Er war nicht nur elegant, sondern einer der ersten Chronisten und Wegbereiter der Dada-Bewegung in Berlin: Walter Mehring. Zuvor, 1915/1916, war er bereits in der von Herwarth Walden herausgegebenen Zeitschrift «Der Sturm» präsent. In zahlreichen Aufzeichnungen und Essays hat Mehring diese Zeit festgehalten und sich für Sturm und Dada eingesetzt.
Lyrik (Thema)
Seine Gedichte, Chansons und Theaterstücke haben Walter Mehring in der Weimarer Zeit zu einem der bedeutendsten literarischen Autoren werden lassen. Mit der Neuauflage vieler seiner Gedichte und Chansons bietet sich ein neuer Blick auf die Arbeiten, die Mehring seit den frühen Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts für Zeitschriften wie die «Weltbühne» oder für das Berliner Cabaret geschrieben hat.
Als die alte arabische Dichtung in Europa bekannt wurde, galt sie als Wunderlandschaft der Poesie. Goethe und die Romantiker schwärmten von ihr und lernten orientalische Sprachen.
Stefan Weidner hat diese Gedichte für die Gegenwart zu neuem Leben erweckt. Vor unseren Augen entfaltet sich ein Panorama von Liebe und Hass, Treue und Rache, Großmut und Geiz, Politik und Erotik, Gemetzel und Versöhnung, bevölkert von Liebesnarren, Wüstenhexen und Dromedaren.
In einem Schüttelreim, so ist zu lesen, werden die Anfangskonsonanten der letzten Silben eines zweizeiligen Verses vertauscht, das heißt: gezielt durcheinander geschüttelt. Was kompliziert zu sein scheint, ist in Wahrheit jedoch ganz einfach oder, sagen wir besser, nicht allzu schwer. Und wer seine ersten Schüttelreime gebastelt hat, kann nicht mehr damit aufhören.
»Ich muss mich auf Wunder verlassen«: Mascha Kalékos Deutschlandreise
Januar 1956: Siebzehn Jahre, nachdem Mascha Kaléko Nazi-Deutschland in letzter Minute verlassen hat, kehrt sie zurück. Es ist eine Reise in die Vergangenheit - verbunden mit der bangen Frage, ob sie auch eine in die Zukunft sein kann. Sie fährt nach Berlin, in die Stadt, in der sie glücklich gewesen war, in der sie als Dichterin erfolgreich geworden ist, die sie liebte, und durch das ganze Land, ein ganzes Jahr lang. Fast täglich schickt sie Briefe nach New York, an ihren Mann, die Liebe ihres Lebens, und erzählt - von märchenhaften Erfolgen, einem Wunder in Berlin, Abgründen, von einem alten, neuen Land.
»Europa hatte keinen Che Guevara … es hatte Mikis Theodorakis.« Roger Willemsen
Der »Sirtaki« war eigens für den Zorbas-Film kreiert worden, aber die darin verarbeitete Volksmusik stammte aus einem umfangreichen Reservoir an Musik, die Theodorakis studiert und analysiert hatte und in sich trug – ein Fundus, aus dem Theodorakis auch später schöpfte, wenn er seine großen klassisch-modernen Werke schrieb, seine Sinfonien, seine Opern, das Oratorium »Axion Esti«, seine erfolgreichen Ballett-Musiken, Musik für Theater.
Musik, die Teil des Lebens breiter Schichten der Bevölkerung ist, auch anderswo auf der Welt, das fand immer wieder Theodorakis‘ Interesse.
"Alieren Renkliöz ist ein Schreibender des 21. Jahrhunderts. Ein politischer Beobachter und Journalist, der in seinen lyrischen Texten voller Kraft, Mut und Freude am sprachlichen Experimentieren schreibend kämpft, weil er weiß: Wer schreibt, hofft! Und er ist ein mutiger Lyriker, der wie die von mir geschätzten Dichter_innen Erich Mühsam, Mascha Kaleko und Bertolt Brecht daran festhält, dass Gedichte den Raum eröffnen sollten für die Liebe und für den politischen Kampf.
Wenzels neuer Gedichtband versammelt Texte ganz unterschiedlicher Provenienz: Neben Lied und Ballade kommt das ausgreifende Langgedicht ebenso zu seinem Recht wie die epigrammatische Notiz. Immer aber ist ein Ich anwesend, das schonungslos sich und die Welt befragt. Dabei stehen dem Dichter Wenzel sehr verschiedene Tonlagen auf der poetischen Klaviatur zur Verfügung: Durchheiterte Melancholie, scharfzüngiger Sarkasmus, elegische Introspektion wie auch die leise Ansprache an die Geliebte. Er zeigt, was gute Lyrik vermag: Das Ich in die Welt zu halten und die Welt in das Ich, und zwar so, dass wir tief berührt werden können.
Rainer Maria Rilke – Der radikale Erneuerer der Moderne
Rüdiger Schaper gelingt mit dieser Biografie ein überraschender Blick auf einen der meistgelesenen Dichter deutscher Sprache. Statt Rilke als entrückten Lyriker zu verklären, zeigt Schaper ihn als Avantgardisten, als Suchenden, der sich mutig in die Umbrüche seiner Zeit warf – zwischen Kunst, Tanz, Sprache und Moderne. Ein Buch, das Rilke neu lesbar macht – für Kenner wie für Neuentdecker.
»... der herbst / würde ohne kürbisse bleiben in diesem jahr / wie ich ohne dich.« Neue Gedichte von Kathrin Schmidt.
Kathrin Schmidts neue Gedichte erzählen vom Älterwerden, von Abschieden, von der Vergänglichkeit. Und doch sind sie das Gegenteil von Stillleben, denn sie sprechen immer »vom Leben her«.