NachDenkSeiten (Medienpräsenz)

5:21

„War’s der Russe denn überhaupt?“ Schon die Frage ist jetzt Ketzerei | Tobias Riegel | NachDenkSeiten-Podcast | 21.08.2026

Die Markus-Lanz-Sendung vom Dienstag hat einmal mehr gezeigt: Die deutschen Militaristen in Medien und Politik haben eine komfortable Situation geschaffen – Belege, Logik und Wahrscheinlichkeiten werden schon gar nicht mehr eingefordert, wenn es der antirussischen Kriegsertüchtigung dient. Da kann man dann einfach mal „Vergeltung“ fordern, obwohl man noch gar nicht weiß, gegen wen. Die Obsession mit Russland ist auch ein Sicherheitsrisiko: Im Schatten der antirussischen Hysterie haben andere Machtgruppen ein leichtes Spiel dabei, uns zu manipulieren. Ein Kommentar von Tobias Riegel.

12:34

Der Iran hat die Fragestellung geändert. Washington hat keine Antwort darauf | Vijay Prashad | NachDenkSeiten-Podcast | 19.08.2026

Jahrzehntelang übten die USA und die von ihnen dominierten Institutionen ein machtvolles Privileg aus: Sie legten fest, welche Frage Länder im Nahen Osten zu beantworten hatten. Der Iran fordert dieses Privileg jetzt heraus. Es geht nicht mehr darum, was der Iran aufgeben muss. Es geht darum, worüber jede Macht (einschließlich der USA) bereit sein muss, zu verhandeln. Von Vijay Prashad.
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Der Beitrag erschien im Original bei Breakthrough News. Übersetzt aus dem Englischen von Marta Andujo. https://breakthroughnews.org/2026/08/07/iran-has-changed-the-question-washington-has-no-answer/

Überblick

0:09 Irans neue Strategie und das Ende des US-Privilegs Jahrzehntelang bestimmten die USA die diplomatische Agenda im Nahen Osten und legten fest, welche Bedingungen andere Staaten zu erfüllen hatten. Der Iran fordert dieses Privileg nun heraus, indem er den Fokus von einseitigen Forderungen hin zu einer Verhandlungsgrundlage verschiebt, bei der alle Mächte – einschließlich der USA – zu Konzessionen bereit sein müssen.

1:06 Die Straße von Hormus als diplomatisches Testfeld Ein konkretes Beispiel für den Strategiewechsel sind Verhandlungen zwischen dem Iran und Oman über die Überwachung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus. Ziel Teherans ist es, die Diskussion weg von rein nuklearen Verpflichtungen und hin zu einer umfassenden Sicherheitsarchitektur am Persischen Golf zu lenken.

1:37 US-Diplomatie als Prozess der Kapitulation In der Vergangenheit diente die US-Diplomatie oft dazu, Krisen einseitig zu definieren und schwächere Staaten zur Akzeptanz vorgegebener Rahmenbedingungen zu zwingen. Solche Abkommen glichen häufig Kapitulationsdokumenten, in denen eine Seite die Deutungshoheit über die Einhaltung der Regeln behielt.

2:21 Historische Fallbeispiele: Irak und Palästina Am Beispiel des Irak wird deutlich, wie Souveränität durch Sanktionen und UN-Programme wie „Öl für Lebensmittel“ an Bedingungen geknüpft wurde. Auch der Oslo-Prozess für Palästina spiegelte dieses Ungleichgewicht wider, indem entscheidende Fragen wie Staatsbildung und Grenzen aufgeschoben wurden, während die Besatzungsmacht die Kontrolle behielt.

4:22 Die Reduzierung des Iran-Konflikts auf die Atomfrage Seit über zwei Jahrzehnten wird der Konflikt mit dem Iran in Washington primär als Problem der nuklearen Weiterverbreitung dargestellt. Diese Sichtweise reduzierte komplexe regionale Spannungen, etwa um US-Militärstützpunkte und die Kontrolle von Seewegen, auf einen bloßen Test der iranischen Folgsamkeit.

5:41 Umkehrung der Debatte: Regionale Sicherheitsarchitektur Der Iran versucht nun, die Nuklearfrage untrennbar mit der regionalen Sicherheit zu verknüpfen. Die neue Kernfrage lautet nicht mehr nur, welche Beschränkungen der Iran akzeptiert, sondern welche Grenzen auch für die militärische Präsenz der USA und ihrer Verbündeten gelten müssen.

