Moshe Zuckermann (Jahrgang 1949) ist ein israelisch-deutscher Soziologe, Historiker, Philosoph und politischer Publizist. Er wurde in Tel Aviv als Sohn polnisch-jüdischer Holocaust-Überlebender geboren, wuchs zeitweise in Frankfurt am Main auf und kehrte 1970 nach Israel zurück. An der Universität Tel Aviv studierte er Soziologie, Politikwissenschaft und Geschichte und wurde später Professor am Cohn Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas. Von 2000 bis 2005 leitete er das Institut für Deutsche Geschichte der Universität Tel Aviv; heute ist er emeritiert. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte sind die Kritische Theorie der Frankfurter Schule, die Soziologie und Philosophie der Kunst, die Wirkung des Holocaust auf die politischen Kulturen Deutschlands und Israels sowie Antisemitismus, Zionismus und Erinnerungspolitik.
Zuckermann veröffentlichte zahlreiche Bücher, darunter Zweierlei Holocaust, Gedenken und Kulturindustrie, „Antisemit!“ Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument, Israels Schicksal, Der allgegenwärtige Antisemit, Wagner, ein ewig deutsches Ärgernis und Fortschritt. Darin kritisiert er sowohl die politische Instrumentalisierung der deutschen Vergangenheit als auch die israelische Besatzungs- und Siedlungspolitik. Er versteht sich als Marxist und Vertreter der Kritischen Theorie und gehört zu den profiliertesten israelischen Stimmen in deutschsprachigen Debatten über Israel, Deutschland, den Holocaust und den Antisemitismusbegriff.
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