Ein Plädoyer für Selbstkritik und eine Einladung zur Debatte über ein so einzigartiges wie verwirrendes Verhältnis zweier Staaten. Wenn Deutsche über Israel reden, reden sie meist über sich selbst. Worum es in den hitzigen Debatten hingegen selten geht, ist die eigentliche Beziehungsgeschichte zwischen der Bundesrepublik und Israel. Reden deutsche Politiker über diese Beziehungen, so fallen Wörter wie »Wunder« oder »Versöhnung«. Wörter, hinter denen eher Wunschdenken als Realität steckt. Nach der israelischen Staatsgründung von 1948 war es ausgerechnet die Bundesrepublik, die zur wichtigsten Unterstützerin des Jüdischen Staates wurde. Reparationen, Waffenlieferungen und Finanzmittel halfen, aus dem existenziell bedrohten Land eine Regionalmacht zu machen. Kein Wunder, dass Israel die ausgestreckte deutsche Hand annahm: eine andere Wahl hatte es kaum. Von Versöhnung aber war keine Rede.
Naher Osten (Thema)
Seit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober steht der Nahostkonflikt einmal mehr im Mittelpunkt des Weltgeschehens. Der darauf folgende Krieg Israels gegen Gaza hat eine weltweite Solidaritätsbewegung mit den Palästinenser_innen ausgelöst, die in den westlichen kapitalistischen Staaten massiver staatlicher Repression ausgesetzt ist. Kritik am Staat Israel wird pauschal als antisemitisch gebrandmarkt. Differenzen zum Umgang mit dem Nahostkonflikt haben auch in der Linken und Arbeiter_innenbewegung zu Kontroversen und Spaltungstendenzen geführt.
In diesem Sammelband werden marxistische Texte von Autor_innen der Sozialistischen Organisation Solidarität (Sol) und des Komitees für eine Arbeiter_inneninternationale (CWI), sowie deren trotzkistischen Vorgänger_innen in den 1940er Jahren veröffentlicht, die nicht nur eine marxistische Analyse der Entwicklungen seit der Gründung des Staates Israel 1948 darstellen, sondern auch programmatische und strategische Vorschläge für die palästinensische Befreiungsbewegung machen.
In seiner Monografie "1948. Der erste arabisch-israelische Krieg" beleuchtet Benny Morris die Hintergründe und Ereignisse, die zum Ende des Britischen Mandats in Palästina, zur Zersplitterung der arabisch-palästinensischen Gesellschaft und schließlich zur Geburt des Staates Israel führten. Im Fokus der Betrachtung steht dabei die unmittelbare Reaktion auf die Staatsgründung: der panarabische Angriffskrieg.
Am 28. November 2023 fand im Buchladen Neuer Weg ein Vortragsabend zum Thema "Syrien: Leben am Rande menschlicher Möglichkeiten" statt. Referentin war Karin Leukefeld. Der Vortrag wurde vollständig aufgezeichnet.
Vollständige Aufzeichnung der Diskussion
Diskussion: Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten
mit Andreas Zumach → Krisz Webber Youtube 18.11.2023
Am 17. November 2023 fand im Buchladen Neuer Weg ein Vortragsabend zum Thema "Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten" statt. Referent war Andreas Zumach. Der Vortrag wurde vollständig aufgezeichnet.
Israel steht am Abgrund. Das Israel, das wir kannten. Saul Friedländer, der große Historiker des Holocaust, hat ein Tagebuch geschrieben, in dem er die aktuellen Ereignisse schildert und kommentiert, in Rückblenden aus der Geschichte des Landes, das er mit aufgebaut hat, erzählt, Konflikte analysiert und über Lösungen nachdenkt. Sein Tagebuch geht unter die Haut und jeden etwas an, dem an Israel was liegt.
»Ein Meisterwerk.« Philipp Blom
Ein welthistorisches Ereignis jährt sich zum 100. Mal: der Brand von Smyrna, der legendären Hafenstadt des Osmanischen Reichs. Zehntausende Menschen kamen dabei 1922 ums Leben. Die blühende Metropole, das heutige Izmir, wurde völlig zerstört. Auf den türkisch-griechischen Krieg folgte ein Bevölkerungsaustausch, bei dem fast zwei Millionen Christen und Muslime aus ihrer Heimat fliehen mussten und der als Blaupause für alle ethnischen Säuberungen des 20. Jahrhunderts dienen sollte.
Die globale Zivilisationskrise zeigt sich im Nahen Osten am deutlichsten. Liegt dort also auch der Schlüssel zu ihrer Überwindung? Ausgehend von seiner Heimat in der Wiege der menschlichen Zivilisation nimmt Öcalan seine Leserinnen mit auf die Suche nach den historischen Ursprüngen der heutigen globalen Krisen und beleuchtet dabei ebenso die vielfältigen Traditionen von Widerstand - religiöse, kulturelle wie feministische. Gemäß seinem Leitsatz »Je mehr Geschichtsbewusstsein, desto sinnvoller das Leben« zeichnet er Entwicklungslinien gesellschaftlicher Phänomene nach, stets mit Blick auf deren Potenzial für gesellschaftliche Veränderung.
Der Nahe Osten gehört zu den wenig bekannten Schauplätzen des Ersten Weltkriegs. Das Osmanische Reich, Bündnispartner Deutschlands und Österreichs, führte ab 1914 Krieg gegen Russland und brachte die Briten an den Rand einer Niederlage. Weil nur wenige Deutsche an der Seite der Türken kämpften, sind die nahöstlichen Fronten nicht so in Erinnerung geblieben wie der Krieg im Westen. Doch auch dort waren die Kämpfe außerordentlich gewaltsam. Martin Kröger stellt die Ereignisse an jenen fernen Orten, die sonst nur am Rande behandelt werden, in den Mittelpunkt und zeigt, wie die türkische Niederlage das politische Gefüge des Nahen Ostens bis heute prägt.