7:40 Sanktionspolitik vs. praktische maritime Erfordernisse Falls Anrainerstaaten wie der Iran die Betriebsordnung strategischer Wasserstraßen selbst festlegen, kollidiert dies mit der US-Sanktionspolitik. Washington könnte gezwungen sein, bestimmte Transaktionen zu dulden oder Lizenzen zu erteilen, um nicht den globalen Handel zu gefährden, den es eigentlich zu schützen vorgibt.

8:52 Regionale Deeskalation durch nicht-westliche Vermittlung Die durch China vermittelte Versöhnung zwischen Iran und Saudi-Arabien im Jahr 2023 zeigt, dass regionale Stabilität durch Verhandlungen statt durch US-Militäraktionen erreicht werden kann. Staaten wie Pakistan und die Türkei experimentieren zunehmend mit Sicherheitsdialogen, bei denen die USA nicht mehr der alleinige Initiator sind.

10:37 Die konzeptionelle Herausforderung für Washington Die eigentliche Herausforderung besteht darin, wer künftig die Agenda bestimmt und die Wasserstraßen kontrolliert. Eine dauerhafte Einigung im Nahen Osten darf keinem Kapitulationsdokument gleichen, sondern muss alle Sicherheitsaspekte – von Raketen bis hin zu Sanktionen – als ein gemeinsames Problem behandeln.

11:22 Fazit: Eine neue Verhandlungsrealität Der Iran hat erreicht, dass die Region eine andere Frage in Betracht zieht: Es geht nicht mehr darum, was Teheran einseitig aufgeben muss, sondern worüber alle Parteien, einschließlich der USA, bereit sein müssen zu verhandeln


Der Beitrag bei den NachDenkSeiten

4:16

Die extremistische Kaja Kallas: Jetzt soll die „weitreichendste Sanktionsliste seit Beginn des Krieges“ kommen | Tobias Riegel | NachDenkSeiten-Podcast | 17.08.2026

Die selbstzerstörerische und ansonsten wirkungslose EU-Sanktionspolitik gegen Russland soll nicht etwa überdacht werden: Wenn es nach der EU-„Chefdiplomatin“ Kaja Kallas geht, soll der gescheiterte und gefährliche Kurs nochmals intensiviert werden. Dieser krasse Irrweg muss endlich korrigiert werden. Ein Kommentar von Tobias Riegel.

19:49

Ob an der belarussisch-lettischen Grenze oder im spanischen Ceuta: Die Migrationskrise erhitzt erneut die politische Debatte an den Rändern der Europäischen Union. Doch wie blickt die andere Seite auf das Geschehen? Ein im deutschsprachigen Raum seltenes Interview mit dem belarussischen Vize-Außenminister Igor Sekreta liefert eine Innenansicht, die im Westen systematisch ausgeblendet wird. Der Spitzendiplomat kontert den Vorwurf einer „hybriden Aggression“, kritisiert die verfehlte westliche Interventionspolitik im Nahen Osten und fragt provokant: Warum sollte Belarus die EU-Außengrenzen schützen, während es selbst unter härtesten Sanktionen leidet? Ein erhellender, ungeschönter Blick auf die Wurzeln der Krise, die Folgen der Sanktionspolitik und eine dringende Mahnung vor einer unkontrollierten militärischen Eskalation in Europa. Mit Igor Sekreta sprach und das Gespräch aus dem Russischen übersetzte Éva Péli.

37:40

Am 21. Juni wurde der „Doktor der Armen“ genannte Dr. Mazen Rantisi in Ramallah von israelischen Sicherheitsbehörden verhaftet. Seitdem ist er im Ofer Gefängnis im besetzten Westjordanland inhaftiert. Ihm wird vorgeworfen, dass die Gesundheitsorganisation, der er vorsteht, eine terroristische Vereinigung unterstützt, was von seinem Anwalt zurückgewiesen wird. Dieser beschreibt hingegen, dass Dr. Rantisi in der Haft stark abgenommen hat und die medizinische Versorgung unzureichend ist. Moritz Müller hat mit Rita Amer, der Cousine von Dr. Rantisi, das folgende Interview geführt. 

