Denk ich an Deutschland ...
Ein Dialog in Israel

Ein Dialog in Israel.
Deutschland ist in Israel ein empfindliches Thema - das im vorliegenden Gesprächsband von zwei hochkarätigen Experten in vielen unterschiedlichen Aspekten beleuchtet wird. Moshe Zuckermann von der Universität Tel Aviv und Moshe Zimmermann von der Hebräischen Universität in Jerusalem, widmeten ihr gesamtes Forschungsleben der deutschen Geschichte.

ISBN 978-3-86489-402-2 1. Auflage 25.09.2023 25,00 € Portofrei Bestellen (Buch | Hardcover)

Ihr Buch ist ein profunder Dialog zu den Themen: Die Shoah der europäischen Juden, der israelisch-palästinensische Konflikt, der Antisemitismus und seine Instrumentalisierung zu politischen Zwecken, die zionistische politische Kultur Israels und ihre deutschen Wurzeln, und vieles mehr. Die Gespräche eint der Versuch, die Themen auf gemeinsamer Basis tiefergehend zu ergründen und auch Nuancen zu erörtern, die der öffentliche Diskurs oft in grober Eindimensionalität rezipiert.

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Inhaltsverzeichnis und Leseprobe des Verlags

Ist Kritik am Vorgehen Israels in Gaza per definitionem antisemitisch? Kein europäischer Historiker kann die Geschichte der Juden und die Geschichte Israels – was nicht dasselbe ist! – ignorieren. Auch ich als Herausgeber von Globalbridge.ch investiere viel Zeit, um auch in dieser Thematik informiert zu sein – siehe weiter unten. Aber es gibt Leser, die aus den auf Globalbridge.ch publizierten Beiträgen zum Krieg in Gaza den Schluss ziehen, ich hasse «die Juden». Dagegen muss ich mich in aller Form wehren. Von Christian Müller → Global Bridge 04.01.2024

Studie: Israelischer Blick auf Deutschland positiver als umgekehrt → Zeit Online 02.09.2022

Israelische Deutschlandbilder - Essay → Bundeszentrale für politische Bildung 30.01.2015

Was bedeutet überhaupt "Dialog"? → Wortherkunft und Geschichte auf Wikipedia

Autoreninfos

Moshe Zimmermann (Jahrgang 1943) ist ein israelischer Historiker, Antisemitismusforscher, Autor und politischer Publizist. Er wurde in Jerusalem als Sohn deutsch-jüdischer Einwanderer geboren, deren Familien 1938 aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Palästina geflohen waren. An der Hebräischen Universität Jerusalem studierte er Geschichte und Politikwissenschaft und promovierte mit einer Untersuchung über die Emanzipation der Hamburger Juden im 19. Jahrhundert. Von 1986 bis zu seiner Emeritierung 2012 lehrte er dort Neuere Geschichte und leitete zugleich das Richard-Koebner-Minerva-Zentrum für Deutsche Geschichte. Gastprofessuren führten ihn unter anderem an mehrere deutsche Universitäten und nach Princeton. Zimmermanns wissenschaftliche Arbeit umfasst die deutsche Sozial- und Kulturgeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts, die Geschichte der deutschen Juden, Nationalismus und Antisemitismus, die deutsch-israelischen Beziehungen sowie die Geschichte von Film und Sport.

Besondere Bedeutung erlangte seine Biografie Wilhelm Marr – The Patriarch of Antisemitism über den deutschen Publizisten, der den Begriff „Antisemitismus“ im politischen Sprachgebrauch verbreitete. Weitere wichtige Werke sind Die deutschen Juden 1914–1945, Deutsch-jüdische Vergangenheit, Deutsche gegen Deutsche und Vom Rhein an den Jordan, in denen Zimmermann die deutsch-jüdische Geschichte nicht als Randgebiet, sondern als Bestandteil der allgemeinen deutschen Geschichte behandelt. Als Mitherausgeber des 2010 erschienenen Berichts Das Amt und die Vergangenheit war er an der Untersuchung der Beteiligung des deutschen Auswärtigen Amtes an der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik und des späteren Umgangs mit belasteten Diplomaten beteiligt. Sein umfangreiches Werk umfasst außerdem Studien zur Erinnerung an den Holocaust, zum Zionismus, zur israelischen Gesellschaft und zur politischen Instrumentalisierung von Geschichte. 

