Arnold Zweigs führende Position im Kanon der deutschen Literatur, sowie die literaturwissenschaftliche Beschäftigung mit seinem Œuvre sind heute nicht mehr selbstverständlich, wie sie Anfang der fünfziger Jahre – östlich der Elbe – waren, als der Nationalpreisträger und Präsident der Deutschen Akademie der Künste der DDR seiner Zuversicht Ausdruck gab, dass sein Werk zum legitimen Forschungsobjekt von Literaturwissenschaftlern avancieren wird.
Literaturwissenschaft (Thema)
Um die Rolle der Literatur in der »Konservativen Revolution« möglichst vielseitig zu beleuchten, gliedert sich der Band in vier Teile: Im ersten Teil werden die literarischen Muster und Vordenker der »Konservativen Revolution« untersucht. Im zweiten Teil wird gefragt, welche sprachlichen und rhetorischen Neuprägungen sich in den Schriften der »Konservativen Revolutionäre« entdecken lassen. Der dritte Teil geht den persönlichen Kontakten, dem schriftlich dokumentierten Gedankenaustausch sowie den gemeinsam realisierten Publikationsprojekten nach. Der vierte Teil widmet sich schließlich der Rezeption des Gedankengutes der »Konservativen Revolution« nach 1945.
Risse, Spaltungen und Unvereinbarkeiten in Brechts Leben wie in seinen Texten fordern zur aktiven Lesart heraus. Angesichts der vielerorts schwierigen Rezeption Brechts stellt sich die Frage nach seinem Nachleben in diversen gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Systemen. Das ermutigt zu einer neuen, transnationalen Lesart Brechts, die der Globalisierung und dem Multi- und Transkulturalismus zum Trotz, vielerorts weiterhin in alten, nationalen Denkmustern begriffen zu sein scheint.
Das Wesen der Ästhetik ist ein Hauptthema des marxistischen Philosophen und Literaturwissenschaftlers Thomas Metscher. Nun legt er seine wichtigsten Schriften dazu in überarbeiteter Fassung in einem Band vor. Metscher spannt einen weiten Bogen ...
In den Geistes- und Sozialwissenschaften stehen ländliche Räume bereits seit geraumer Zeit im Fokus – insbesondere, wenn es darum geht, die tiefgreifenden sozialen, ökologischen, politischen oder ökonomischen Transformationen vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart zu untersuchen.
Mit Schwerpunkt auf Literatur, Film und Medien stellen die Beiträger*innen die dabei etablierten kanonisierten Narrative und Konzeptionen von Ländlichkeit auf den Prüfstand.
Rainer Maria Rilke – Der radikale Erneuerer der Moderne
Rüdiger Schaper gelingt mit dieser Biografie ein überraschender Blick auf einen der meistgelesenen Dichter deutscher Sprache. Statt Rilke als entrückten Lyriker zu verklären, zeigt Schaper ihn als Avantgardisten, als Suchenden, der sich mutig in die Umbrüche seiner Zeit warf – zwischen Kunst, Tanz, Sprache und Moderne. Ein Buch, das Rilke neu lesbar macht – für Kenner wie für Neuentdecker.
Die Deutsche Bibliothek war Produkt des Kalten Krieges, Kulturspeicher mit mühseliger Erfolgsgeschichte und westdeutsches Gedächtnislabor nach dem NS.
Kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges und mit Blick auf die absehbare deutsche Teilung mit US-amerikanischer Schützenhilfe gegründet, konnte die Deutsche Bibliothek in Frankfurt a. M. kein unpolitischer Ort sein. Schon gar nicht, wenn sie sich auf die Fahnen schrieb, das gesamte Schrifttum in Deutschland zu sammeln.
Welche Literatur wird dem Verschleiß standhalten und die Jahrtausendwende überleben? Welche literarischen Tugenden muss ein Werk haben, damit es über die Epochenschwelle hinaus Leser findet? In seinen für die Harvard-Universität konzipierten Vorlesungen entwirft Calvino ein handliches Vademekum der Tugenden, die ihm beim Gang durch die Jahrhunderte bedeutsam erscheinen: Leichtigkeit, Schnelligkeit, Genauigkeit, Vielschichtigkeit, Haltbarkeit. Seine Beispiele entnimmt er der bekannten Literatur: vom Volksmärchen über Dante bis hin zu Milan Kundera.
Viele beschwören das Lesen als unverzichtbare Kulturtechnik - aber was wissen wir eigentlich über diese soziale Praxis? In der Gegenwart kann man das Lesen in vielen Kontexten beobachten, die dieser Essay zu exemplarischen »Szenen« arrangiert: ...
Lesende Maschinen als Gefahr für eine historisch gewachsene Kulturtechnik? Die Körperlichkeit und Materialität des Lesens neu interpretiert.