Ausnahmezustand in Bayern: Eine geplante Wiederaufarbeitungsanlage für Atommüll versetzte die Oberpfalz in den 1980er Jahren in Aufregung. Eine eigentümliche Allianz aus Bürgerinitiativen, kirchlichen Kreisen, Naturschutzvereinen, Arbeiterschaft und autonomer Szene versuchte, das Projekt zu verhindern. Der Streit um die Kernkraft bedeutete für die politische Kultur der Bundesrepublik Deutschland mehr als eine bloße Auseinandersetzung um die richtige Energieversorgung und eine risikoreiche Technik: Der "Atomstaat" gefährdete Freiheit, Sicherheit und Demokratie - davon waren die Atomkraftgegnerinnen und -gegner überzeugt.
Bürgerbeteiligung (Thema)
Demokratie hat Zukunft!
Die Welt bewegt sich trotz all der Mühe vieler engagierter Aktivisten, Autoren und Politiker immer weiter in die falsche Richtung. Die Schere zwischen Reichtum und Armut wird immer größer. Afrika wird weiterhin abgehängt. Rund um die EU rücken die Bürgerkriege immer näher: Afghanistan, Sudan, Mali, Libyen, Syrien, Ukraine. Der jahrzehntelange Siegeszug der Demokratie nach dem Zweiten Weltkrieg ist ins Stocken geraten.
Denn demokratische Grundlagen werden massiv bekämpft und in Frage gestellt. Werte, die diese Gesellschaft tragen, werden gezielt destabilisiert. Umso wichtiger ist es, dass die richtigen Fragen aufgeworfen und diskutiert werden. Karl-Martin Hentschel trägt mit seinem Buch dazu bei und gibt Denkanstöße für eine demokratische Erneuerung.
Eppler: Mir verschafft das bisschen Wirtschaftswachstum überhaupt keine schlaflosen Nächte.
Paech: Mir schon!
Dass sich etwas ändern muss, darüber sind sie sich einig... Mit Erhard Eppler, Umwelt und Entwicklungspolitiker der ersten Stunde, und Niko Paech, einem der profiliertesten Wachstumskritiker, treffen zwei engagierte Vorkämpfer einer ökologischen Wende aufeinander.
Es ist seltsam mit der Demokratie. Jeder ist dafür, aber keiner glaubt mehr so recht daran, dass sie funktioniert, jedenfalls nicht durch Wahlen. Wenn die Ergebnisse anders lauten als gewünscht, ist rasch der Vorwurf des Populismus im Raum. Immer weniger Menschen gehen wählen, die Mitgliederzahlen der politischen Parteien gehen dramatisch zurück. Wie kann überhaupt eine Demokratie effizient arbeiten und langfristig tragfähige Entscheidungen treffen, wenn die Politiker ihr Handeln vor allem an einem ausrichten müssen: Bei der nächsten Wahl wollen sie wiedergewählt werden.
Die Wissenschaft ist wie ein Gebirge: Alle starren auf die Gipfel - aber jeder Berg nimmt in einem Tal seinen Anfang. Dort kennen sich die Nichtprofis besser aus als die Profis, weil im Nahbereich die eigene sorgfältige Beobachtung noch etwas zählt. Mit seinem "Lob der Laien" drängt Peter Finke dazu, die Arbeit der Amateure endlich ernst zu nehmen. Sie sehen ihre Umwelt nicht bloß durch Spezialistenbrillen und forschen ehrenamtlich nicht nur mit, sondern vor allem selbst, frei von institutionellen Machthierarchien oder Karrierestress.
Warum die sinkende Wahlbeteiligung der Demokratie schadet. Schriften aus dem Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln. Bundestagswahlen, Landtagswahlen, Kommunalwahlen, Europawahlen - seit Jahren sinkt die Wahlbeteiligung in Deutschland.
Keine Mauer ist so stark, dass man sie nicht einreißen kann Anke Domscheit-Berg ist Spezialistin für Mauern und wie man sie einreißt: Sie wuchs in der DDR auf und begann früh, die Unfreiheit zu hassen. Als Führungskraft und Unternehmerin kämpft sie seit rund 15 Jahren gegen die gläsernen Decken, an die Frauen auf der Karriereleiter nach wie vor stoßen.