Die DDR ist ein Land, das es nicht mehr gibt. Mit ihr wurden nach 1990 viele Gebäude und Plätze beseitigt, die in 40 Jahren Deutscher Demokratischer Republik entstanden waren bzw. ihre Hochphase hatten. Es ist eine Binsenweisheit: Architektur hat nicht nur einen funktionalen oder ästhetischen Charakter, sie sagt auch immer etwas über ihre Zeit und deren Ideale aus, ist Träger von Geschichte. Insbesondere verschwundene Orte erzeugen in der Erinnerung ein eigentümliches Bild der Vergangenheit.
Architektur (Thema)
Die Nazis brauchten Wohnungen in Berlin. Für ihre Bonzen undfür die Propaganda. Also sorgte Hitlers Günstling, der Generalbauinspektor der Reichshauptstadt Albert Speer, seit1937 für die systematische Deportation von Juden, um an deren Wohnungen, Häuser und Grundstücke zu gelangen. Allerdings sollten die Arbeitsfähigen als Sklaven der Rüstungsproduktionerhalten bleiben. Deshalb veranlasste Speer als Reichsminister für Bewaffnung und Munition den Ausbau des Lagers in Auschwitz-Birkenau. Hätten dies die Richter beim Kriegesverbrecherprozess in Nürnberg gewusst, wäre Speer nicht mit einer Haftstrafe davongekommen. Das Wissen um diese Zusammenhänge von Wohnungspolitik, Massendeportation und Vernichtung durch Arbeit verdanken wir der Historikerin Susanne Willems.
ISBN 978-3-360-01332-3
2. durchgesehene Auflage 14.03.2018
vergriffen
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Eine spannende Reise in eine bislang viel zu wenig beleuchtete Welt: Der erste umfassende Überblick über die kulturelle Blütezeit Berlins zu Beginn des 19. Jahrhunderts.
Die deutsche Klassik war viel mehr als Goethe, Schiller und ihre Trabanten - und sie war viel turbulenter, bunter und aufregender als die meisten denken: Dichter, Denker, Juden, Christen, Bürger, Adelige, Reformer aller Couleur und die erste umfassende Bürgerbewegung Deutschlands - Marie Haller-Nevermann gibt erstmals einen Überblick über die entstehende Großstadtkultur Berlins um 1800.
Das Zentrum der deutschen Klassik ist ganz sicher nicht nur Weimar. Der Berliner Germanist Conrad Wiedemann hat dazu eine Diskussion angestoßen, aber diese Einsicht setzt sich in Deutschland nur langsam durch. Sie gewinnt aber an Boden.
Die ersten freien Wahlen zum Wiener Gemeinderat bringen 1919 der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei die absolute Mehrheit. So beginnt ein international beachtetes Reformprojekt, das auf eine tiefgreifende Verbesserung der Lebensbedingungen in der Stadt und eine weitreichende Demokratisierung der Gesellschaft zielt.
Zentrales Handlungsfeld wird die Wohnungsfrage. Auf der Grundlage von "Luxussteuern" werden bis 1934 mehr als 60.000 Wohnungen sowie zahlreiche Sozial-, Freizeit- und Kultureinrichtungen geschaffen.
Konzeptkünstler, Maler, Bildhauer, Architekt, Selbstdarsteller, Dissident, Dorn im Auge des Regimes in Peking - Ai Weiwei ist für seine politischen Standpunkte und seine Präsenz in den sozialen Medien fast ebenso bekannt wie für seine Kunst, die oftmals spektakuläre Dimensionen annimmt.
Diese Ausgabe der Ai-Weiwei-Monografie, die sich auf das jüngste Jahrzehnt seines künstlerischen und aktivistischen Schaffens konzentriert, wurde umfassend aktualisiert. Das Buch beleuchtet nun 40 Jahre seines Werks und spannt den Bogen von seinem Exil im New York der 1980er-Jahre bis zu seinen jüngsten Skulpturen, Filmen und Installationen, die sich für Menschenrechte einsetzen.
