So wie das Individuum eine Persönlichkeit besitzt, braucht auch die Weltbevölkerung einen Rahmen, der ihr Halt verschaffen kann: die globale Kultur. Ohne sie ist die Weltbevölkerung als Ganze nicht imstande, zurechnungsfähig zu agieren. Ohne sie irrt sie umher und lässt sich von zufällig dominierenden Mächten und vom Zeitgeist treiben. Sie bringt sich selbst in Gefahr. Wir als Individuen bilden diese nihilistische Gestalt und sind ihr gleichzeitig ausgeliefert. Wir sind in einem Anthropozän gefangen, das selbstverursacht, aber willkürlich ist. Anna Wegloops Streitschrift springt für die Weltbevölkerung und die globale Kultur philosophisch in die Bresche.
Anthropozän (Thema)
Ist die drohende Klimakatastrophe überhaupt noch abwendbar - und mit welchen politischen Mitteln? Extreme Dürre, Hungersnöte, Massenmigration und die exorbitanten Folgekosten des Klimawandels - all das ist Teil der wissenschaftlichen Diskussion über die möglichen Konsequenzen des anthropogenen Klimawandels. Diese Prognosen werfen zahlreiche normativ-ethische Fragen auf: Wer trägt eigentlich die Verantwortung für den Klimawandel? Was sind die Kosten und wie sollen sie gerecht verteilt werden?
Wie der Mensch die Erde prägt - packend dokumentiert von einem der weltbesten Fotografen.
Unter Wissenschaftlern gilt es als erwiesen, dass unser Planet in eine neue Ära eingetreten ist: das Anthropozän. Das Handeln des Menschen bestimmt nun mehr als die Kräfte der Natur das Schicksal und das Erscheinungsbild der Erde. Human Planet ist eine visuelle Bestandsaufnahme unserer Erde von heute. In Steinmetz' Luftaufnahmen, aufgenommen aus Ultraleichtflugzeugen, Helikoptern und mit Drohnen, zeigt sich die Erde, wie wir sie geschaffen haben, wunderschön und hässlich, atemberaubend und alarmierend, faszinierend und überraschend.
Zeit für eine Wende: Herausforderungen im Erdzeitalter des Menschen.
Die Menschheit ist an einen kritischen Punkt gelangt. Zum ersten Mal ist eine Spezies so mächtig und dominant, dass sie die Zukunft der Erde in der Hand hat. Unsere Epoche wird daher auch als Anthropozän, das Erdzeitalter des Menschen, bezeichnet. Die Umwelt verändert sich durch den Menschen dramatisch. Wir müssen jetzt handeln, um unsere Zukunft nicht aufs Spiel zu setzen.
Der renommierte Kosmologe und "Astronomer Royal" Martin Rees hat sich eingehend mit den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts beschäftigt:
ISBN 978-3-8062-3970-6
vergriffen
James Lovelock, der Schöpfer der Gaia-Hypothese und berühmteste Ökodenker unserer Zeit, ist im vergangenen Juli 100 Jahre alt geworden - und hat ein neues Buch mit einer spektakulären These veröffentlicht. Darin prophezeit er gelassen das Ende des Anthropozäns und den Anbruch einer neuen Zeit: Mit unserer Gegenwart hat das "Novozän" begonnen, das Zeitalter der Hyperintelligenz.
Schon sehr bald wird aus der künstlichen Intelligenz eine neue Art von Lebewesen hervorgehen: Cyborgs, die 10000 mal schneller sein werden als wir. Unsere Lebensform wird ihnen ähnlich entwickelt erscheinen wie uns die Pflanzenwelt.
Es ist eine Illusion, weiterhin zu glauben, dass sich der vom Menschen verursachte Klimawandel noch aufhalten oder er wenigstens so weit abgemildern ließe, dass die Menschheit sich einigermaßen unbeschadet darin einrichten könnte. Nichts spricht heute dafür, dass die Klimaziele erreicht werden können, die uns vor einer Klimakatastrophe bewahren. Höchste Zeit also, sich der Zukunft des Überlebens der Menschen auf der Erde aus einer realistischen Perspektive zu widmen.