Zimmermann gehört zugleich zu den international bekanntesten israelischen Kritikern der israelischen Besatzungs- und Siedlungspolitik. Er befürwortet eine Zweistaatenlösung und warnt seit Jahrzehnten davor, den Holocaust zur Rechtfertigung gegenwärtiger israelischer Regierungspolitik heranzuziehen. Dabei lehnt er eine pauschale Deutung des Zionismus als europäisches Kolonialprojekt ab: Die jüdische Einwanderung nach Palästina erklärt er vor allem aus Verfolgung, Vertreibung und dem Streben nach nationaler Selbstbestimmung. Die nach 1967 entstandene Siedlungsbewegung im besetzten Westjordanland beurteilt er dagegen ausdrücklich als koloniales Unternehmen. Seine scharfe Kritik gilt besonders der Politik Benjamin Netanjahus, der Schwächung demokratischer Institutionen und der Vorstellung, der Konflikt mit den Palästinensern könne dauerhaft militärisch beherrscht werden. 

In Büchern wie Goliaths Falle, Die Angst vor dem Frieden und Niemals Frieden? Israel am Scheideweg verbindet Zimmermann historische Analyse mit politischer Intervention. Das 2024 erschienene Niemals Frieden? untersucht den Kreislauf aus Gewalt und Gegengewalt nach dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 und dem anschließenden Gazakrieg. Zimmermann fordert darin eine Abkehr von Siedlungspolitik, Islamismus und militärischer Dauerherrschaft sowie eine international unterstützte politische Regelung mit zwei Staaten. Das Buch wurde 2024 für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert; die Jury würdigte besonders die Einbeziehung israelischer und palästinensischer Perspektiven. Zimmermann zählt damit nicht nur zu den bedeutenden Historikern der deutsch-jüdischen Beziehungen, sondern auch zu den profiliertesten israelischen Stimmen in der deutschsprachigen Debatte über Erinnerungskultur, Antisemitismus und den Nahostkonflikt. 

Wikipedia (DE): Moshe Zimmermann  |  Wikipedia (EN): Moshe Zimmermann   |   Offizielles Universitätsprofil: Moshe Zimmermann 

Moshe Zuckermann (Jahrgang 1949) ist ein israelisch-deutscher Soziologe, Historiker, Philosoph und politischer Publizist. Er wurde in Tel Aviv als Sohn polnisch-jüdischer Holocaust-Überlebender geboren, wuchs zeitweise in Frankfurt am Main auf und kehrte 1970 nach Israel zurück. An der Universität Tel Aviv studierte er Soziologie, Politikwissenschaft und Geschichte und wurde später Professor am Cohn Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas. Von 2000 bis 2005 leitete er das Institut für Deutsche Geschichte der Universität Tel Aviv; heute ist er emeritiert. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte sind die Kritische Theorie der Frankfurter Schule, die Soziologie und Philosophie der Kunst, die Wirkung des Holocaust auf die politischen Kulturen Deutschlands und Israels sowie Antisemitismus, Zionismus und Erinnerungspolitik.

Zuckermann veröffentlichte zahlreiche Bücher, darunter Zweierlei Holocaust, Gedenken und Kulturindustrie, „Antisemit!“ Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument, Israels Schicksal, Der allgegenwärtige Antisemit, Wagner, ein ewig deutsches Ärgernis und Fortschritt. Darin kritisiert er sowohl die politische Instrumentalisierung der deutschen Vergangenheit als auch die israelische Besatzungs- und Siedlungspolitik. Er versteht sich als Marxist und Vertreter der Kritischen Theorie und gehört zu den profiliertesten israelischen Stimmen in deutschsprachigen Debatten über Israel, Deutschland, den Holocaust und den Antisemitismusbegriff. 

Wikipedia (DE): Moshe Zuckermann  |  Wikipedia (HE): Moshe Zuckermann

Erstellt: 30.09.2023 - 13:15  |  Geändert: 29.07.2026 - 11:24