ISBN 978-3-8365-2649-4
2016
vergriffen
Die Neuauflage des Kommentars, der ebenso wie das bayerische Denkmalschutzgesetz im Jahr 2023 auf 50 Jahre Bestehen zurückblicken kann, berücksichtigt die jüngsten Änderungen des Gesetzes im Bereich der Zulassung von Anlagen zur Erzeugung "erneuerbarer Energien" sowie die Neuregelungen im Bereich der Bodendenkmalpflege (Schatzregal, Sondengänger, Veranlasserprinzip). Aktuelle Problemstellungen und die verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung aus Bayern und anderen Ländern werden berücksichtigt. Auch die neue Auflage ist nicht zuletzt aufgrund der beigegebenen Materialen wieder durch Praxistauglichkeit und Detailschärfe gekennzeichnet.Das Werk richtet sich an alle mit dem Gesetz befassten Städte und Gemeinden, Architekten, Ingenieure, Rechtsanwälte, Richter, Denkmalpfleger und Restauratoren.
40 Jahre lang dominierte der Kalte Krieg das Weltgeschehen. Die DDR und die Bundesrepublik befanden sich in diesem globalen Konflikt an vorderster Front. Symbol dafür war die berüchtigte Berliner Mauer, die Liebende, Freunde und Familien, Kollegen und Mitbürger voneinander trennte.
Der Herausgeber, das Wendemuseum im kalifornischen Los Angeles, ist nach dem historischen Zeitraum um den Mauerfall 1989 benannt. Seit seiner Gründung 2002 durch den Amerikaner Justin Jampol widmet sich das Museum der Kultur und Bildsprache des früheren Ostblocks und fördert verschiedene Sichtweisen auf diese vielschichtige Ära, die unsere Welt bis heute prägt.
Der enzyklopädische Band zeigt mehr als 2.000 Stücke aus der einzigartigen Sammlung des Museumsauf über 800 Seiten. Basierend auf unserem XL-Band, bietet dieses Buch einen umfangreichen Überblick über Kunstgegenstände, Archivbestände und Dinge aus der DDR: offizielle Symbole und oppositionelle Ausdrucksformen, Spektakuläres und Alltägliches, Massenproduziertes und Handgemachtes, Witziges und Tragisches.
In diesem Band holt der Fotograf Frédéric Chaubin 90 Bauwerke aus der Schlussphase der Sowjetunion aus der Vergessenheit. Die poetischen Bilder aus 14 Teilrepubliken dokumentieren eine letzte Blütezeit der Kreativität in dem untergehenden Reich zwischen 1970 und 1990. Anders als in den zwanziger oder fünfziger Jahren ist hier keine einheitliche "Schule" zu erkennen. Die Bauwerke entstanden vielmehr aus dem chaotischen Impuls des implodierenden Systems. Ihre Vielfalt nimmt das Auseinanderbrechen der Sowjetunion vorweg.
Die Architekten nutzten die Freiräume, die durch das Bröckeln der monolithischen Staatsstruktur entstanden: Sie gingen weit über den Modernismus hinaus und fanden zu den Wurzeln des freien Erfindens zurück. Die Wagemutigsten schufen Projekte, von denen die Konstruktivisten nur träumen konnten (Druschba Sanatorium, Jalta), andere zeigten ihre Fantasie auf expressionistische Weise (Hochzeitspalast, Tiflis).
Von ruralen Cottages bis zu futuristischen Villen, vom Künstleratelier am Strand bis zum einsamen Refugium im Wald: Diese weltumspannende Auswahl innovativer, außergewöhnlicher Architekten-Einzelhäuser stellt neben den Werken bekannter Größen wie Shigeru Ban, MVRDV und Marcio Kogan auch aufstrebende Talente wie Aires Mateus, Xu Fu-Min, Võ Tr ng Ngh a, Desai Chia und Shunri Nishizawa vor. Zu sehen sind u.a. Häuser in Australien und Neuseeland, China, Vietnam, in den USA, in Mexiko, Ecuador und Costa Rica.
"Die Philosophie ist das Mikroskop des Gedankens." Victor Hugo
Panoramablick auf die Philosophie der Moderne
Wie sind wir, selbstbewusste und unsichere Menschen des 21. Jahrhunderts, zu dem geworden sind, was wir sind? Seit René Descartes muss der Mensch selbst entscheiden, welche Art von Kreatur er ist. Die zentrale Frage ist, was passiert, wenn Gott aufhört, der Anker unserer Existenz zu sein. In der Malerei äußert sich diese Idee in der Zentralperspektive: Anstatt die Welt mit den Augen eines allsehenden Gottes darzustellen, begannen die Maler, Wege zu finden, den menschlichen Standpunkt auszudrücken.