Dieses Buch stellt sich dem Problem des Überlebens im Klimachaos. Es geht davon aus, dass auch dramatische und rasante Veränderungen des Klimas nicht das Ende des menschlichen Lebens auf der Erde überhaupt bedeuten, wohl aber den Untergang der menschlichen Zivilisation und der "Menschheit", wie wir sie heute kennen und zum Selbstverständnis unserer Spezies gemacht haben.
ISBN 978-3-95788-179-3
2019
vergriffen
Erderwärmung, Naturkatastrophen, der Finanzcrash und Hungersnöte - im noch jungen 21. Jahrhundert häufen sich Krisen globalen Ausmaßes. Statt sie getrennt zu lesen, gilt es, sie zusammen zu denken - und zu begreifen, dass der Kapitalismus kein der Natur äußerliches System ist, sondern diese erst hervorbringt. Den Kapitalismus gilt es, als Naturereignis zu begreifen. Sein Motor liegt in der Gegenüberstellung von Natur und Gesellschaft, die es dem Kapital erst ermöglichte, in der Landwirtschaft die horizontalen Räume des Bodens und später mit dem Bergbau die vertikalen Schichten des Gesteins als Ressourcen sich anzueignen, zu erschließen und auszubeuten. Als "Weltökologie" wirkt der Kapitalismus und mit ihm der Mensch nicht auf die Natur, sondern in der Natur.
"Europa", verkündete Angela Merkel 2007 in Berlin, "ist viel mehr als Milchkühe und die Chemikalienrichtlinie". Zweifellos verbindet die Landmassen vom nördlichen Skandinavien bis zum südlichen Italien mehr als ein gemeinsamer Name. Aber die Fragen, was Europa, wer Europäer und was europäisch ist, sind heute so umstritten wie selten zuvor.
Von der Entstehung der ersten Korallenriffe über die Ära, als noch riesige Elefanten durch die Wälder zogen, führt uns Flannery durch die Jahrtausende bis ins moderne Zeitalter, in dem der Mensch seine Umwelt mindestens ebenso sehr prägt wie diese ihn. Er erzählt von den oft exzentrischen Forschern, denen wir unser heutiges Wissen verdanken, von ihren abenteuerlichen Erkundungen und spektakulären Entdeckungen. Dabei verwebt er Natur- und Kulturgeschichte zu einer Erzählung darüber, wer wir sind und woher wir kommen - eine Erzählung, die so einzigartig ist wie Europa selbst
Trotz aller Panik leben wir in der bequemen Illusion, dass Erderwärmung und Massenaussterben erst noch bevorstehen. Deshalb erheben wir Daten und produzieren Fakten, als könnten wir damit die Welt retten. Handlungsfähig, so glauben wir, sind wir erst, wenn wir genug wissen. Wir sehnen uns nach dem Blick von oben, der uns das Gefühl gibt, über den Dingen zu stehen. Doch um uns ökologisch zu verhalten, brauchen wir nicht noch mehr über Ökologie zu lernen. Wir sind ökologisch, indem wir atmen, Felder bestellen, Tiere und Pflanzen essen und in Seen baden. Erst wenn unser Denken die Vogelperspektive aufgibt, in der wir selbst der blinde Fleck sind, werden wir auch verstehen können, dass wir unauflöslich mit unserer nichtmenschlichen Umwelt verquickt sind. Wir können vielleicht nicht wissen, wie die Biosphäre funktioniert, aber wir können uns auf sie einstimmen. Als Individuen werden wir in tausend Jahren nichtig sein. Was wir getan haben, wird es nicht sein.
Wir leben im Anthropozän - denn der Mensch ist zu einem geologischen Faktor geworden.Signatur dieses neuen Abschnitts der Erdgeschichte ist die Verletzung der planetarischen Grenzen durch den Menschen. Dies bedroht das gegenwärtige Leben auf der Erde und nicht zuletzt die menschliche Zivilisation selbst. Hiervon sind zuallererst Arme und Ausgebeutete in aller Welt und vor allem in den Ländern des Südens betroffen. Daher stellt sich im Anthropozän die alte Gerechtigkeitsfrage in neuer Schärfe und neuer Gestalt.