Das Buch der Königstöchter zeichnet die mythischen Geschichten um Medea und Pocahontas nach. Der zweite Band der Pocahontas Reihe untersucht, wie altgriechische "Königstöchter", die von den Göttern dazu benutzt werden, Nachwuchs auszutragen, dienstbar gemacht wurden und schließlich als mythische Figuren bis ins Zeitalter der Popkultur und der Werbung tradiert werden.
Klaus Theweleits legendäre Pocahontas Reihe spricht auch immer noch aktuelle Gender-Fragen an und rührt dabei an tradierten Frauenrollen.
Mythen (Thema)
Albert Speer als der "gute Nazi": Dieser von ihm selbst inszenierte Mythos prägte entscheidend die bundesdeutsche Nachkriegsgeschichte. Millionen von Kriegsteilnehmern und Parteigenossen konnten sich entlastet fühlen, wenn doch nicht einmal Hitlers Stararchitekt und Rüstungsminister etwas vom Holocaust gewusst hatte, geschweige denn daran beteiligt gewesen war. Wolfgang Schroeter begibt sich auf die Spuren der Entstehung und Wirkungsgeschichte des Speer-Mythos. Wie war Speer selbst an dessen Schaffung beteiligt?
Auf dem Höhepunkt der Postmodernität und bis zur jüngsten Gegenwart schien immer eine gewisse allgemeine Übereinstimmung, ein unausgesprochener Konsens über jene Züge des Modernen zu herrschen, die nicht länger erwünscht waren, wie zum Beispiel die Teleologie der modernen Ästhetik, wie sie triumphal vom Neueren zum Neusten weiterschritt, den Minimalismus in vielem, das ebenso modernistisch war, den Kult des Genies oder Sehers. Doch inmitten all dieser heilsamen Regungen des Widerwillens haben wir in den vergangen letzten Jahren Phänomene einer ganz anderen Ordnung erlebt, die eher auf die Rückkehr zu allen möglichen Arten alter Gegenstände oder auf ihre Wiederherstellung hinweisen als auf ihre unterschiedslose Abschaffung. Wie es zu dieser Wiederkehr traditioneller Philosophie hat kommen können, beschreibt Jameson scharfsinnig. Dabei nimmt er in diesem Band das Wesen der Modernität selbst in den Blick, das in den Sozialwissenschaften bis heute nur unzureichend verstanden worden ist.
Der Wolf ist zurück in unseren Breiten, und mit ihm und jedem gerissenen Schaf kehrt auch eine unbändige Urangst zurück, die ein Dickicht aus Vorurteilen, Aberglauben und Nichtwissen nährt: Die Furcht vor dem vermeintlich blutrünstigen Räuber, der im Rudel Menschenkinder zu Tode hetzt und Großmütter verspeist, hat sich über Jahrhunderte zu einer Obsession ausgewachsen, die einst zu seiner gnadenlosen Bejagung und Ausrottung führte. Doch stets weckte der Wolf auch die Sehnsüchte romantisch veranlagter Zeitgenossen und freiheitsliebender Außenseiter, die ihn mit seiner sprichwörtlichen, aber fantasierten "Einsamkeit" zum Seelenverwandten erwählen.
Roland Barthes' "Mythen des Alltags" sind längst selbst zum Mythos geworden. In seinen provokativ-spielerischen Gesellschaftsstudien entschlüsselt er Phänomene wie das Glücksversprechen der Waschmittelwerbung, das Sehnsuchtspotential von Pommes frites und die göttlichen Qualitäten des Citroën DS. Seine radikale Hinterfragung des Alltäglichen ist bis heute von bestechender Aktualität. Die Essays ermuntern dazu, dem scheinbar Selbstverständlichen kritisch gegenüberzutreten und den Blick für mögliche Veränderungen zu schärfen.
Das populäre Bild der Wehrmacht ist auch 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs positiv besetzt. Im Selbstbild deutscher Familien werden die Väter und Großväter überwiegend als anständige Soldaten gezeichnet.
Populärwissenschaftliche Publikationen zur Wehrmacht, zur Waffen-SS und zum Zweiten Weltkrieg zählen zu den auflagenstärksten Titeln des deutschen Buchmarktes. Ihr Erzählmuster scheint sich seit den 1950er Jahren nicht wesentlich geändert zu haben: Die Wehrmacht wird als hochprofessionelle Armee dargestellt, ihre Generäle als geniale Strategen, die einfachen Soldaten als tapfere Landser. Kriegsverbrechen und Holocaust werden ausgeblendet.
Intelligenz hat es heute schwer. In den Wissenschaften ist sie als logozentrisches Weltbild längst infrage gestellt. Paradigmenwechsel und Methodenallerlei haben das helle Licht der Aufklärung eingetrübt. Der geistige Fortschritt zerbröselt in der Anarchie frei flottierender Intelligenzsysteme, die nimmer-müde neues Wissen und beliebige Erkenntnisse freisetzen. Neue Mythen in Tüten! Aufgewärmt über der Social-Media-Glut und schließlich als leuchtender Pfad schimmernd. Um dann andernorts wieder als übertriebene Pose oder schwelendes Fundstück aufzutauchen. Ready to be mashed up again! Im Reagenzglas oder im schwarzen Loch irgendeines Ereignishorizonts. Hot shit!
Der Schlaf: seit Jahrtausenden Gegenstand von Mythen, Erzählungen und Bildern.
Der Mensch verschläft ein gutes Drittel seines Lebens. Die Zeit, die wir im Schlaf verbringen, ist eine unbewusste, unproduktive und untätige, aber auch eine
lebensnotwendige und herbeigesehnte Zeit. Wie geht nun eine Gesellschaft, in der wissenschaftliches Verstehen, Rationalität und Effizienz eine zentrale Rolle spielen, mit einem so widerspenstigen Phänomen wie dem Schlaf um?
Noch nie wurde so viel gereist wie heute. Und doch ist die Sehnsucht, sich in der Welt zu verlieren, nicht gestillt, hat sich das Reisen trotz Massentourismus eine eigene Poesie bewahrt. Aber was heißt es, in dieser rasenden und zunehmend vernetzten Welt ein Wanderer, ein Körper in Bewegung zu sein? Was heißt es, nicht nur durch den Raum, sondern auch durch die Zeit zu reisen? Unrast ist eine Wundertüte voller Geschichten, Mythen, Lebensbekenntnisse, Notizen und Gedanken über das Reisen und die Verbindung zwischen Seele und Körper, über Leben und Tod, Bewegung und Sein, Entwurzelung und Migration.
"Unwiderstehlich... Ein Liebeslied über den Ort, an dem ihre Familie seit Generationen lebt, aber ein Liebeslied voller Fragen und Zweifel." Michiko Kakutani, New York Times
Joan Didion wurde in Sacramento geboren und verbrachte die meiste Zeit ihres Lebens in Kalifornien. In "Woher ich kam" spürt sie der Geschichte und den Mythen dieses Landstrichs nach und denen ihrer Familie, die seit vielen Generationen an der Westküste beheimatet ist. Sie beschreibt vornehmlich die weibliche Ahnenreihe, aus der sie stammt, von der Ur-ur-ur-ur-ur-Großmutter Elisabeth Scott, geboren 1766 in Virginia, bis zu ihrer Mutter Eduene Jerrett Didion, die 2001 starb und in Joan Didions Augen viele der "Verwirrungen und Widersprüche kalifornischen Lebens" verkörpert hatte.