Artikel zum Nachlesen: https://www.nachdenkseiten.de/?p=154966

25:53

Das Militär und das Klima: Heuchelei, Betrug, Verbrechen | Irmtraud Gutschke | NachDenkSeiten-Podcast | 14.08.2026 

Empörung, untermauert von Fakten-Fülle: In seinem Buch „Militär, Rüstung, Klima“ legt Olaf Achilles das Ergebnis von 35 Jahren Forschung vor – in der Hoffnung, die Öffentlichkeit zu mobilisieren gegen eine Politik, die heuchlerisch mit Klimazielen hantiert, wohl wissend, wie diese im militärischen Bereich ad absurdum geführt werden. 

29:45

Gerade als Berlin einmal kurz und zurückhaltend Israel wegen seines Vorgehens im Gazastreifen kritisierte, nahm Volkswagen Verhandlungen mit dem israelischen staatlichen Unternehmen Rafael Advanced Defense Systems über die Zukunft seines Werks in Osnabrück auf. Die Gespräche gingen dabei weit über einen gewöhnlichen Liefervertrag hinaus. Reuters berichtete später, dass Rafael eine Absichtserklärung unterzeichnet habe, das Werk zu erwerben und es für die Produktion im Zusammenhang mit dem Iron Dome zu nutzen. Die Sicherung der Zukunft des Werks ist aber nur ein Aspekt des Themas. Die Produktion in Osnabrück könnte Rafael nämlich eine deutsche Basis verschaffen, von der aus das Unternehmen europäische Rüstungsaufträge anstreben könnte.

7:11

Der Russe war’s! Wie sich die Sabotage-Vorwürfe stapeln (und nie richtiggestellt werden) | Tobias Riegel | NachDenkSeiten-Podcast | 04.09.2025

Das „GPS-Gate“ um das Flugzeug Ursula von der Leyens ist in sich zusammengefallen – trotzdem ist die Episode ein gutes Beispiel für die Manipulationsmethode mit den „gestapelten“ Vorwürfen. Diese schnellen Aufzählungen von „russischen Untaten“ sollen in der Summe ein bedrohliches Bild abgeben, auch wenn die einzelnen Elemente überwiegend völlig unbelegte Behauptungen sind. Möglicherweise wird also auch der „GPS-Angriff Russlands“ bald in Talkshows zwischen anderen gestapelten Behauptungen (Desinformation, Spionage, Paketbomben, Wahlmanipulation usw.) als „russische Aggression“ aufgezählt werden. Ein Kommentar von Tobias Riegel.

9:38

#FriedensnotenGute – Antikriegslieder sterben leider nie – sie warten auf den nächsten Krieg | Jens Berger | NachDenkSeiten-Podcast | 31.07.2026

Unsere Geschichtsbücher erzählen gerne von Generälen, Feldherren, Königen und Präsidenten, die Kriege führen, gewinnen und verlieren. Doch sie sind es nicht, die elend in Schützengräben kauern und denen die Gliedmaßen von einer feindlichen Kugel weggerissen werden. Für das Schicksal der „Johnnys“, die mit Trommeln und Versprechungen geködert und dann im Militär gebrochen und in Kriegen verheizt werden, ist nicht die Geschichtsschreibung, sondern die Kunst zuständig. Ein solches Kunstwerk ist das zeitlose Antikriegslied „Johnny I Hardly Knew Ye“, das ich Ihnen heute im Rahmen des Projekts #Friedensnoten https://friedensnoten.de/ 
in der eindringlichen Version von Benjamin Luxon und Bill Crofut[*] vorstellen will.    • Johnny I hardly knew'ya Irish national  
Von Jens Berger. 

[*] Benjamin Luxon (vocals) and Bill Crofut (Banjo) on “Folksongs at Tanglewood” – Omega Records OCD3003

5:46

Drohnenvorfall: Die Grünen wollen sofort eskalieren und reden von „russischem Staatsterrorismus“ | Tobias Riegel | NachDenkSeiten-Podcast | 07.08.2026

Die Parteivorsitzende der Grünen fordert auf Basis „naheliegender Vermutungen“ bereits „entschlossene Reaktionen“ – das wäre sogar dann total verantwortungslos, wenn die Vermutung einer russischen Urheberschaft des Drohnenvorfalls tatsächlich „naheliegend“ wäre. Das ist sie aber überhaupt nicht. Die Grünen festigen mit ihrem gefährlichen Vorpreschen erneut ihren Status als Kriegstreiber Nummer eins in Deutschland. Ein Kommentar von Tobias Riegel.
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