Aus dem jahrhundertelangen Wettstreit von Städten, Fürsten und Päpsten um die vollkommensten Kunstwerke entstand in Italien eine beispiellose Vielfalt und Innovationskraft. Volker Reinhardt blickt auf tausend Jahre italienischer Kulturgeschichte und lässt verstehen, was die unverkennbare "Italianità" und die unwiderstehliche Anziehungskraft so vieler eigenwilliger Künstler und Werke ausmacht.
Mit über 100 teils farbigen Abbildungen.
Architektur (Thema)
In der Sowjetunion genossen die Raumfahrt und die mit ihr verbundene Raketentechnik oberste Priorität. Denn mit dem Start des ersten künstlichen Erdsatelliten Sputnik im Jahr 1957 und mehr noch mit dem ersten bemannten Raumflug durch Juri Gagarin vier Jahre später erreichte der Kalte Krieg eine neue Stufe: Es begann ein Wettstreit beider politischer Systeme um die Vorherrschaft im Weltraum, galt doch die Raumfahrt als Maßstab für gesellschaftliche Leistungsfähigkeit und Fortschrittlichkeit. Doch neben den militärischen und politischen Aspekten stand auch der bis in die Antike zurückreichende Traum der Menschheit von der Überwindung der räumlichen Grenzen, der Eroberung des Himmels. Diese Sehnsucht schien nun Wirklichkeit zu werden. Die beispiellose Weltraumbegeisterung der kosmischen Ära zeigt sich auch im futuristischen Formenvokabular der sowjetischen Baukunst, in den Utopien der sogenannten Papierarchitekten - und in den Bauten fu?r die sowjetische Raumfahrt in Baikonur, Kaluga oder den geschlossenen Städten bei Moskau.
Zum 41. Geburtstag im Jahr 1924 schenkten sechs Bauhaus-Meister ihrem Direktor Walter Gropius eine Mappe mit eigens geschaffenen Bildern. Auf Anregung von László Moholy-Nagy variierten Lyonel Feininger, Wassili Kandinsky, Paul Klee, Georg Muche, Oskar Schlemmer und er selbst ein Motiv des Pressefotografen John Graudenz. Dies zeigte die erste öffentliche Übertragung von Ergebnissen einer Reichstagswahl durch das Radio in Berlin. Entstanden ist ein Meisterwerk im wahrsten Sinne des Wortes: ein Kaleidoskop unterschiedlicher Sichtweisen dieses Übergangs von der Pressewelt in eine Radiowelt - und gleichzeitig Schlüsselbilder für die moderne Demokratie und die Gemeinschaft von Künstlerpersönlichkeiten.
Was haben Weltraumkapseln, U-Boote und Bürogebäude gemeinsam? Sie alle sind als geschlossenes System konzipiert: als selbst erhaltende physikalische Umwelt, die von ihrer Umgebung durch eine Grenze getrennt ist, die weder Transfer von Material noch Energie erlaubt. Als raumzeitliche Teilrekonstruktionen der Welt erkennen und sichern geschlossene Systeme den für den Lebenserhalt notwendigen Materialkreislauf. Gegenwärtige Diskussionen über globale Erwärmung, Recycling
und Nachhaltigkeit gehen in ihren konzeptuellen Annahmen direkt auf die Beobachtung und Analyse geschlossener Systeme zurück. Vom Raumfahrtprogramm bis zu Architekturströmungen, die mit autonomem Leben experimentieren, dokumentiert "The Architecture of Closed Worlds" eine disziplinäre Transformation und das Entstehen eines neuen Verständnisses von Umwelt als synthetischem Naturalismus.
Die Mieten explodieren, die Städte platzen aus den Nähten, die Schadstoffbelastung ist nicht mehr hinnehmbar, der Kontakt zur Natur ist verloren. Diesen Problemen begegnet bereits an der Schwelle des 19. zum 20. Jahrhundert die Gartenstadtbewegung: Die Vision einer neuen Art zu wohnen, die auf Gemeinschaftseigentum basiert und die Spekulation mit Grundstücken unmöglich macht - um allen Menschen würdigen Raum zu geben.
Architektonische Zeitzeugen des Sozialismus
Unter oft schwierigen Bedingungen und mit großem Idealismus entstand in der ehemaligen DDR eine Vielzahl ästhetisch hochwertiger Bauten, deren architektonischer Wert - auch im Kontext des Mid-Century Revivals - inzwischen geschätzt wird. In den Jahren nach dem Mauerfall haben viele ostdeutsche Kommunen ihre Innenstädte allerdings generalüberholt und dabei auch zahlreiche architektonische "Altlasten" aus sozialistischer Zeit beseitigt.
Ausgehend von einer kritischen Gegenwartsanalyse entwerfen der Architekt Friedrich von Borries und der Stadtplaner Benjamin Kasten das Bild einer Stadt der Zukunft, die ökologischer und gerechter ist als die Stadt der Gegenwart. Sie ist größer und dichter, aber auch offener und grüner - und jeder Bewohner ist aktiv in ihre Gestaltung miteinbezogen.
Der Themenschwerpunkt von Heft 2/2019 von "Berliner Debatte Initial" ist dem Kulturphilosophen, Ästhetiker und Architekturtheoretiker Lothar Kühne (1931-1985) gewidmet. Mit seinen originären wie originellen Bezügen auf die Marx'sche Theorie, wie etwa der Bestimmung von Arbeit als Gestaltungsprozess, prägte Kühne die Debatten zu Architektur und Stadtplanung sowie die Ästhetik in der DDR. Sein radikaler Anspruch, Ästhetik, verstanden als Gestaltung der materiellen Lebensbedingungen der Menschen, mit der Perspektive des Kommunismus zu verbinden, faszinierte und provozierte - und ließ ihn auch zu einem wichtigen Bezugspunkt in der Suche nach einem alternativen Verständnis des Sozialismus werden.
100 Jahre nach dem Beginn der Periode des „Roten Wien“ prägt dessen Architektur bis heute die Stadt. Über 500 Wohnanlagen, Volksbäder, Park- und Sportplätze, Arbeitsämter, Fabriken, Friedhöfe und sogar Kirchen gehen auf den kommunalen Wohnbau des Austromarxismus zurück. Sie alle finden in diesem Buch ihren Platz.
Die Bautätigkeit des „Roten Wien“ verstand sich als Anti-These zur bürgerlichen Stadtplanung der Ringstraßen-Ära. Sie verkörpert sichtbar die neuen Machtverhältnisse nach dem Ersten Weltkrieg. Der kommunale Wohnbau der Sozialdemokratie wird von internationalen Fachleuten als monumental, aber auch als vorbildlich für soziales Wohnen hingestellt.
Die DDR ist ein Land, das es nicht mehr gibt. Mit ihr wurden nach 1990 viele Gebäude und Plätze beseitigt, die in 40 Jahren Deutscher Demokratischer Republik entstanden waren bzw. ihre Hochphase hatten. Es ist eine Binsenweisheit: Architektur hat nicht nur einen funktionalen oder ästhetischen Charakter, sie sagt auch immer etwas über ihre Zeit und deren Ideale aus, ist Träger von Geschichte. Insbesondere verschwundene Orte erzeugen in der Erinnerung ein eigentümliches Bild der Vergangenheit.