»Ein Feuerwerk der Fantasie« Nadine Gordimer
Moraes Zogoiby, genannt Moor, ist der letzte Spross einer indischen Gewürzhändlerdynastie - und ein erfahrener Geschichtenerzähler. Auf seinem Weg von Indien ins spanische Exil erzählt er die Geschichte seiner Familie. Eine Geschichte, die von erbitterten Fehden, von unheilvollen Verwünschungen und Leidenschaften, vom Glanz und Untergang eines Familienimperiums handelt und gleichzeitig eine Chronik des modernen Indiens ist.
Reise (Thema)
Mohamed Mbougar Sarr erzählt virtuos von der Suche nach einem verschollenen Autor: Als dem jungen Senegalesen Diégane ein verloren geglaubtes Kultbuch in die Hände fällt, stürzt er sich auf die Spur des rätselhaften Verfassers T.C. Elimane. Dieser wurde in den dreißiger Jahren als "schwarzer Rimbaud" gefeiert, nach rassistischen Anfeindungen und einem Skandal tauchte er jedoch unter. Wer war er? Voll Suchtpotenzial und unnachahmlicher Ironie erzählt Sarr von einer labyrinthischen Reise, die drei Kontinente umspannt. Ein meisterhafter Bildungsroman, eine radikal aktuelle Auseinandersetzung mit dem komplexen Erbe des Kolonialismus und eine soghafte Kriminalgeschichte. Ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt.
Ende 1919 brach Alma M. Karlin (1889 -1950), ihre Schreibmaschine "Erika" im Gepäck, zu einer über acht Jahre langen Weltreise auf. Nach "Einsame Weltreise" und "Im Banne der Südsee" beschreibt Alma M- Karlin im 3. und letzten Band ihre Reise nach Indonesien, Singapur, Thailand, Burma, Indien, Jemen und Eritrea bis zur Rückkehr in ihre Heimatstadt Cilli/Celje.
Als Ärztin, Journalistin, Missionarsfrau, Schriftstellerin, Kunstsammlerin, Wissenschaftlerin, Spionin, Künstlerin oder Konditoreibetreiberin lebten und arbeiteten sie im 19. und frühen 20. Jahrhundert in verschiedenen Regionen des ostasiatischen Landes. Sie erlebten die Zeit der Opiumkriege, der deutschen Kolonien, des Zweiten Weltkriegs und der Gründung der Volksrepublik China, legten Zeugnis ab von ihrem Alltag, ihrer historischen, gesellschaftlichen und kulturellen Umgebung - und auch von ihren jeweiligen Vorurteilen und ihrem Umgang damit. Martina Bölck und Hilke Veth porträtieren 18 Frauen, die längere Zeit in China lebten oder ausgedehnte Reisen dorthin unternahmen.
Die chinesisch-russische Grenze war einst die längste Landgrenze der Welt. Während sie im 17. Jahrhundert vage markiert durch die Steppe verlief, entwickelte sie sich im 20. Jahrhundert zu einer streng patrouillierten Barriere mit Wachtürmen und Stacheldraht. Sie scheidet zwei Staaten, denen heute große Aufmerksamkeit zukommt, die Grenze jedoch hat in der Geschichte der Imperien bisher wenig Beachtung gefunden.
Der Historiker Sören Urbansky erzahlt die Geschichte ihres Verlaufs und stellt dabei die Lebenswelten der Grenzbewohner und die globalen Verstrickungen in den Mittelpunkt.
Erweiterte Neu-Edition einer Broschüre aus dem Jahr 1924.
Die Reise von W.I.Lenin und Genoss:innen aus der Schweiz durch Deutschland nach Russland im April 1917 kann mit Recht als eine Unternehmung bezeichnet werden, die den Gang der Weltgeschichte beeinflusste. Viele Legenden ranken sich um sie. Der Schweizer Kommunist Fritz Platten, enger Vertrauter Lenins, begleitete die »Fahrt im plombierten Wagen« als Organisator. Seine im Jahr 1924 veröffentlichte Broschüre brachte eine Aufklärung der Reiseumstände und widerlegte verleumderische Erzählungen, die auch heute noch immer wieder verbreitet werden.
»Im Kopf werfe ich eine Münze: Falls mich eine Einladung nach Europa führt, werde ich die Reise auf eigene Faust gen Osten ausdehnen.« Die Einladung kam, und die in New York lebende Chilenin Lina Meruane fuhr erstmals in die Heimat ihrer palästinensischen Großeltern, ins heutige Israel. Der Bericht über ihre Reisen in die eigene Vergangenheit ist ein gedankensprühender Kommentar zu einem zunehmend weltbewegenden Problem: Warum wird es immer komplizierter, die Fragen »Wo kommst du her? Wer bist du?« eindeutig zu beantworten?
In keinem Land der Welt wurde mehr gereist als in der DDR. Der Tourismus stand dabei von Anfang an im Spannungsfeld zwischen staatlicher Regelungswut, politischen Interessen und privater Urlaubssehnsucht. Hasso Spode gibt in diesem Buch einen profunden Überblick über die Welt der gewerkschaftlichen und betrieblichen Ferienheime, der HO- und Interhotels, der Jugend-Ferienlager, der sozialistischen Urlaubsflotte, der Campingplätze und der Nacktbadestrände.
»Eine notwendige Neuausgabe.« Neues Deutschland.
Berlin 1914-1924: Der Fuhrbetrieb des Droschkenkutschers Gustav Hackendahl kann neben der Automobilkonkurrenz nicht bestehen. Da setzt er trotzig einen Traum in die Tat um, eine letzte Reise mit der Droschke - von Berlin nach Paris. Diese Neuausgabe präsentiert die Geschichte des eisernen Gustav erstmals in einer Textfassung, die gänzlich frei von politisch motivierten Eingriffen ist. Denn der Roman wurde zunächst durch die Nazis und dann in der DDR gezielt manipuliert.
Mitten im Unterricht verlässt ein Lehrer seine Schule und macht sich auf den Weg nach Lissabon, um den Spuren eines geheimnisvollen Autors zu folgen. Immer tiefer zieht es ihn in dessen Aufzeichnungen und Reflexionen, immer mehr Menschen lernt er kennen, die von diesem Mann, den ein dunkles Geheimnis umgibt, zutiefst beeindruckt waren. Eine wundervolle Reise - die vergeblich sein muss und deren Bedrohungen der Reisende nicht gewachsen ist. Endlich kann er wieder fühlen, endlich hat er von seinem Leben zwischen Büchern aufgeblickt - aber was er sieht, könnte ihn das Leben kosten ...