Perspektiven auf "Entwicklung" sind ebenso vielfältig wie umkämpft. Von Fortschrittsglauben und neoliberalen Experimenten, über kritische Analysen globaler ungleicher Entwicklungsprozesse bis hin zu radikalen Absagen an "Entwicklung" reicht das entwicklungstheoretische Oeuvre.Der Band präsentiert verschiedenste Perspektiven in Form einer systematischen und facettenreichen Textsammlung, die "Klassiker" ebenso wie aktuelle Beiträge polit-ökonomischer-, feministischer- und post-/de-kolonialer Kritik enthält. Dem Bruch mit dem eurozentristischen Narrativ des entwicklungstheoretischen Kanons wird ein zentraler Stellenwert gegeben: Beiträge von Autor/innen aus dem globalen Süden erscheinen hier zum Teil erstmals in deutscher Übersetzung.
Entwicklungspolitik (Thema)
"Ein Buch voller Fakten, Zorn und Herzblut." Anthony Loewenstein
Seit Dekaden hören wir, Entwicklung hilft: Die südlichen Länder der Welt schließen zum reichen Norden auf, die Armut hat sich in den vergangenen 30 Jahren halbiert, bis zum Jahr 2030 ist sie verschwunden. Das ist eine tröstliche Geschichte, die von Politik und Wirtschaft gerne bestätigt wird. Aber sie ist nicht wahr. In Wirklichkeit hat sich die Einkommenslücke zwischen Nord und Süd seit 1960 verdreifacht, 60 Prozent der Weltbevölkerung verdienen weniger als 4,20 Euro am Tag. Armut ist kein Naturphänomen, sie wird gemacht.
Haben wir bisher die Welt und ihre Länder falsch bewertet? Mit seinem Streifzug durch zahlreiche Kulturen und Länder zeigt Alexander Dill, wie verzerrt, ja manipulierend die international führenden Kennzahlen wie das BIP - aber auch Alternativen wie der Human Development Index - die Länder der Welt und ihre jeweilige Kreditwürdigkeit bisher eingeschätzt haben. Bevorzugt wurden und werden die finanzstarken Hauptschuldner, während die Länder des Globalen Südens oftmals leer ausgehen. Legte man Normen wie Solidarität, Vertrauen, Hilfsbereitschaft und das Sozialklima als Maß für die Kreditwürdigkeit einer Gesellschaft an, sähen die Rankings jedoch ganz anders aus und viele Länder könnten der Armutsfalle entfliehen.
Zu lange haben sich Afrika und Europa nicht genügend miteinander befasst. Nun stellen Bevölkerungsexplosion, zunehmende Flüchtlingsströme und mehr den Alten Kontinent vor neue Herausforderungen. Rudolf Decker skizziert anhand soziopolitischer, ökonomischer und demografischer Fakten ein Szenario, wie Europa und
Afrika gemeinsam eine werteorientierte, wechselseitig bereichernde Gemeinschaft werden können.
Im globalen Süden finden derzeit welthistorische soziale Umwälzungen statt. Staaten wie China oder Indien steigen zu wichtigen Zentren des Weltmarkts auf, und globale Machtverhältnisse werden neu geordnet. Zugleich ist es innerhalb dieser Länder zu militanten Arbeitskonflikten und Streikwellen gekommen. Was können marxistische Theorien und Kategorien dazu beitragen, um diese Entwicklungen zu verstehen? Welche Probleme entstehen durch ihre Anwendung auf den globalen Süden? Und wie werden sie dort von politischen und akademischen Akteuren diskutiert?
Fast ein Jahrhundert Zeitgeschichte hat er miterlebt, gemeinsam mit Altbundeskanzler Helmut Schmidt oder dem Brandt-Vertrauten Egon Bahr prägte Erhard Eppler das Gesicht der SPD.
Fruchtbarer Boden und billige Arbeitskräfte: Unschlagbare Produktionsbedingungen für Großunternehmen. Die Nachfrage ist groß und eine arme Landbevölkerung schnell enteignet. Kurt Langbein zeigt die erschreckenden Folgen dieses modernen Kolonialismus.
Im Zentrum des Bandes steht die Verschränkung der beiden Themen Migration und Entwicklung. Die Bedeutung von MigrantInnen für ihre Herkunftsländer war seit den 1960er Jahren immer wieder Gegenstand von Debatten.
Ein Kontinent im Aufschwung. Deutschlands Perspektive auf den afrikanischen Kontinent ist verzerrt: Im Vordergrund stehen Kriege und Krisen, Katastrophen und Krankheiten. Doch unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit erleben viele afrikanische Staaten einen beispiellosen Wirtschaftsboom und Innovationsschub.
Erste Auflage erschienen im Juli 2009, nun aktualisierte und erweiterte Ausgabe (neue ISBN)17 Jahre war der deutsche Diplomat Volker Seitz auf Posten in Afrika, zuletzt als Botschafter in Kamerun.
ISBN 978-3-423-26038-1
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