichte. Die Ausrufung des "Freistaats" und die sozialistisch-kommunistischen Experimente hatten eine Vor- wie Nachgeschichte und stehen in einem weitreichenden zeitlichen Kontext.
Zehn Monate - von Oktober 1918 bis Juli 1919 - haben das Gesicht der Stadt München grundlegend verändert.
Max Weber, international bekannter Soziologe und Intellektueller, lebte nur zwölf Monate in München. Doch war es eine äußerst intensive Zeit und die Beziehung eine besondere: Bis zu seinem Tod am 14. Juni 1920 war Weber Bürger der Stadt, lehrte Gesellschaftswissenschaft, Wirtschaftsgeschichte und Nationalökonomie an der Ludwig-Maximilians-Universität und erlebte die Nachwehen der Münchner Räterepublik.
Legendär sind seine "Münchener Reden", die Weber schon vor der Sesshaftwerdung in der bayerischen Metropole hielt: "Wissenschaft als Beruf" trug er 1917 auf Einladung des Freistudentischen Bundes vor. In "Politik als Beruf" formulierte er 1919 drei Grundanforderungen an den Politiker. Dazu kamen scharfe politische Reden während des Ersten Weltkriegs.
Dass Marx' Gesellschaftskritik den wissenschaftlichen Anspruch hat, wahr zu sein, scheint selbstverständlich. Doch was für ein Wahrheitsverständnis liegt einem Denken zugrunde, das die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse im Hinblick auf die Möglichkeit ihrer praktischen Umwälzung zu begreifen versucht? Dieser Frage wird in drei Studien nachgegangen, die ...